Währung

Das Zusammenspiel von Fiskal- und Geldpolitik in Europa und in den USA

Das Zusammenspiel von Fiskal- und Geldpolitik in Europa und in den USA

Für den Euro hatten wir in den letzten Wochen in extenso diskutiert, dass er durch die unangenehme Zwangslage belastet wird, in der die EZB steckt (und die in der Ökonomik als “fiskalische Dominanz” beschrieben wird). Die besteht darin, dass Europas Politik sich nicht in nennenswertem Umfang entschlossen hatte, die fiskalischen Lasten, die sich in Folge der Corona-Krise ergeben, gemeinsam (und damit: für alle Mitgliedsstaaten wirkungsvoll) zu meistern. Auch wenn der Vorschlag von französischem Präsident und deutscher Kanzlerin wahrscheinlich im politischen Hickhack verwässert wird, ist er in dieser Hinsicht zumindest marginal eine gute Nachricht für EUR-USD (egal, wie Sie, liebe Leser, ihn politisch bewerten). Denn die deutsche Seite gibt ihren Widerstand gegen eine gemeinschaftliche Lastenverteilung auf. Man mag diese Kehrtwende (ordnungs-) politisch für fragwürdig halten, für die Beurteilung aus Devisenmarkt-Sicht ist aber ein anderer Aspekt entscheidend: Ein wichtiger Player ist ins Lager derer gewechselt, die nicht mehr ausschließlich der EZB den schwarzen Peter zuschieben wollen. Diese Haltung hatte den Euro moderat belastet und hätte ihn noch weitaus deutlicher belasten können, wenn eine zweite Corona-Welle oder anderes realwirtschaftliches Ungemach wieder Risk-off-Stimmung erzeugt hätten. Klar, der Euro wird damit nicht “sicherer Hafen”, aber er ist ein wenig weniger empfindlich geworden.

Auf der anderen Seite des Atlantiks geht’s gerade – freilich auch nur marginal – in die entgegengesetzte Richtung. Dort ziert sich die Regierung, noch mehr als bislang auf die Ausgaben-Tube zu drücken. Genau das würde sich aber die Fed wünschen. Chair Jay Powell hatte das in den letzten Tagen unverblümt geäußert. Der Regierung und wachsenden Teilen der republikanischen Kongress-Mehrheit ist das aber offensichtlich nicht geheuer. Wären sie nicht mehr bereit, das fiskalische Füllhorn im Bedarfsfall weiter aufzudrehen, müsste in solch einem Szenario die Fed ran. Das heißt: Käme Ungemach, gäb’s USD-belastende Schritte der US-Notenbank. Nicht gerade das, was eine Safe-Haven-Währung ausmacht…

Nochmal: Das sind alles keine “game changer”, sondern nur marginale Verschiebungen des politischen Hintergrundes. Und daher wäre es vermessen, daraus ein Argument für einen Ausbruch des EUR-USD-Kurses aus der 1,0750/1,1000-Spanne abzuleiten. Zumal der Mangel an zinspolitischem Spielraum hüben wie drüben eh spektakuläre Wechselkurs-Schwünge unwahrscheinlich macht. Jedoch interpretiere ich die Tatsache, dass EUR-USD wieder im oberen Bereich dieser Range handelt, nicht nur als Effekt von Risk-On-Stimmung, sondern auch als Reflektion der Tatsache, dass die US-Währung der europäischen nicht mehr ganz so haushoch als sicherer Hafen überlegen ist.

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Interventions-Hickhack

EUR-CHF hat sich im Bereich um und über 1,06 festgesetzt. In der SNB werden Einige aufatmen. Denn mehr und mehr war die 1,05 als neue de-facto-Untergrenze für den Wechselkurs wahrgenommen worden. Dass Direktoriumsmitglied Andrea Maechler erst jüngst heftig abgestritten hatte, dass diese Marke Relevanz hat, heißt wenig. Wenn der Markt eine Marke als relevante Grenze annimmt, ist sie das. Da kann sich die SNB so sehr wehren wie sie will. Ein Durchbrechen hätte heftige weitere CHF-Käufe ausgelöst.

Ist jetzt alles wieder gut? Erstmal ja. Dabei spielt’s keine Rolle, ob die Bewegung in den 1,06-Bereich allein vom Markt ausgelöst worden war oder ob die SNB mittels Interventionen nachgeholfen hat. Die Tatsache, dass sich der Wechselkurs hier hält, wäre auch bei initial “künstlicher” EUR-CHF-Stärke wie wichtige Nachricht. Die Lehre aus der Erfahrung der letzten Wochen ist aber, dass sich eine angeblich flexible Interventions-Strategie sehr leicht festfahren kann. Am einfachsten sind klar kommunizierte “Linien im Sand”. Ohne die ist und bleibt FX-Intervention ein Hickhack. Nur funktioniert die halt nur, wenn sie glaubhaft verteidigt wird. Die notwendige Glaubwürdigkeit hat die SNB aber schon vor Jahren verspielt.

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HUF: QE-Käufe könnten Höchststand erreicht haben

Jüngste Daten deuten an, dass die ungarische Zentralbank (MNB) ihre quantitativen Lockerungskäufe bereits leicht verringert, weil aus Deutschland und Europa bessere Nachrichten einzutreffen beginnen und sich Ungarn selbst darauf vorbereitet, den Lockdown zu entspannen. Die Daten zeigen, dass die Gesamtkäufe an Staatspapieren, einschließlich Käufen ohne Auktionen, seit Anfang Mai den Stand von 134 Mrd. HUF erreicht haben. Gestern kaufte die MNB Staatsanleihen im Wert von 15 Mrd. HUF, was gegenüber der Vorwoche eine Verlangsamung darstellt. Der Forint wertete in den letzten Tagen auf, weil der Markt bereits bemerkte, dass die MNB ihren Expansionsgrad wegen der besseren Meldungen aus der Region leicht verringert hat. Wir erwarten, dass EUR-HUF bis zum Jahresende deutlich unter dem aktuellen Niveau von 350,00 notieren wird.

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CNY: Leichte Hoffnungsschimmer

Larry Kudlow, der Berater des Weißen Hauses, sagte Reportern gegenüber: „China hat im Zusammenhang mit dem Virus sehr viele Fehler gemacht“. Gleichzeitig werde Präsident Trump das Phase-1-Handelsabkommen deswegen aber nicht platzen lassen. Damit äußert sich die Trump-Regierung zum Thema China etwas ausgewogener, denn zuletzt stimmten US-Entscheidungsträger im Allgemeinen feindselige Töne gegenüber Peking an. Die Beziehungen zwischen den USA und China stehen schon länger kurz vor einer Eskalation. Falls eine Umsetzung des Handelsabkommens dennoch voranschreitet, würde dies am Markt sicherlich positiv aufgenommen werden.

Nebenbei bemerkt behielt die chinesische Zentralbank (PBoC) heute Morgen die Loan Prime Rate, also ihren Leitzins, unverändert bei. Auch hier scheint sich die PBoC vor dem Nationalen Volkskongress, dem bedeutenden Treffen zur Festlegung des politischen Rahmens für das Jahr 2020, zurückzuhalten.

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