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DAX, MDAX, SDAX machen ihr Ding - Die Auswahlindizes bleiben auf getrennten Wegen

In den letzten Jahren während der laufenden Aktienhausse in Europa und Deutschland verzeichneten die mittelgroßen Aktien eine wesentlich bessere Kurs-entwicklung als die Standardwerte. Dies zeigt sich exemplarisch am deutschen Aktienmarkt, wo MDAX und SDAX eindeutig die technische Führungsrolle gegen-über dem DAX innehatten. Durch die Aufnahme der Technologie-Aktien in MDAX 60 und SDAX 70 bieten sich bei diesen Aktienindizes aus technischer Sicht aber nicht nur Chancen, weil auch die Bewertung der beiden Indizes (z.B. auf Basis des Kurs-Gewinn-Verhältnisses) durch die zum Teil sportlich bewerteten Technologie-Titel weiter ansteigt. Die technische Gesamtlage signalisiert, dass DAX, MDAX und SDAX mit Blick auf ihre mittelfristige Aufwärtsdynamik auch weiterhin auf ge-trennten Wegen unterwegs sein werden. Jedoch besteht aktuell eine gute Chance, dass jetzt dem DAX, der bisher nur leicht angeschlagen durch das Jahr 2018 ge-kommen ist, die technische Führungsrolle zufallen kann.

DAX: In der mittelfristigen Seitwärtspendelbewegung

Der DAX befindet sich seit März 2009 (Start bei 3589) in einem technischen Hausse-Zyklus (zentraler Hausse-Trend bei ungefähr 11700). Dieser hat in seinem Allzeithoch bei 13596 einen Anstieg von ungefähr 278% eingebracht, aber auch beim aktuellen Kursniveau liegt noch ein Zuwachs von etwa 244% vor. Ausgehend vom Kurstief bei 8700 im Februar 2016 startete der DAX eine Bilderbuch-Hausse, welche den Index im Januar 2018 bis auf Allzeithochs um 13600 (neue Widerstandszone) und nach einem Kursanstieg von fast 5000 Punkten in eine mittelfristig überkaufte Lage führte. Mit dem Jahreswechsel 2017/2018 ging der Index oberhalb der Unterstützungszone bei 12700 bereits in ein Trading-Doppeltop über. Ende Januar 2018 ist der DAX dann mit einem Gewinn-mitnahmesignal aus diesem „Trading-W“ sowie aus dem fast zweijährigen Aufwärtstrend herausgefallen und bis unter die 200-Tage-Linie gerutscht. Als Konsequenz steckt der DAX seitdem zunächst in einer Korrektur auf den Kursgewinn seit Februar 2016. Darüber hinaus hat die gesamte Kursentwicklung seit Mitte 2017 mit der Support-Zone von 11700 bis 11800 auf den ersten Blick den charttechnischen Charakter einer „Kopf-Schulter“-Verkaufsformation (linke Schulter: Juni 2017 bei 12950; Kopf: Jahreswechsel 2017/2018 bei 13600; rechte Schulter: Mai/Juni 2018 bei 13200; Nackenlinie bei 11700). Diese negative Chartformation würde aber erst vorliegen, wenn der DAX durch die Zone von 11700 bis 11800 rutscht. Tritt dies ein, wäre eine defensive technische Haltung sinnvoll. Berücksichtigt man aber alle technischen Aspekte (z.B. Lage an den führenden Weltaktienmärkten, Marktbreite bei den DAX-Titeln etc.), deutet sich beim DAX für das vierte Quartal 2018 ein anderer Kursverlauf an. Der Index, der auf Basis der aktuellen Schätzungen für 2019 eine Brutto-Dividendenrendite von 3,4% aufweist (im Gegensatz zu zweijährigen Bundesanleihen mit minus 0,53%), bewegt sich seit Januar 2018 und Kursen um 13600 – innerhalb seiner technischen Korrektur – in einem Abwärtstrend (Abwärtstrendlinie bei 12900) und seit Mai 2018 in einem weiteren, kurzfristigen Abwärtstrend (Abwärtstrendlinie bei 12450). Durch den Test der Unterstützungszone von 11700 bis 11800 war eine mittelfristig überverkaufte Lage entstanden. Deshalb darf es nicht verwundern, wenn der DAX, in dem zurzeit ungefähr €963 Mrd. Free-Float-Marktkapitalisierung gebunden sind (entspricht ungefähr 70,7% am aktuell 323 Titel umfassenden Prime Standard Segment der Deutschen Börse), in den kommenden Wochen diese beiden Abwärtstrends angeht und sich in Richtung 13000 vorarbeitet.

Produktidee: Unlimited Turbo-Optionsscheine

WKNTypBasiswertMerkmale
CJ16FNCall DAX 30Hebel: 9,0
CV7X4JPutDAX 30Hebel: 9,2

MDAX: Zentraler Hausse-Trend bei 25000

Der neue MDAX 60, ein Performance-Index, bei dem die Dividendenzahlungen der Unterneh-men anteilig in Kurssteigerungen des Index umgerechnet werden, ist von der Kursreihe her an den alten MDAX (50) angebunden. Zurzeit bindet der MDAX 60 ungefähr €295 Mrd. Free-Float-Marktkapitalisierung (in ungekappter Berechnung), was einen Anteil von 21,6% am Prime Standard Segment ausmacht. Im MDAX 60 sind jetzt 13 Technologie-Aktien enthalten. Diese machen zurzeit einen Anteil von 17,7% des MDAX 60 aus. Dieser Index weist auf Basis der aktuellen Daten für 2018 ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19,3 auf, wobei sich für 2018 eine Brutto-Dividendenrendite von ungefähr 2,4% ergibt. Der MDAX startete seinen Hausse-Zyklus im März 2009 bei 4119, so dass bisher insgesamt ein Zugewinn von 528% entstanden ist. Seit 2012 liegt eine idealtypische Hausse-Bewegung mit Investment-Kaufsignalen, Aufwärtstrends und Konsolidierungen mit einem zentralen Hausse-Trend (zurzeit bei 25000) vor. Seit dem Jahreswechsel 2017/2018 befindet sich der Index unter der gestaffelten Resistance-Zone von 27400 bis 27630 in einer Seitwärtspendelbewegung, einer mittelfristigen Konsolidierung mit einem trendbestätigenden Charakter nach oben. Im vierten Quartal 2018 sollte der MDAX 60 einen freundlichen Grundton herausbilden. Die technischen Hinweise, dass der MDAX, der aktuell nur wie der DAX läuft, diese mittelfristige Konsolidierung bereits nach oben (bedeutet Sprung über 27630) verlässt, fehlen zurzeit allerdings noch.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKNTypBasiswertMerkmale
CD91TTLongMDAX Future Dec 2018Faktor: 4
CD91TUShortMDAX Future Dec 2018Faktor: -4

SDAX: Aktuell mit relativer Schwäche

Der SDAX 70 ist ebenfalls ein Performance-Index und an die alte Kursreihe des SDAX 50 angebunden. Der SDAX 70 umfasst zurzeit ungefähr €61 Mrd. Free-Float-Marktkapitalisierung, was einen Anteil von ungefähr 4,7% am Prime Standard Segment darstellt. Im SDAX 70 sind 15 Technologie-Titel enthalten, die einen Anteil von 25,3% am neuen Index ausmachen. Mit Blick auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2018 ergeben die aktuellen Daten einen Wert von 16,1, wobei sich – wieder für 2018 – eine Brutto-Dividendenrendite von ungefähr 2,2% andeutet. Der SDAX startete seinen Hausse-Zyklus im März 2009 bei 2149, so dass bisher ein Gesamt-anstieg von über 454% vorliegt. Innerhalb des zentralen Hausse-Trends, der im November 2011 bei 4160 startete und zurzeit bei 10000 liegt, ergab sich ab Februar 2016 (Ausgangpunkt war das Kursniveau um 7500) ein beschleunigter Hausse-Trend mit einem Kursanstieg bis auf 12640. Diesen beschleunigten Trend hat der SDAX zuletzt zur Seite verlassen, so dass der Index insgesamt seit dem Jahreswechsel in einer Seitwärtspendelbewegung unterhalb der Resistance-Zone um 12640 festhängt. Der SDAX hat zuletzt sogar eine moderate relative Schwäche gegenüber dem DAX geliefert. Zwar hat die seit zehn Monaten bestehende Konsolidierung bisher einen trendbestätigenden Charakter nach oben, jedoch fehlen mit Blick das vierte Quartal 2018 die technischen Hinweise, dass sowohl diese Konsolidierung (nach oben) als auch die mittelfristige relative Schwäche gegenüber dem DAX verlassen wird.

Produktidee: ETF

WKNTypBasiswertMerkmale
ETF005ETFSDAXvollreplizierend

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