Währung

Der Brexit-Deal ist noch lange nicht sicher

GBP – Der Brexit-Deal ist noch lange nicht sicher

Zum Ende der letzen Woche konnte das britische Pfund spektakulär zulegen (Abbildung). Klar, es schien ja auch alles auf einen Brexit-Deal hinzudeuten. Ich stand als alter Skeptiker ziemlich dumm da. Heute ist freilich schon nicht mehr sicher, ob sich der Devisenmarkt nicht zu früh gefreut hat. Das, was die britische Regierung als Vorschlag vorgelegt hat, ist jedenfalls – soviel ist aus Brüssel zu hören – nicht ausreichend für einen Deal. Nordirland formal im britischen Zollgebiet anzusiedeln, materiell aber im Zollraum der EU zu belassen, mag als netter Taschenspielertrick klingen. Doch wäre halt zu offensichtlich, wie hohl die Gesichtswahrung der Brexiteers wäre. Daher muss aus deren Sicht etwas Materielles her, das die Nordiren in einigen Aspekten zollrechtlich an Großbritannien bindet. Doch weicht jeder Schritt in diese Richtung die Zollunion der Gemeinschaft auf. Klar, die EU will nicht als Buhmann dastehen, an dem ein Deal scheitert. Doch wird niemand in Brüssel bereit sein, wichtige Grundpfeiler der Union für ein paar abtrünnige Insulaner aufzugeben.

Noch ist der Devisenmarkt entspannt. Das bisschen, was das Pfund heute im frühen asiatischen Handel nachgegeben hat, ist nichts im Vergleich zu den Gewinnen der letzten Tage. Klar, am Devisenmarkt denken Viele wie die britische Regierung: Die EU würde sich mit bürokratischem Kleinkram zieren, der von den Staats- und Regierungschefs mit einem Federstrich beiseite gewischt werden könne. Beide (Whitehall & FX-Markt) verstehen halt nicht, was die EU eigentlich ausmacht.

Summa summarum: Auf dem EU-Gipfel Ende dieser Woche wird’s wahrscheinlich noch nichts mit “Deal”. Das muss noch nicht das Ende sein. Schon wird ein nächster EU-Gipfel am 29./30. Oktober diskutiert. Mindestes bis dahin bleibt aber das Verunfallungsrisiko bestehen. Bis dahin wird es tendenziell dem Pfund schwerfallen, den Optimismus der letzten Woche zu rechtfertigen. P.S.: Was das britische Parlament von all dem hält, ist überhaupt noch nicht klar.

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Produktidee: Faktor-Zertifikate
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CU2XL6 Long EUR/GBP Faktor: 10
CU54Y5 Short EUR/GBP Faktor: -10
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Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

USD/CNY – Trump knickt im Handelsstreit ein

Mit bombastischer “risk-on”-Stimmung hat der Devisenmarkt letzte Woche geschlossen. Neben der Aussicht auf einen Brexit-Deal (siehe oben) war es vor allem die Aussicht auf ein Abkommen, das den US-chinesischen Handelsstreit zumindest vorläufig beilegt. Die Verhandlungen in Washington liefen gut, beim APEC-Treffen im November werden die beiden Staatschefs wahrscheinlich auch medienwirksam ein Papier signieren. Doch wurde auch brutal deutlich, dass es eine “Lösung” in diesem Konflikt nicht gibt. Die US-Seite betont, es handle sich nur um einen “partiellen” Deal, in China dämpft man sogar die Aussicht auf ein formelles Abkommen bis zum APEC-Treffen.

Allerdings, bis zur heißen Phase des US-Präsidentenwahlkampfes dürfte erstmal Ruhe sein: keine neuen Zölle; die Zusagen Chinas im Bereich der Währungspolitik bleiben so unverbindlich wie eh und je, das Land verliert aber das Kainsmal des “Währungs-Manipulateurs”; es wird keinen Mechanismus zur Kontrolle und Durchsetzung von Zusagen geben. Als Gegenleistung gab’s vor allem das, was Chinas Unterhändler schon früher zugesagt hatten. Es ist schon ziemlich offensichtlich, dass der “geniale Deal-Maker” in Washington verzweifelt einen Deal brauchte, weil Chinas Gegenmaßnahmen gegen seine handelspolitischen Angriffe seine Unterstützer hart trafen und ihm die Wiederwahl hätten verhageln können.

Das heißt aber auch: Nach der Präsidentschaftswahl (oder vielleicht schon kurz vorher) ist wieder alles drin. Die realwirtschaftliche Unsicherheit ist nach Demontage der WTO und dem Bruch aller handelspolitischen Tabus mit der Unterzeichnung eines Stücks Papier nicht zu beseitigen. Die Risk-On-Stimmung ist berechtigt, weil unmittelbare Gefahr beseitigt wurde. Nicht berechtigt wäre allerdings, die Ereignisse als handelspolitische Zeitenwende zum Besseren zu interpretieren.

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CJ6WTF Call USD/CNH Hebel: 5,6
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USD –  Das neue “Non-QE” der Fed

Die Fed hat am Freitag bekannt gegeben, von nun an wieder US-Staatspapiere zu kaufen. Mindestens bis Q2/2020. Ist das wieder QE? Ähnlich wie 2008 bis 2014? Die Fed bestreitet das vehement und betont:

These actions are purely technical measures to support the effective implementation of the FOMC’s monetary policy, and do not represent a change in the stance of monetary policy.

Was ist es also? Die Fed will einen gehörigen Puffer an Überschussliquidität im US-Bankensystem sehen. Nach offizieller Statistik beträgt die Überschussreserve der Banken zwar immer noch (auch nach dem Abbau eines Teils des alten QE-Portfolios) beeindruckende 1,3 Billionen USD. (1,5 Billionen $ Liquidität minus 200 Milliarden $ Mindestreserve). Doch hat die immer strengere Regulatorik der letzten 10 Jahre dazu geführt, dass die Banken mittlerweile viel Liquidität benötigen. Im September gab’s schon mal eine Liquiditätsklemme. Im ökonomischen Sinn ist das, was an “Mindestreserve” ausgewiesen wird, falsch. Marktstruktur und Regulatorik (Mindestreservepflicht, LCR etc.) insgesamt hat – wie wir im September lernten – derzeit den Liquiditätsbedarf auf rund 1,5 Billionen $ erhöht. Das ist der minimale Reservebedarf der US-Banken heute, d.h. die ökonomisch relevante “Mindestreserve”.

In der “guten alten Zeit” (vor 2008) war das alles kein Problem. Die Fed steuerte mit Offenmarktgeschäften die Liquiditätsausstattung der Banken nach Bedarf. Das will / kann sie heute offensichtlich nicht mehr. Deshalb muss wieder wirkliche Überschussliquidität her. Der Abbau des QE-Portfolios ging zu weit. Nun mag es tatsächlich nicht das Ziel der Fed sein, die QE-Exzesse von 2008 ff. zu wiederholen. Dennoch, für den Dollar ist das relevant.

  1. Einerseits: Die Fed könnte, selbst wenn sie es wollte, ihre Liquiditätspolitik nicht weiter straffen. Andererseits: Sie ist in dieser Dimension schon nicht mehr expansiv. Wer (wie ich) zumindest einen Teil der ausgewiesenen Überschussliquidität als immer noch expansiv wirkend ansah, lag falsch. Die Liquiditätspolitik war bereits maximal straff. Der “faire Wert” des Dollars lag damit höher als vermutet.
  2. Diese implizite Straffung der US-Geldpolitik ist nun beendet. Von dieser Seite ist kein weiterer USD-Aufwertungsdruck zu erwarten.
  3. Vielleicht bin ich der einzige, aber ich halte es für besorgniserregend, dass die Liquiditätspolitik offensichtlich nie mehr wieder so wird wie vor 2008. Wenn Liquidität nie wieder der limitierende Faktor für Banken wird, sondern immer deren Eigenkapitalausstattung die effektive Beschränkung darstellt, wird (a) Geldpolitik dauerhaft so impotent bleiben wie derzeit und (b) der Nebeneffekt der Regulatorik auf die Geldpolitik zum Dauerzustand werden.
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CU2XLS Long EUR/USD Faktor: 10
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