Währung

Das Notfall-Kit für einen harten Brexit steht bereit

US-Dollar-Erholung war von sehr kurzer Dauer

Manchmal braucht der Markt ein paar Wochen, um unsinnige Ausschläge zu korrigieren (so wie Ende 2017/Anfang 2018 den Anfall von USD-Schwäche). Dann können unsere Hinweise auf fundamentale Argumente dem mittelfristig orientierten Marktteilnehmer helfen. Mal braucht der Markt etliche Quartale (so wie zur Korrektur der USD-Stärke von H2/2018 bis Anfang 2020). Dann mag niemand mehr auf unsere fundamentalen Argumente hören, wir beziehen Prügel und müssen unsere Prognose contre cœur anpassen. Und manchmal dauert’s weniger als 24 Stunden, bis der Markt die fundamental “richtige” Antwort findet. So wie gestern, als der unsinnige Anfall von USD-Stärke wieder zurückgenommen wurde. Das ist für uns am schönsten.

Wir müssen uns klarmachen, dass wir uns ständig neuen Situationen gegenüber sehen, für die keine Erfahrungswerte existieren. Wie z.B. einer komplett neuen Fed-Strategie. Daher braucht der Markt ein wenig, die Ereignisse in USD-Kurse zu übersetzen. Und er findet nicht immer spontan die richtige Antwort. Anfang der 1980er hat auch niemand am ersten Tag erfassen können, was das Volcker-Experiment für die USD-Kurse impliziert. Der Wert fundamentaler Analyse ist in diesem Umfeld, dass wir die “richtige” Auswirkung von Ereignissen analytisch zu finden versuchen, während der Markt auf einen Suchprozess angewiesen ist. Manchmal (und beileibe nicht immer!) können wir schneller die Antworten finden, auf die sich der Markt erst mit Verzögerung einigt.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB2EM8CallEUR/USDHebel: 7,2
SB2ESGPutEUR/USDHebel: 7,5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

BoE bereitet Negativ-Zinsen vor

Die Bank von England (BoE) hat gestern nach ihrer Sitzung uns vor allem eines sagen wollen: Sie bereitet ihren Werkzeugkasten vor, damit sie gewappnet ist für den Fall der Fälle, sprich: für einen harten Brexit. Alle Mitglieder des geldpolitischen Rats (MPC) waren sich einig, dass aktuell kein Handlungsbedarf bestand. Anders als häufig in der Vergangenheit ist das aber kein Signal für eine geldpolitische Tendenz. Denn es geht weniger um die aktuelle Geldpolitik, als darum, was die Bank um den Jahreswechsel herum tun könnte, falls ein harter Brexit die britische Volkswirtschaft ebenso hart trifft. Gestern ging’s darum, uns zu versichern, dass für diesen Notfall ein Satz von Maßnahmen bereit steht. Keine triviale Nachricht, in Zeiten, in denen uns erscheint, dass Zentralbanken nah am Ende ihrer Möglichkeiten sind!

Nun dürfte jedermann einleuchten, dass die BoE im Fall der Fälle nochmals das QE-Volumen ausweiten könnte. Überraschend war allerdings, dass auch Negativzinsen ganz oben im Notfall-Kit bereitliegen. Gouverneur Andrew Bailey ist ein Fan davon – das hat er schon vor Wochen durchblicken lassen. Neu war, dass die BoE bereits konkrete Maßnahmen treffen will, die zur Vorbereitung von Negativzinsen dienen.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Das heißt nicht, dass Negativzinsen bereits beschlossene Sache sind. Selbst im Worst Case eines No-Deal-Brexit mag die BoE es zunächst mit QE versuchen. Aber die BoE will signalisieren, dass man jederzeit einsatzbereit ist, falls Negativzinsen nötig werden.

Man könnte meinen, dass die Aussicht auf Negativ-Zinsen schädlich für’s Pfund wäre. War sie aber nicht – zumindest nicht nachhaltig. Das zeigt vor allem: Wesentlich kommt’s darauf an, ob der Worst Case eintritt. Dass danach alles möglich ist, ist jedermann klar. Ich könnte mir z.B. sogar vorstellen, dass Zinserhöhungen nötig sein könnten, wenn ein GBP-Kollaps allzu dramatisch würde. Natürlich, das ist nicht mein Hauptszenario. Aber ich wäre nicht verwundert, wenn die BoE sich auch auf solche Entwicklungen vorbereitet. Gut zu wissen, dass die britischen Währungshüter vorbereitet sind. Entscheidend ist aber, ob das Ereignis eintritt.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
CJ4VF6CallEUR/GBPHebel: 8,1
CJ4VHVPutEUR/GBPHebel: 7,8
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
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Bank of Japan traut sich (noch?) nicht

Obwohl der Yen seit Wochen unter Aufwertungsdruck steht, konnte sich die Bank of Japan (BoJ) nicht dazu durchringen, diese Woche anlässlich ihrer geldpolitischen Entscheidung den Wechselkurs in das Statement aufzunehmen. Auch in der Pressekonferenz ließ Notenbankchef Haruhiko Kuroda den Yen anfänglich links liegen. Die natürliche Folge: der Yen wertete auf. Dann aber thematisierte Kuroda schließlich doch noch den Yen: die BoJ würde den Wechselkurs genau beobachten und es sei wünschenswert, dass er sich in einer stabilen Art und Weise bewege. Mehr als eine müde, kleine Gegenbewegung war im Yen aber nicht drin. Natürlich ist auch für die BoJ der Yen ein Thema, denn selbst, wenn Kuroda betont, dass Japan nicht mehr in einer Deflation sei, so erschwert doch der feste Yen eine Rückkehr zum Inflationsziel von 2% (das in den vergangenen 25 Jahren nie erreicht wurde – wenn man von steuerbedingten Sondereffekten absieht). Zudem weiß der Markt, dass allen Bemühungen zum Trotz weder die ultraexpansive Geldpolitik der BoJ noch die expansive Fiskalpolitik im Rahmen der Abenomics, die unter dem neuen Premierminister Suga weitergeführt werden soll, zum Erreichen des Inflationsziels führen oder den Yen in irgendeiner Form nachhaltig schwächen konnten. Man kann die knappen Aussagen Kurodas zum Wechselkurs als ersten Hinweis dafür nehmen, dass das Thema nach den Kommentaren der EZB salonfähig geworden und auch für die BoJ weiter in den Vordergrund gerückt ist. Solange aber die BoJ nicht aktiv etwas unternimmt, wird es ihr wie in den Jahren zuvor kaum gelingen, den Aufwertungstrend des Yen zu stoppen oder gar umzukehren. Vor allem, nachdem die Fed nun auch dauerhaft ultra-expansiv bleiben wird.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
CJ6ZDFCallEUR/JPYHebel: 7,1
CJ4VLYPutEUR/JPYHebel: 7,1
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
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