Rohstoffe

USA drehen weiter an der Sanktionsschraube

Energie: Brentöl handelt knapp unter der Marke von 80 USD je Barrel. Ein Rücksetzer gestern auf gut 78 USD wurde von vielen Marktteilnehmern als Kaufgelegenheit erachtet und erwies sich daher als kurzlebig. Die Nachrichtenlage spricht weiter für steigende Ölpreise. In Venezuela hat Präsident Maduro am Sonntag die Präsidentschaftswahlen gewonnen, die von der Opposition und international als Farce bezeichnet wurden. Die USA haben bereits weitere Sanktionen gegen das südamerikanische Land angekündigt, die auch den Ölsektor betreffen könnten. In der Folge würde sich der Rückgang der venezolanischen Ölproduktion beschleunigt fortsetzen. Bereits jetzt liegt die tägliche Fördermenge nur noch bei 1,4 Mio. Barrel. Das sind knapp 650 Tsd. Barrel pro Tag weniger als vor Jahresfrist und fast 600 Tsd Barrel pro Tag weniger als laut Kürzungsabkommen vorgesehen. Venezuela hat damit maßgeblich zur Angebotsverknappung am Ölmarkt beigetragen, zumal diese Ausfälle bislang nicht von anderen OPEC-Ländern ausgeglichen wurden. Nun drohen noch zusätzliche Lieferausfälle aus dem Iran. US-Außenminister Pompeo hat bei einer Rede gestern den Ton gegenüber dem Iran noch einmal deutlich verschärft und die „stärksten Sanktionen der Geschichte“ angekündigt. Um diese abzuwenden, müsste der Iran u.a. die Urananreicherung beenden, was sogar über das im Atomabkommen vorgesehene Ausmaß hinausgeht, und sich aus Syrien zurückziehen. Es ist kaum vorstellbar, dass der Iran diesen Forderungen nachkommt. Aufgrund der von den USA angedrohten sekundären Sanktionen dürften sich weitere Unternehmen aus dem Handel mit dem Iran zurückziehen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CV55QJ Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold steht weiter unter Druck und ist gestern zeitweise auf ein 5-Monatstief von gut 1.280 USD je Feinunze abgerutscht. Grund hierfür war in erster Linie der feste US-Dollar, der auf handelsgewichteter Basis auf ein 5-Monatshoch gestiegen war. Entsprechend fiel die Preisbewegung von Gold in Euro gerechnet etwas verhaltener aus. Es notiert allerdings weiter unter 1.100 EUR je Feinunze. Gold schlägt derzeit viel Wind entgegen: Die spekulativen Finanzinvestoren ziehen sich schon seit Wochen stark zurück und haben ihre Netto-Long-Positionen laut CFTC-Statistik jüngst auf nur noch 19 Tsd. Kontrakte reduziert. Dies ist der niedrigste Wert seit Anfang 2016. Vor vier Wochen lagen die Netto-Long-Positionen noch bei über 130 Tsd. Kontrakten. Daneben haben die ETF-Investoren Bestände verkauft. Allein gestern sind aus den ETFs 4,4 Tonnen abgeflossen. Entgegen unseren Erwartungen hat der niedrigere Goldpreis bislang kaum Käufer angelockt. So wird zum Beispiel Gold in Indien zum Weltmarkt mit dem höchsten Abschlag seit zwei Monaten gehandelt (bis zu 4 USD je Feinunze laut Angaben von lokalen Händlern). Aufgrund des in den letzten Monaten deutlich gestiegenen Goldpreises in Indien halten sich dort die Käufer offenbar jetzt zurück. Zum Anstieg des Goldpreises dort hat unter anderem die Abwertung der Indischen Rupie beigetragen. Der Verfall der Türkischen Lira könnte auch in der Türkei zu Kaufzurückhaltung führen. Gold in Türkischer Lira gerechnet notiert jedenfalls auf Rekordhoch. Die Regierungsbildung in Italien hat Gold bislang noch keinen Auftrieb gegeben, obwohl die designierte neue Regierung auf Konfrontationskurs zur EU ist.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2X Faktor Long Gold-Future Faktor: 6
CD5B34 Faktor Short Gold-Future Faktor: -6

Industriemetalle: Die globale Aluminiumproduktion ist gemäß Daten des International Aluminium Institute (IAI) im April im Vergleich zum Vorjahr um 1,1% auf 5,256 Mio. Tonnen (175,2 Tsd. Tonnen pro Tag) gefallen. Grund hierfür war in erster Linie ein Produktionsrückgang in China. Im Vergleich zum Vormonat wurde auf Tagesbasis aber etwas mehr Aluminium hergestellt. Ein deutlicher Produktionsrückgang in Russland wegen der US-Sanktionen gegen Rusal lässt sich aus der Statistik für April noch nicht erkennen. Im April hat die Region Ost- und Zentraleuropa, zu der das IAI Russland zählt, zwar 3% weniger Aluminium als im Vormonat produziert, aber 2% mehr als im Vorjahr. Laut Aussagen des Chefs der russischen Eisenbahn hat sich der Rückgang der Aluminiumexporte von Rusal im Mai bislang verlangsamt.
Die verschiedenen Metallmärkte waren gemäß Daten der International Study Groups in den ersten Monaten des Jahres unterschiedlich gut versorgt. Während es im ersten Quartal Daten der ILZSG zufolge am globalen Zinkmarkt einen Angebotsüberschuss von 25 Tsd. Tonnen gab, wies der globale Bleimarkt ein Angebotsdefizit von 37 Tsd. Tonnen auf. Auch am weltweiten Nickelmarkt blieb das Angebot gemäß Daten der INSG im ersten Quartal mit 39 Tsd. Tonnen hinter der Nachfrage zurück. Der weltweite Kupfermarkt war in den ersten beiden Monaten des Jahres wiederum ausgeglichen, wie die ICSG mitteilte.

Rechtline Hinweise: Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise


Bitte beachten Sie zusätzlich den wichtigen Hinweis zu allen abgebildeten Charts und Kursverläufen: Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.