Währung

Das Risiko US-Wahl: You Can’t Spell Truth Without Ruth

Das Risiko US-Wahl

Während einige Analysten weiterhin tapfer untersuchen, welcher US-Präsident denn gut und welcher schlecht für den Dollar wäre, ist der Devisenmarkt – so scheint mir – ein gutes Stück weiter. Sein Horror-Szenario ist nicht, dass der eine oder andere Kandidat gewinnt, sondern dass wir wochen- oder monatelang ein Ringen um das Amt haben. Der Amtsinhaber hat diese Ängste befeuert, indem er immer deutlicher andeutete, eine Wahlniederlage nicht anzuerkennen und weil er nicht müde wird, Zweifel am Wahlprozess zu säen. Und weil nun – nach dem Tod von Ruth Bader Ginsburg – der Oberste Gerichtshof wohl mehrheitlich mit konservativen Richtern besetzt werden dürfte, mag man sich an die Rolle dieses Gerichts in der Wahl von 2000 erinnern. Auch das macht es nicht wahrscheinlicher, dass am Ende ein Ergebnis herauskommt, das allgemein akzeptabel ist.

Freilich gilt auch: Ein Anzweifeln seiner Niederlage würde dem jetzigen US-Präsidenten wohl nur dann besonders überzeugend gelingen, wenn das Wahlergebnis besonders knapp wäre, wenn es also an wenigen Staaten liegen würde, in denen ein Kandidat nur mit knapper Marge vorne liegt. Das war in 2000 ja die Ursache des Debakels: dass es aufs Ergebnis von Florida ankam und dort auf wenige hundert Stimmen. Man muss sich freilich deutlich machen, dass solch ein Ergebnis unwahrscheinlich ist. Selbst wenn man davon ausgeht, dass beide Kandidaten in etwa ähnliche Chancen haben, sorgt doch der Zufall dafür, dass wahrscheinlich der eine oder andere Kandidat eine signifikante Mehrheit erlangen wird und eine Neuauszählung (wie 2000) nicht nötig wäre. Die Analysten von FiveThirtyEigth beziffern die Wahrscheinlichkeit für eine Nachzählung in einem oder mehreren Staaten auf lediglich 5%.

Das heißt: Eine weithin überzeugende Story, mit der Präsident Donald Trump das Wahlergebnis anzweifeln könnte, wird er wahrscheinlich nicht entwickeln können. Natürlich, man mag annehmen, dass er auch im Fall einer relativ klaren Wahlniederlage das Ergebnis nicht anerkennt. Das wäre freilich der “worst case”, denn dann wäre der demokratische Frieden in den USA wohl längerfristig gefährdet und die Handlungsfähigkeit jedweder Regierung beeinträchtigt. Und das gerade in herausfordernden Pandemie-Zeiten. Auch dieses Szenario muss man bei der USD-Bewertung bedenken, allerdings ist es – das muss man auch als Trump-Kritiker zugeben – weniger wahrscheinlich als das Anzweifeln eines tatsächlich knappen Ergebnisses.

Summa summarum: Es gibt ein USD-negatives Restrisiko bei der Wahl: ein unklares Ergebnis oder ein Amtsinhaber, der trotz klarem Ergebnis dieses nicht anerkennt. Beide Szenarien haben aber relativ geringe Wahrscheinlichkeiten. Der relativ hohe Abstand zwischen 10Δ- und 25Δ-Risk-Reversals, den wir für die Laufzeit 3 Monate seit Anfang August beobachten, reflektiert diese Tatsache. Denn er impliziert ein signifikant USD-negatives Ereignisrisiko – freilich mit niedriger Wahrscheinlichkeit.

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Dehnt die EZB ihr Mandat erneut aus?

In der Presse kursieren seit dem Wochenende Gerüchte, nach denen einige Kräfte innerhalb der EZB planen, die “Flexibilität” des PEPP (das Sonder-QE-Programm, welches spezifisch zur Bekämpfung der Corona-Folgen aufgelegt wurde) auf die dauerhaften QE-Programme zu übertragen. “Flexibilität” ist freilich ein Euphemismus dafür, dass die EZB im PEPP

  • sich weitgehend nicht um den Kapitalschlüssel schert, also nach Gutdünken die Staatsanleihen des einen oder anderen Landes kauft,
  • mehr als ein Drittel einer ausstehenden Staatsanleihe erwirbt und
  • ihr das Rating egal ist.

Stimmen die Gerüchte, passiert das, wovor deutsche Ordnungspolitiker (auch aus unserem Haus) lange gewarnt haben: dass PEPP ein Einfallstor dafür ist, dass die Restriktionen des QE-Programms aufgeweicht werden.

Freilich gilt auch: So sehr das auch erzürnen mag, für den Devisenmarkt ist’s kein allzu großes Ding. Ja, die EZB wäre dann in der Lage, länger bzw. mehr von den Staatsanleihen der Euroraum-Länder zu erwerben, also die Menge an EUR-Zentralbankgeld stärker auszuweiten. Allerdings haben uns viele Jahre QE-Programm gelehrt, dass diese Geldmenge als Überschussliquidität im Bankensystem absorbiert wird und nicht auf eine Art und Weise (z.B. inflationär) wirksam wird, die den Euro belasten würde. Im Gegenteil: Je mehr QE die EZB veranstaltet, desto mehr versichert sie EUR-denominierte Anleihen gegen Kursverluste.

Anders als 2014/15 ist eh alle Hoffnung, die EZB könne auf absehbare Zeit ihre Geldpolitik normalisieren (also irgendwann auch wieder die Leitzinsen anheben), dahin. Damals war die Aussicht auf QE noch ein Signal dafür, dass die EZB länger an ihrer ultra-expansiven Geldpolitik festhalten würde. Das QE hat somit die EUR-Wechselkurse belastet. Jetzt ist’s – wenn überhaupt – eher andersrum. Marginal könnte die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinssenkung geringer erscheinen, wenn die EZB auf anderem Feld Grenzen für expansives Handeln aufhebt.

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CNY: Eine Kehrtwende nach der anderen

Zu Beginn der Woche werden die erneuten Spannungen zwischen den USA und China im Blickpunkt stehen. Bei Vergeltungsaktionen wurde von beiden Seiten wieder die Sorge um die „nationale Sicherheit“ angeführt. Kurzfristig dürfte die Volatilität die Stimmung beherrschen, was sich bereits in der CNH-Dynamik widerspiegelt. USD-CNH stieg am Freitagabend in Richtung 6,78, nachdem die US-Regierung die Downloadverbote angesprochen hatte. Nach der Kehrtwende von US-Präsident Trump öffnete das Währungspaar heute Morgen wieder niedriger. Der Markt muss möglicherweise darüber nachdenken, ob die CNY-Rally bereits beendet ist. Da sich der Präsidentschaftswahlkampf in den USA aufheizt, wird China sicherlich zu einem der kritischsten Streitpunkte zwischen Trump und Biden werden. Während der nächsten beiden Monate vor der Wahl dürfte Trump aggressivere Maßnahmen gegen China ergreifen, um die Aufmerksamkeit der Medien zu erregen. Gleichzeitig muss Biden seine Haltung gegenüber China deutlicher machen. Insgesamt liegt also eine große Unsicherheit vor uns und Spannung scheint in der Luft zu liegen.

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