Marktüberblick

DAX: 13000 Punkte weiterhin im Visier!

Am deutschen Aktienmarkt überwogen am Dienstag die negativen Vorzeichen. Ein schwacher Euro konnte angesichts deutlich anziehender Anleiherenditen keine Schützenhilfe leisten. Im Blick stand eine Fülle von Quartalsberichten. Der DAX verabschiedete sich mit einem kleinen Abschlag von 0,05 Prozent bei 12.970 Punkten aus dem Handel. Bei MDAX und TecDAX betrug das Minus 0,27 beziehungsweise 0,03 Prozent. Unter den 110 größten Werten gab es 52 Gewinner (48%) und 57 Verlierer. Das Abwärtsvolumen betrug 59 Prozent. Das Volumen im DAX lag bei 109,9 Millionen Aktien (Vortag: 79,6) im Wert von 3,97 Milliarden EUR (10-Tages-Durchschnitt: 3,81). Stärkste Sektoren waren Versicherungen (+1,01%), Chemie (+0,60%) und Versorger (+0,55%). Am deutlichsten verloren Rohstoffwerte (-2,12%), Einzelhandel (-1,01%) und Software (-0,90%). Die Aktie der Commerzbank setzte sich nach der Vorlage der Quartalszahlen an die DAX-Spitze mit einem Plus von 3,86 Prozent. Volkswagen und RWE notierten 1,28 und 1,20 Prozent fester. ThyssenKrupp verlor als Schlusslicht in Reaktion auf die Geschäftszahlen 6,45 Prozent. Merck büßte ebenfalls nach Zahlen 6,27 Prozent ein. Bei beiden Werten bemängelten Beobachter den Ausblick. Deutsche Bank fiel nach einem negativen Analystenkommentar um 1,65 Prozent. Nordex sprang an der Spitze des TecDAX um 9,41 Prozent nach oben. Trotz eines deutlichen Umsatz- und Gewinnrückgangs im ersten Quartal hielt der Windturbinenhersteller an seinen Jahreszielen fest.

An der Wall Street schloss der Dow Jones Industrial 0,77 Prozent tiefer bei 24.706 Punkten. Für den Nasdaq 100 ging es um 1,08 Prozent abwärts auf 6.889 Zähler. 62 Prozent der Werte an der NYSE endeten im Minus. Das Abwärtsvolumen betrug 58 Prozent. 69 neuen 52-Wochen-Hochs standen 100 neue Tiefs gegenüber. Alle Sektoren mussten Verluste hinnehmen. Am deutlichsten verloren Immobilienwerte sowie Healthcare.

Am Devisenmarkt war der US-Dollar nach soliden Konjunkturdaten stark gesucht und wertete gegenüber allen anderen Hauptwährungen auf. Der Dollar-Index kletterte bis zum Ende des New Yorker Handels um 0,69 Prozent auf 93,22 Punkte. In der Spitze hatte er ein 5-Monats-Hoch bei 93,45 Punkten markiert. Der Euro präsentierte sich gegenüber fast allen anderen Majors schwächer. EUR/USD fiel um 0,67 Prozent auf 1,1846 USD. Mit dem Tagestief bei 1,1820 USD erreichte das Währungspaar das in der Vorwoche erreichte 5-Monats-Tief. Die türkische Lira markierte nach einem Interview mit Staatspräsident Tayyip Erdogan neue Allzeittiefs gegenüber Dollar und Euro und setzte damit ihren Kurssturz dynamisch fort. Erdogan deutete an, die Kontrolle über die Geldpolitik übernehmen zu wollen, um die Leitzinsen zu senken.

Der S&P GSCI Rohstoffindex stieg um 0,16 Prozent auf 487,50 Punkte. Brent-Öl notierte nach zwischenzeitlicher Markierung eines 4-Jahres-Hochs unverändert bei 78,23 USD. Der Preis für US-Erdgas sank um 0,25 Prozent auf 2,84 USD. Comex-Kupfer fiel um 1,07 Prozent auf 3,06 USD. Die Edelmetalle standen mit dem steigenden Dollar und anziehenden Anleiherenditen deutlich unter Druck. Gold gab um 1,98 Prozent auf ein Jahrestief bei 1.292 USD (1.091 EUR) und rutschte damit unter die untere Begrenzung einer mehrmonatigen Stauzone sowie unter die 200-Tage-Linie. Silber, Platin und Palladium gaben zwischen 1,84 und 2,10 Prozent nach.

Am Rentenmarkt setzten die Staatsanleihen vor allem im Nachmittagshandel ihren Kursrutsch fort. Die Renditen zogen entsprechend deutlich an. Händler verwiesen zur Begründung vor allem auf solide US-Konjunkturdaten und die Erwartung eines steileren Zinspfads seitens der Fed. Die Fed-Funds-Futures preisen mittlerweile drei weitere Leitzinsanhebungen im laufenden Jahr ein. Die am Vormittag festgestellte Umlaufrendite notierte zwei Basispunkte höher bei 0,43 Prozent. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg um drei Basispunkte auf 0,64 Prozent. Der Euro-Bund-Future schloss 0,27 Prozent tiefer bei 157,85 Punkten. Die Rendite zehnjähriger US-Treasury Notes haussierte um acht Basispunkte auf ein 7-Jahres-Hoch bei 3,08 Prozent.

Die asiatischen Aktienmärkte präsentierten sich heute früh ganz überwiegend von der schwachen Seite, wobei sich der Abgabedruck jedoch in Grenzen hielt. Belastend wirkten die wieder zunehmenden geopolitischen Risiken mit Blick auf Nordkorea sowie die kräftig steigenden Anleiherenditen. Der MSCI Asia Pacific Index fiel um 0,12 Prozent auf 174,48 Punkte. Das japanische BIP fiel im ersten Quartal um 0,6 Prozent. Die Konsensschätzung hatte auf einen Rückgang um lediglich 0,1 Prozent gelautet.

Mit Blick auf die Makroseite richtet sich der Fokus heute auf die Verbraucherpreise in der Eurozone sowie die Daten zur Industrieproduktion in den USA. Unternehmensseitig gibt es Geschäftszahlen unter anderem von Wirecard, Leoni, CropEnergies, Dürr, Ado Properties, Adler Real Estate, Patrizia Immobilien und Alstom. Nach US-Börsenschluss legt der Netzwerk-Riese Cisco Systems sein Zahlenwerk für das dritte Geschäftsquartal vor. Hauptversammlungen stehen an bei Deutsche Börse, ProSiebenSat.1 Media, Aixtron, Elringklinger, Symrise, Xing, Elmos Semiconductor, Klöckner & Co, PSI und MAN.

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