Rohstoffe

Umfeld für Gold zuletzt verbessert

Energie: Die gestrigen DOE-Lagerdaten haben dem Ölpreis, der schon vor der Bekanntgabe im Aufwind war, weiteren Auftrieb gegeben, wobei Brent binnen weniger Stunden um knapp 2 USD auf über 58 USD je Barrel gestiegen war. Zwar war der Rückgang der Rohöllagerbestände um rund 500 Tsd. Barrel geringer als erwartet. Das API hatte am Dienstag aber einen Anstieg um 3,5 Mio. Barrel berichtet. Viel wichtiger war der massive Abbau der Destillatebestände um 4,2 Mio. Barrel, was vor allem auf eine starke implizite Nachfrage zurückzuführen war. Diese lag erstmals bei über 6,1 Mio. Barrel täglich. Zum Vergleich lag der vorherige Rekord vom November 2013 bei 5,87 Mio. Barrel. Doch die positive Stimmung am Ölmarkt hat nicht lange gehalten, wobei die Rückkehr der Risikoaversion an den Aktienmärkten auch die Ölpreise in die Nähe der Jahrestiefs geschickt hat. Nicht einmal die Beschwichtungen des saudischen Ölministers al-Falih, dass die globalen Bestände bis Ende Q1 2019 abgebaut und die Ölproduzenten im April die Kürzungen verlängern werden, konnten den Preisrutsch verhindern.
Die CO2-Preise verabschieden sich stark aus dem Jahr und notieren mit 24,5 EUR je Tonne knapp unter ihrem Jahreshoch. Vor allem die Tatsache, dass der Kontraktwechsel und das Auslaufen von Optionen nicht wie befürchtet zu großen Abverkäufen geführt haben, scheint Käufer in den Markt zu locken. Rückenwind gibt wohl die Bestätigung der EU-Kommission, dass Großbritannien vorerst keine Emissionsrechte mehr vergeben darf. Auf den ersten Blick bedeutet das weniger Angebot am Markt. Wir warnen jedoch vor vorschneller Euphorie.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Die US-Notenbank Fed hat gestern wie von uns erwartet die Zinsen ein weiteres Mal angehoben. Für das nächste Jahr wird sie angesichts der globalen Wachstumsabschwächung und der erhöhten Finanzmarktvolatilität aber etwas vorsichtiger: Die FOMC-Mitglieder haben ihre Zinserhöhungserwartungen für 2019 von drei auf zwei Schritte reduziert. Viele Marktteilnehmer halten die Sichtweise der Fed aber offenbar noch für zu optimistisch, denn die US-Aktienmärkte kamen aus Angst vor einer zu starken Straffung der Geldpolitik unter Druck und die Anleiherenditen fielen. Auf den Goldpreis hatte die Fed-Sitzung dagegen zunächst so gut wie keine Auswirkungen. Gold stieg zwar schon gestern Nachmittag im Zuge eines schwächeren US-Dollar auf ein 5-Monatshoch von fast 1.260 USD je Feinunze. Bis zum Handelsende hat es aber sämtliche Gewinne wieder abgegeben, da der US-Dollar seine Verluste wieder aufholte. Dennoch hat sich unseres Erachtens die Situation für Gold zuletzt verbessert. Heute Morgen nimmt Gold einen weiteren Anlauf, die charttechnisch wichtige 200-Tage-Linie zu überwinden. Das charttechnische Bild hat sich also aufgehellt, ebenso zieht die Goldnachfrage wieder an. Dies sieht man nicht nur an den seit zwei Wochen kontinuierlichen ETF-Zuflüssen. Wie die Schweizer Zollbehörde heute Morgen berichtete, hat die Schweiz im November wieder deutlich mehr Gold exportiert, vor allem nach Asien. So haben sich die Goldausfuhren nach Indien im Vergleich zum Vormonat fast verdreifacht, die nach China und Hongkong sind um knapp 60% gestiegen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2W Long Gold-Future Faktor: 4
CD5B33 Short Gold-Future Faktor: -4

Industriemetalle: Der Aluminiumpreis ist gestern auf nur noch gut 1.900 USD je Tonne und damit den tiefsten Stand seit Anfang August 2017 gefallen. Das US-Finanzministerium hat letzte Nacht angekündigt, die Sanktionen gegen den größten russischen Aluminiumproduzenten, Rusal, aufzuheben. Denn der russische Milliardär Deripaska, der Rusal bislang über ein Anlagevehikel kontrolliert hat, gibt wie von den USA gefordert einen großen Teil seiner Anteile ab und verzichtet zusätzlich auf einige Stimmrechte. Die Sanktionen sollen laut Mitteilung des US-Finanzministeriums in 30 Tagen aufgehoben werden, sofern der US-Kongress dieses Vorhaben nicht blockt. Die Londoner Metallbörse hat daraufhin bekannt gegeben, dass sie ihre Restriktionen gegen Rusal ebenfalls aufhebt, sobald die US-Sanktionen nicht mehr in Kraft sind. Dann kann wieder uneingeschränkt mit dem Material von Rusal gehandelt werden und die Kontrakte mit diesem hinterlegt werden. Die USA hatten die Sanktionen Anfang April verhängt, um Russland u.a. für seine Einmischung in die letzten Präsidentschaftswahlen und dessen Aktionen auf der Krim zu bestrafen. Sie hatten damit zwischenzeitlich starke Verwerfungen am Aluminiummarkt ausgelöst. Mit der angekündigten Aufhebung der Sanktionen steht dem Markt wieder mehr Material zur Verfügung. Die spricht gegen nachhaltig höhere Aluminiumpreise. Wegen der zuletzt schon spürbar gefallenen Preise treffen sich morgen die wichtigsten chinesischen Aluminiumhersteller, um über gemeinsame Produktionskürzungen zu beraten.

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