Währung

Deal done!? – Unterzeichung des US-chinesischen Abkommens noch heute?

USD: Deal done!? – Unterzeichung des US-chinesischen Abkommens noch heute?

In den letzten Jahren bin ich zu einem Skeptiker mutiert. Deshalb war ich gestern – im Gegensatz zum Markt, der natürlich sofort ansprang – noch skeptisch, als US-Präsident Trump mal wieder ankündigte, der Deal (im Handelskonflikt zwischen den USA und China) sei nah. Diesmal war meine Skepsis aber scheinbar unbegründet. Noch heute – so die aktuelle Nachrichtenlage – dürften die Unterhändler beider Seiten zumindest einen vorläufigen Deal unterzeichnen, womit (a) weitere US-Strafzölle, die ab Sonntag in Kraft treten sollten, verhindert werden und womit (b) wohl auch die bislang verhängten US-Strafzölle deutlich reduziert werden.

Einmal Skeptiker, immer Skeptiker. Klar, die WTO bleibt nach Trumps Zerstörungswut weiterhin ein elender Trümmerhaufen; der US-chinesische Konflikt bleibt weiter virulent; selbst die wichtigsten Handelsfragen sind offensichtlich (so die aktuellen Meldungen) auf eine “Phase 2” der US-chinesischen Verhandlungen verschoben. Positiv ist nicht der Inhalt des heutigen Deals. Darauf kommt’s tatsächlich kaum an. Zunächst ist für den Markt relevant, dass eine Eskalation erst einmal vermieden ist, dass dem US-Präsidenten im US-Wahlkampf das Verkünden angeblich phantastischer Verhandlungs-Siege wichtiger ist als das Vorantreiben eines Konflikts, der bislang nur den US-Konsumenten schadet. Denn das heißt: Der US-Präsident ist nicht so dumm, die Handelskonflikte in einem Wahljahr so weit zu eskalieren, dass die US- und die Weltwirtschaft katastrophal beschädigt werden.

Daher ist die Rallye der EM-Währungen, die gestern nach den präsidialen Tweets einsetze, nur logisch. BRL, RUB, ZAR etc. konnten deutlich zulegen. TRY kaum. Aber das darf bei der Geldpolitik der türkischen Zentralbank niemand wundern. Im G10-Universum hatten die üblichen Verdächtigen AUD und NZD schon am Mittwoch so deutlich zugelegt, dass gestern viel mehr nicht drin war.

Dass die initiale EUR-USD-Reaktion erstmal nach unten ging, ist freilich mehr als seltsam. Wenn die Eskalation des Handelskonflikts in der Vergangenheit stets USD-positiv war, kann die De-Eskalation nicht auch USD-positiv sein. Ich habe lange argumentiert, dass ersteres Verhaltensmuster nicht angemessen sei. Dass sich der Devisenmarkt aber gerade dann von meiner Sicht überzeugen lässt, wenn die Nachrichten zum Handelskonflikt drehen, ist frustrierend. Schließlich gilt aber: Ende gut, alles gut: EUR-USD handelt wieder in der Nähe der Oktober-Höchststände. Freilich aus anderen Gründen.

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WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XLS Long EUR/USD Faktor: 10
CU54YP Short EUR/USD Faktor: -10
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Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

GBP: Bumm-Bumm-Boris

Noch stehen die Ergebnisse der einzelnen Wahlbezirke nicht fest. Aber die Exit-Polls und die ersten Wahlkreis-Ergebnisse sind so eindeutig, dass ein sehr deutlicher Sieg der Tories sicher sein dürfte. Ob’s 60 oder 86 Sitze sind, spielt dabei keine Rolle. Für das Pfund ist das Ergebnis aus zweierlei Sicht positiv:

  1. Zwar hatten die Meinungsumfragen im Vorfeld einen Tory-Sieg prognostiziert. Aber wir haben alle in den letzten Jahren schmerzhaft erfahren, wie unzuverlässig britische Meinungsumfragen sind. Im Markt bestand bis zur Verkündung der Exit-Polls (die weitaus verlässlicher sind als Meinungsumfragen vor der Wahl) erhebliche Sorge, die Umfragen könnten sich mal wieder als falsch erweisen und es käme doch zu einem “Hung Parliament” (d.h. keiner Mehrheit) oder einem noch GBP-schädlicheren Ausgang. Diese Unsicherheit ist weg. Der Tory-Sieg kann nun erst vollständig in die GBP-Wechselkurse eingepreist werden.
  2. Dass der Tory-Sieg so überraschend deutlich ausfiel, ist ein zusätzliches positives Signal für das Pfund. Premierminister Boris Johnson kann mit einer üppigen Mehrheit regieren. Er ist nicht Getriebener der unterschiedlichen Strömungen in seiner Fraktion, muss nicht einzelne Austritte fürchten, die ihm gleich die Mehrheit kosten würden. Das könnte im Idealfall dazu führen, dass er in Zukunft souveräner agiert. Johnson ist – das vergessen Viele, die nur seinen Bus mit der NHS-Lüge in Erinnerung haben – kein ideologisch gefestigter Brexiteer. Dass er sich bislang so gab, dürfte vor allem daran liegen, dass das seine einzige Möglichkeit war, die Kontrolle über Partei und Fraktion zu erlangen. Sollte seine neue deutliche Mehrheit diesen Druck von ihm nehmen, könnte er praktikabler agieren. Eine Verlängerung der kurzen Übergangsfrist (in deren Spanne kaum ein vernünftiges Handelsabkommen zu erstellen ist) könnte ihm leichter fallen; er könnte nachgiebiger sein bei Details des Handelsabkommens. Ist das sicher? Keinesfalls. Vielleicht ist solch ein Szenario sogar nicht einmal wahrscheinlich. Das überlasse ich den Fachleuten. Aber es ist möglich. Und muss damit mit einer positiven Wahrscheinlichkeit in den GBP-Kursen berücksichtigt werden.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XL6 Long EUR/GBP Faktor: 10
CU54Y5 Short EUR/GBP Faktor: -10
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EUR: Die nette Madame Lagarde

So viel ist los, dass die erste Pressekonferenz der neuen EZB-Chefin Christine Lagarde kaum noch erwähnenswert ist. Was freilich auch daran liegt, dass zwar jedermann sehen konnte, dass unsere neue Zentralbank-Chefin nett ist, “nett” am Devisenmarkt aber leider kein relevantes Kriterium ist. Viel Neues wollte Madame Lagarde freilich nicht sagen. Ihre Konjunktureinschätzung klang ein wenig optimistischer als das, was wir zuletzt auf EZB-Pressekonferenzen zu hören bekamen. Aber dieser Unterschied ist so marginal, dass er vor den viel wichtigeren Fragen verblasst: wie sehr die EZB die Nebenwirkungen ihrer ultra-expansiven Geldpolitik berücksichtigt und was der Strategie-Review bringt.

Zu den Nebenwirkungen äußerte sich die EZB-Chefin zwar in einer Art und Weise, die durchaus EUR-positiv interpretiert werden kann (zumindest wenn die Rezessions-Sorgen nicht wieder aufflammen): dass die EZB diese nicht länger in ideologischer Verbohrtheit ignoriert, sondern einen deutlich offeneren Diskurs pflegen wird, der berechtigte Hinweise auf Nebenwirkungen nicht von vornherein abweist. Nur hatte Lagarde ähnliches schon früher geäußert. Das war keine FX-relevante Neuigkeit mehr. Warum sonst würde EUR-USD über 1,11 handeln und nicht unter 1,09?

Zur Strategie-Überprüfung konnte Lagarde nichts sagen. Die beginnt ja erst im Januar. An sich ist ihr Schweigen an dieser Stelle allerdings ein EUR-positives Signal. Lagarde schafft – im Gegensatz zu ihrem Vorgänger – nicht Fakten, indem sie Dinge verkündet, bevor sie beschlossen sind. Sie scheint den offenen Diskurs ernst zu meinen. Vielleicht ist “nett” ja doch ein FX-relevantes Kriterium…

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WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XLR Long EUR/USD Faktor: 5
CU54YQ Short EUR/USD Faktor: -5
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CNY: Schlaflose Nächte

Ich habe mir schon oft vorgenommen, Trumps Tweets am Abend nicht zu lesen, weil ich sonst nicht gut schlafen kann. Gestern konnte ich es mir aber nicht verkneifen. Ich las seinen Tweet und konnte wieder einmal nicht gut schlafen. Am Morgen, als ich mich im Bürosystem anmeldete, sah ich, dass mein Chef in Europa noch immer online war. Er hatte überhaupt nicht geschlafen, weil er die Wahlergebnisse in Großbritannien abgewartet hatte.
Jeder wurde wohl durch all diese Schlagzeilen gequält, und insbesondere für Analysten ist es fast unmöglich, eine solide Prognose zu formulieren. Mit meiner Prognose für das Handelsabkommen lag ich wieder einmal falsch. Ich war davon ausgegangen, dass eine Verschiebung der Zölle für den 15. Dezember am wahrscheinlichsten wäre. Der sogenannte Phase-1-Deal geht nun aber anscheinend auf mehr Themen ein, so auch auf eine potenzielle Verringerung von bestehenden Zöllen. Für den Markt ist dies sicherlich eine positive Überraschung. Die vergangene Erfahrung lässt mich aber auch davon ausgehen, dass die Euphorie nicht lange anhalten dürfte. Andererseits besteht jedoch auch kein Grund zur Panik.

Ich werde den CNY-Wechselkurs ab jetzt wieder aus fundamentaler Sicht analysieren. Eine grundsätzliche Einigung im Konflikt zwischen den USA und China kann ich nicht erkennen. Ebenso wenig erwarte ich für China hervorragende Wachstumsaussichten. Somit dürfte die Freude über das Handelsabkommen nicht von Dauer sein. Man kann sagen, dass das Glas halb voll ist, gleichzeitig ist es aber auch halb leer.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU9PUB Call EUR/CNH Hebel: 4,8
CU8H2V Put EUR/CNH Hebel: 4,4
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