Währung

Das Potenzial des Euro

Risikoappetit profitiert mehr als der Euro vom EU-Deal

Mehr noch als dem Euro scheint das EU-Hilfspaket der allgemeinen Stimmung am Devisenmarkt zugutegekommen zu sein. Klar, der Euro hat gegenüber dem US-Dollar deutlich zugelegt und ist auf dem besten Wege zu einem 2-Jahreshoch. Doch der Anstieg ist zu einem guten Teil auch auf eine allgemeine USD-Schwäche zurückzuführen. Auffällig ist zudem, dass die Gemeinschaftswährung ansonsten nur gegenüber den typischen sicheren Häfen Schweizer Franken und japanischer Yen kurz nach Abschluss des EU-Gipfels deutlich aufwerten konnte. Und gegenüber dem britischen Pfund, was aber aufgrund des anhaltenden Brexit-Schlamassels ohnehin ein Sonderfall ist. Wenn man mal von diesen Ausnahmen absieht, hat der Euro in den letzten Tagen tatsächlich sogar auf breiter Basis abgewertet.

Eine Erklärung hierfür ist, dass der Markt sich auf die kurzfristigen positiven Effekte der Finanzhilfen auf die Konjunktur konzentriert. Und zwar nicht nur für den Euroraum, sondern teilweise sogar mehr noch für die Handelspartner des Währungsblocks. Entsprechend deutlich haben daher die Währungen Osteuropas, aber auch die SEK (siehe unten) zugelegt. Und das erklärt auch, weshalb allgemein seit Mai eine Erholung eingesetzt hat. Der Markt reitet auf der Welle der beispiellosen geldpolitischen und fiskalischen Stimulusmaßnahmen, vor allem aus den größten Wirtschaftsräumen. Und es gilt: Je mehr, desto besser. Die langfristigen (Schulden-) Probleme sind erst einmal sekundär. Daher kann ich mir vorstellen, dass die Risk-On-Rally an den Märkten einen weiteren Schub erhält, sobald auch der US-Kongress das nächste milliardenschwere Finanzpaket verabschiedet hat.

Gleichzeitig schlummert im Euro meiner Ansicht nach noch Potenzial. Denn zumindest laut unseren Währungsindizes hat die Gemeinschaftswährung bislang nur moderat von dem Vorstoß der EU in Richtung Fiskalunion profitiert. Wirklich deutlich hatte der Euro lediglich im März zugelegt, also als die Coronakrise ausbrach, weil auch er – wenn auch weniger als der Dollar – als sicherer Hafen gefragt war. Doch sobald der Markt über die kurzfristigen Konjunktureffekte des EU-Deals hinwegschaut und sich auch auf die langfristigen Implikationen fokussiert, könnte sich der Euro noch auf einen stärkeren Aufwertungstrend begeben, wie es im Jahre 2017 schon einmal der Fall war. Damals hatte der Markt seine Hoffnungen in den neuen Präsidenten Frankreichs, Emmanuel Macron, gesetzt, der schon damals eine europäische Fiskalunion vorantreiben wollte. Der Euro-Rally wurde mit dem Ausbruch der Regierungskrise in Italien im Frühjahr 2018 ein Ende gesetzt. Bis dahin hatte der Euro aber immerhin fast 20% gegenüber dem US-Dollar zugelegt. So viel wird es dieses Mal wohl nicht sein, auch weil die Konjunkturlage deutlich ungünstiger ist als im Jahr 2017 und damit eine Normalisierung der Geldpolitik in weiter Ferne liegt. Dennoch würde ich das Aufwertungspotenzial des Euro nicht unterschätzen.

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SEK: Beste Performance im G10-Universum seit Anfang 2020

Die schwedische Krone zeigte in den vergangenen Wochen eine beeindruckende Performance. Die Verluste seit den partiellen Lockdowns in Europa per Mitte März hat die Schwedenkrone längst wett gemacht, sowohl gegenüber Dollar als auch gegenüber dem Euro verzeichnete sie den stärksten Wertgewinn im gesamten G10-Währungsuniversum seit Anfang des Jahres. Als High-Beta Währung profitiert sie überproportional von der guten Stimmung der Devisenmärkte, die im Zuge des EU-Hilfspaketes nochmal zulegen konnte. Und das, obwohl Schweden als eines der „sparsamen“ Vier die Beratungen auf EU-Ebene nicht eben erleichtert hat. Was für den Devisenmarkt zählt, ist vielmehr, dass der EU-Wiederaufbaufonds letztendlich doch geschnürt worden ist. Denn damit ist eine wirtschaftliche Erholung Europas und einhergehend auch eine Erholung der exportlastigen schwedischen Wirtschaft wahrscheinlicher geworden. Bei aller Euphorie sollte jedoch nicht außer Acht gelassen werden, dass bestehende Risiken derzeit häufig ausgeblendet werden. Nach unseren Berechnungen liegen die FX-Risiken derzeit unter ihrem langfristigen Durchschnitt und das, obwohl noch keineswegs klar ist, wie schnell sich die Volkswirtschaften von der Corona-Krise erholen können. Damit bleibt u.E. weiter Rückschlagspotential für die Schwedenkrone, vor allem, wenn die Stimmung drehen sollte.

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CNY: Ein neuer Schlag

Viele Anleger hatten den CNY-Wechselkurs wegen der recht guten Konjunkturentwicklung Chinas und der allgemeinen US-Dollar-Schwäche etwas positiver eingeschätzt. Doch nun erhielt der Markt einen weiteren Schlag ins Gesicht. Da sich die Beziehungen zwischen den USA und China erneut verschlechtern, sind wir wieder beim alten Thema angelangt. Eine wirkliche Überraschung ist das nicht. Diesmal wurde China von den USA aufgefordert, das Konsulat in Houston zu schließen. Den dortigen chinesischen Angestellten wurden 72 Stunden eingeräumt, um das Land zu verlassen. Pressefotos deuten an, dass die chinesischen Beamten geheime Dokumente im Hinterhof verbrennen, während US-Präsident Trump sagte, dass weitere Schließungen möglich seien. Der CNY vollführte gestern eine Achterbahnfahrt. USD-CNY gab bis auf 6,96 nach, erholte sich später aber wieder auf über 7. Im Allgemeinen reagiert das Währungspaar weiterhin empfindlich auf Schlagzeilen über die Beziehungen zwischen den USA und China, die auch andere asiatische Währungen beeinflussen. Im Endeffekt ist es schwierig, sich gegen solche Ereignisrisiken abzusichern, das Damoklesschwert hängt nach wie vor über unserem Kopf.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
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