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Das Dilemma der Fed

Auch Dudley kritisiert Fed

Neben dem US-Ökonom und ehemaligen US Treasury Secretary Larry Summers zählt derzeit auch Bill Dudley, ehemals Präsident der New York Fed, zu den schärfsten Kritikern der Fed.

Wie Dudley erst gestern in einer Kolumne schrieb, befürchtet er, ähnlich wie Summers, dass die Fed mit ihrer neuen Strategie des „Average Inflation Targeting“ Gefahr läuft, die US-Wirtschaft heisslaufen zu laufen, weshalb sie später dazu gezwungen sein könnte, ihre Leitzinsen weitaus aggressiver anzuheben.

Genauso wie eine deutlich längere Phase niedriger Zinsen als aktuell vom Markt angenommen, wäre auch dies für den Dollar kein positives Szenario. Denn auch wenn die Zinsen schnell steigen würden, was an sich gut für die Währung wäre, würde gleichzeitig – auch hiervor warnen Summers und Dudley – die Wahrscheinlichkeit einer Rezession steigen. In diesem Fall wäre dann davon auszugehen, dass die US-Zinsen nicht lange auf ihren höheren Niveaus verharren, sondern sobald die Wirtschaft ausgebremst und die Inflationsrisiken gebannt wären, schnell wieder fallen würden.

Das, was Dudley stattdessen vorschlägt, wäre wohl das Best Case Szenario für den Dollar. Die Fed solle frühzeitig auf eine steigende Inflation reagieren und ihre Zinsen langsam erhöhen – also im Grunde genommen solle sie ein Stück weit zu ihrer alten Strategie zurückkehren.

Sollte die Entwicklung der US-Wirtschaft in den nächsten Wochen und Monaten Inflationsängste weiter schüren, wäre nicht auszuschließen, dass die US-Notenbanker tatsächlich in Richtung Dudley’s Ansichtsweise rücken und der Dollar dadurch Rückenwind erfährt. Die Fed-Gouverneure Richard Clarida und Randal Quarles klangen zuletzt bereits etwas nervöser.

Mittelfristig ist unser Szenario jedoch ein gänzlich anderes: Wir gehen davon aus, dass der aktuelle Inflationsdruck, der vorwiegend auf Pandemie bedingte Sonderfaktoren zurückzuführen ist, wieder verschwindet. Das Dilemma der Fed würde sich dann von ganz alleine lösen: Wo keine Inflation, da sind auch keine Zinserhöhungen nötig. Entsprechend dürfte jeglicher Rückenwind für den Dollar, der durch Zinserhöhungsfantasien entsteht, letztlich nicht von Dauer sein.

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UK Handelsabkommen lassen auf sich warten

Was die Post-Brexit-Handelsbeziehungen Großbritanniens mit Nicht-EU-Ländern anbelangt, geht es weiterhin nur in Trippel-Schritten voran. So wurde gestern verkündet, dass ein Handelspakt mit Norwegen, Island und Liechtenstein geschlossen wurde. Die Rede ist von einem Handelsvolumen von etwa 20 Mrd. Pfund – ein Tropfen auf dem heißen Stein sozusagen, bei einem Gesamthandelsvolumen (Importe plus Exporte) des UK von mehr als jährlich 1000 Mrd. Pfund (Stand 2020).

Realwirtschaftlich entscheidend wäre ein Handelsabkommen mit einem wirklichen Schwergewicht, wie die USA oder China. Beides scheint aber noch Jahre weg zu sein. Die Beziehungen zu China sind angespannt. Und für die neue US-Administration ist ein Abkommen mit Großbritannien schlicht und ergreifend keine Priorität.

Der von den Brexiteers angepriesene große Traum lukrativer Handelsdeals, der ihnen aufgrund ihrer EU-Mitgliedschaft verwehrt geblieben war, ist zumindest bislang weiterhin nicht mehr als ein Traum. Entsprechend schleppend entwickeln sich die Exporte in Nicht-EU-Länder, was angesichts der weltweiten Konjunkturerholung eher ein enttäuschendes Ergebnis ist.

Immerhin haben sich die Exporte in die EU im März weiter erholt, notieren allerdings nach wie vor unter ihren Vor-Brexit-Niveaus. Alles in allem bleibt das Bild in Sachen Handel ernüchternd. Und sofern nicht überraschend Handelsgespräche mit einer der großen Volkswirtschaften doch noch ins Laufen kommen, dürfte sich daran so schnell auch nichts ändern, was keine gute Nachricht für das Pfund ist.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
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Hellt sich die Stimmung in Norwegen wieder auf?

Die norwegische Krone zählt weiterhin zu den Outperformern in diesem Jahr, doch zuletzt ging ihr etwas die Puste aus. Unter anderem Schuld daran dürfte die in den letzten Monaten schwächere Wirtschaftsentwicklung gewesen sein.

Im ersten Quartal schrumpfte das BIP Norwegens etwas stärker als erwartet und die Industrieproduktionszahlen gestern, die einen Rückgang im April zum Vormonat auswiesen, lassen nicht auf schnelle Besserung hoffen. Die heute zur Veröffentlichung anstehende regionale Unternehmensumfrage der Norges Bank könnte die Konjunkturstimmung wieder etwas heben, sofern sie eine anhaltende Verbesserung der Aussichten zeigt.

Der Indikator ist bereits auf Vorkrisenniveaus zurückgekehrt. Doch angesichts des weltweiten Aufschwungs und der zu erwartenden Pandemiebedingten Nachholeffekte wäre zu erwarten, dass sich die Aussichten der Unternehmen kurzfristig noch etwas stärker aufhellen und der Indikator sich womöglich in Richtung der 2019-Hochs bewegt. Dies könnte der NOK helfen, wieder etwas Boden gegenüber dem Euro gutzumachen.

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Sponsoren der Fußball-EM: Welche Aktien profitieren vom Megaevent?

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