Währung

Das Pfund interessiert die No-Deal-Drohung nicht

GBP ignoriert BoJo’s No-Deal-Drohung

Premierminister Boris Johnson geht “All In” und schwört die Briten auf einen No-Deal Brexit ein. Da die EU nicht bereit sei, Großbritannien das angestrebte Freihandelsabkommen à la Kanada zu ermöglichen, würde man Handelsbeziehungen wie zwischen der EU und Australien anstreben, sollte sich nicht noch fundamental etwas ändern, ließ er am Freitag wissen. Faktisch ist ein “australischer” Brexit nicht unbedingt mit einem No-Deal Brexit gleichzusetzen, da zwischen der EU und Australien zwar kein Handelsabkommen, jedoch eine Reihe von bilateralen Abkommen existieren, die die EU und Großbritannien allerdings erst noch aushandeln müssten. Angesichts der engen Handelsbeziehungen zwischen der EU und Großbritannien wäre der wirtschaftliche Schaden enorm, sollte die Brexit-Übergangsperiode am 31. Dezember tatsächlich enden, ohne dass ein Freihandelsabkommen beginnen würde.

Es überrascht daher schon, dass die erste Reaktion der GBP-Wechselkurse auf Johnsons Statement geradezu verhalten war. Nun ist natürlich keinen Deut klarer, ob Johnson blufft oder wirklich bereit ist, eine “australischen” Brexit durchzuziehen. Für den Markt war daher entscheidend, dass die britische Regierung eben nicht wie im Vorfeld gedroht, die Gespräche mit der EU abgebrochen hat. Die Tür für weitere Verhandlungen, das bestätigte inzwischen auch der britische Staatsminister Michael Gove, bleibe “angelehnt”. Bereits für heute ist ein Telefonat zwischen den beiden Chefunterhändlern geplant, um das weitere Vorgehen auszuloten. Der Devisenmarkt spiegelt damit eine Dynamik wider, die wir aus dem Handelskonflikt zwischen den USA und China kennen: Solange die beiden Konfliktparteien noch miteinander reden, bleibt alles möglich.

Auch wir halten grundsätzlich daran fest, dass eine Einigung weiterhin möglich ist. Einen ersten Schritt dahin, das verlorene Vertrauen zwischen den Verhandlungspartnern wieder aufzubauen, könnte das britische Oberhaus gehen, das ab heute das umstrittene Binnenmarktgesetz diskutieren wird, welches in Teilen dem zwischen der EU und Großbritannien vereinbarten Austrittsabkommen widerspricht. Dennoch deutet viel darauf hin, dass die britische Regierung vorerst an einer weiteren Eskalation interessiert ist, um den Druck auf die EU zu erhöhen. Damit steigt das Risiko eines No-Deal-Unfalls. Ich halte es daher ehrlich gesagt für unwahrscheinlich, dass alle GBP-Investoren die Nerven behalten und ausgerechnet die heiße Brexit-Endphase ruhig aussitzen werden. Marktteilnehmer tun in unseren Augen gut daran, auf eine erhöhte Wechselkursvolatilität und erhebliche GBP-Abwärtsrisiken vorbereitet zu sein.

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Corona: Was denkt die EZB?

Die explodierenden Corona-Infektionszahlen beeinflussen weiterhin die Risikostimmung am Devisenmarkt. Dabei liegt der Fokus aktuell besonders auf Europa. Denn angesichts der diversen in den letzten Tagen verkündeten Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionsdynamik wächst die Sorge vor den realwirtschaftlichen Auswirkungen der neuen Viruswelle. Auch in der EZB. EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte bereits gestern, dass die neuen Restriktionen die Unsicherheit erhöhen, was die Notwendigkeit einer lockeren Fiskal- und Geldpolitik unterstreicht. Doch die letzten Äußerungen der EZB-Zentralbanker lassen darauf schließen, dass keine Einigkeit darüber herrscht, wie drängend eine weitere Lockerung der EZB-Geldpolitik sei, um die Belastung durch die Pandemie zu dämpfen. EUR-Händler dürften daher die diversen heute anstehenden Reden EZB-Offiziellen genau unter die Lupe nehmen. Dabei dürfte für den Euro weniger entscheidend sein, ob die EZB schon im Oktober oder doch erst im Dezember noch einmal nachlegt. Viel entscheidender ist, ob es bei einer bloßen Ausweitung des Anleihekaufprogramms bleibt, oder die EZB doch noch einmal die Zinsen senkt. Während ersteres nach dem Motto “Mehr des Gleichen” nur einen begrenzten Einfluss auf den Euro haben dürfte, würde eine Leitzinssenkung die Überzeugung erschüttern, dass die effektive Zinsuntergrenze im Euroraum erreicht ist. Das wäre ein empfindlicher Rückschlag für die Gemeinschaftswährung.

US Stimulus-Einigung in den nächsten 48 Stunden?

Seit Wochen werden erratische Bewegungen am Devisenmarkt immer wieder auf die zunehmende oder sinkende Hoffnung auf ein weiteren fiskalpolitischen Stimulus in den USA zurückgeführt. Nun, wenn Händler wirklich so sensibel auf das politische Geplänkel aus den USA reagieren, düften die nächsten Tage interessant werden. Der demokratischen Mehrheitsführerin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, zufolge muss sich bis Dienstag ein Kompromiss abzeichnen, um das Fiskalpaket noch vor der Wahl zu verabschieden. Dabei bleibt unklar, wie realistisch eine Einigung ist. Denn zumindest was den Umfang des Paketes angeht, gab es zuletzt keine Annäherung. Am Dienstag soll im Senat über das von den Republikanern unterstützte Paket im Umfang von 500 Mrd. USD abgestimmt werden, während die Demokraten Hilfen von 2,2 Bio USD fordern und US Präsident Donald Trump bei den letzten Wahlkampfauftritten noch mehr versprach. Für die Stimulus-hungrigen Finanzmärkte bleibt es also spannend.

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CNY-Rally ist Gegenwind ausgesetzt

USD-CNY macht noch immer einen schwerfälligen Eindruck, obwohl die chinesische Zentralbank (PBoC) in der letzten Woche die Reserveauflagen für US-Dollar-Käufe aufgehoben hat, um die CNY-Aufwertung zu verlangsamen. Am letzten Freitag durchbrach USD-CNY erneut den Stand von 6,70 nach unten. Es gibt im Moment einige vorherrschende Argumente für die CNY-Stärke. Erstens führt die Wirtschaft die Erholung nach der Covid-Krise an. Während des letzten Wochenendes sagte PBoC-Gouverneur Yi Gang, dass die chinesische Wirtschaft in diesem Jahr voraussichtlich 2% wachsen wird. Damit entwickelt sie sich wesentlich besser als viele Volkswirtschaften, die noch immer mit Covid-19 zu kämpfen haben. Zweitens scheint Joe Biden die US-Präsidentschaftswahlen mit einem Erdrutschsieg zu gewinnen, was die Handelsspannungen zumindest vorübergehend beruhigen könnte. Darüber hinaus stehen weitere fiskalpolitische Impulse in den USA auf der Tagesordnung, was für den USD negativ ist. All diese Argumente liegen auf der Hand, doch es gibt auch Risiken: und das ist die Zuversicht im Markt. Sie bedeutet, dass jegliche negative Überraschungen den Marktes deutlich belasten würden. So wurde beispielsweise heute Morgen Chinas BIP für das 3. Quartal veröffentlicht und lag mit 4,9% zum Vorjahr klar unter den Markterwartungen von 5,5%. Ich würde sagen, dass dies ein Warnsignal an alle CNY-Bullen ist.

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