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DAX, MDAX, SDAX sind in der Baisse - Wie gehts weiter?

Aus technischer Sicht befindet sich ein Standardwerteindex – nachdem er zuvor eine Hausse durchlaufen hat – in einer (Zwischen-)Baisse, wenn der Index vom vor-herigen (Allzeit-)Hoch mehr als 20,0% zurückfällt. Da der DAX bisher (von 13596,89 auf 10279,33) um ca. 24,4%, der MDAX um 23,1% und der SDAX um 27,3% gefallen sind, befinden sich die drei Aktienindizes jeweils in einer technischen Baisse. Damit gibt es für den DAX und seine Vorläuferindizes seit 1959 insgesamt 14 Bären-märkte. Diese kann man z.B. in die zwei Gruppen „Baissen in Kombination mit und ohne eine (Wirtschafts-)Rezession in Deutschland“ unterteilen. Hierbei zeigt sich, dass die Bärenmärkte mit einer Rezession ausgeprägter sind und länger andauern. Demgegenüber haben Bärenmärkte ohne Rezession bisher im Durchschnitt 444 Kalendertage (gemessen vom vorherigen Top bis zum späteren Baisse-Low) und damit ungefähr 1,2 Jahre gedauert. Für den Fall, dass es in Deutschland nicht zu einer Rezession kommt, bleibt festzuhalten, dass die aktuelle DAX-Baisse zumindest mit Blick auf die zeitliche Ausdehnung bereits gut vorangekommen ist.

DAX: In der technischen Bodensuche

Der DAX startete im März 2009 bei 3589 Punkten eine Aufwärtsbewegung, die sich im Laufe der Jahre zu einem technischen Hausse-Zyklus und mit einem Gesamtzuwachs von 278,8% ausgeweitet hat. Hierbei hatte sich über die Zwischenlows bei 4965 im September 2011 und bei 8700 im Februar 2016 ein zentraler, fast 10-jähriger Hausse-Trend ergeben, der im Oktober 2018 bei ca. 11800 Punkten lag. Ab Mitte 2017 etablierte der DAX eine mittelfristige Seitwärtspendelbewegung oberhalb der Support-Zone um 11700 / 11800. Diese Seitwärtspendelbewegung hat im Laufe der Monate die Form einer Kopf-Schulter-Verkaufsformation – einer technischen Umkehrformation – angenommen. Im Oktober 2018 ist der DAX aus dieser Top-Formation mit einem übergeordneten Verkaufssignal durch die Nackenlinie (11700 / 11800) gefallen und hat gleichzeitig den mehrjährigen Hausse-Zyklustrend beendet. Nach knapp 10 Jahren Hausse-Zyklus ist der DAX bestenfalls in eine übergeordnete Seitwärtspendelbewegung hineingelaufen, die mit dieser (Zwischen-)Baisse gestartet ist. Diese Baisse ist mit Blick auf die zeitliche Ausdehnung gut vorangekommen, mit Blick auf die räumliche Ausdehnung ist der DAX jetzt an die breite Support-Zone aus den Jahren 2014 bis 2016 von ca. 8800 bis 10100 herangelaufen. Auch mit dem Rückenwind der attraktiven Dividendenrendite (Dividendensaison im 2. Quartal 2019) sollte es nicht überraschen, wenn der DAX im 1 Halbjahr 2019 an bzw. leicht in dieser Zone bereits in technische Bodenformation hineinläuft.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKNTypBasiswertMerkmale
CJ7R00LongDAX FutureFaktor: 5
CJ2621ShortDAX FutureFaktor: -5

MDAX: (Zwischen-)Baisse beendet den Bilderbuch-Haussetrend

Der MDAX hat ebenfalls im März 2009 (bei ca. 4120) seinen Hausse-Zyklus gestartet, der mit einem Zugewinn von fast 570% bis auf 27526 führte. Hierbei sorgte ab 2012 (Kurse um 10960) ein Wechselspiel von Investment-Kaufsignalen, mittelfristigen Aufwärtstrends und Konsolidierungen/Korrekturen für einen idealtypischen Hausse-Trend, der im Oktober 2018 bei 25000 lag. Seit Ende 2017 war der MDAX unterhalb des Resistance um 27600 in eine Konsolidierung (Form eines Aufwärtsdreiecks) hineingelaufen. Auch wenn diese Konsolidierung zunächst einen trendbestätigenden Charakter (nach oben) aufwies, fiel der MDAX im Oktober 2018 mit einem übergeordneten Verkaufssignal nach unten heraus. Direkt im Anschluss wurde auch der vorherige, sechsjährige Hausse-Trend beendet. Beim MDAX, der durch die Index-Reform im September 2018 und die Aufnahme von Technologie-Titeln eine leicht veränderte, technische Sensitivität aufweist, deutet sich für das 1 Halbjahr 2019 an bzw. in der langfristigen Support-Zone von 18550 bis 21680 (stammt aus 2015 bis 2017) zumindest eine mittelfristige Stabilisierung an.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKNTypBasiswertMerkmale
CJ28FYLongMDAX FutureFaktor: 5
CJ28FRShortMDAX FutureFaktor: -5

SDAX: Relative Schwäche im Index-Vergleich

Beim SDAX, der seinen Hausse-Zyklus im März 2009 bei 2149 startete und sein Top im Juni 2018 bei 12749 (Zugewinn von 493 Prozent) erreichte, ergab sich ab Oktober 2011 ein idealtypischer, siebenjähriger Hausse-Trend. Dieser lag im 4. Quartal 2018 bei ca. 10700. Auch der SDAX war ab dem 2. Halbjahr 2017 in eine Seitwärtspendelbewegung (technischer Charakter eines Aufwärtsdrecks) hineingelaufen. Im Oktober 2018 war der Index mit einem Verkaufssignal aus der Konsolidierung herausgefallen. Der neue, kurzfristige Abwärtstrend hat den SDAX sowohl aus dem zentralen Hausse-Trend herausgeführt als auch in eine (Zwischen-)-Baisse gedrückt. Da sich die Struktur und die Sensitivität des SDAX durch die Index-Reform im September 2018 deutlich geändert hat, hat der Index jetzt eine mittelfristige relative Schwäche gegenüber DAX / MDAX etabliert. Diese sollte auch erhalten bleiben, wenn der Index in den kommenden Wochen an bzw. oberhalb des langfristigen Supports (9180 bis 9200) in eine Stabilisierung / Bodenformation hineinläuft.

Produktidee: ETF

WKNTypBasiswertMerkmale
ETF005ETFSDAXvollreplizierend

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