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Corona-Virus Update 9. November 2020

In den USA rollt die dritte Infektionswelle weiter ungebremst. Im Euroraum gibt es erste Anzeichen dafür, dass sich die Ausbreitung des Virus verlangsamt. Nur in Frankreich spitzt sich die Lage weiter zu. In den USA will der neugewählte Präsident Biden der Bekämpfung der Pandemie hohe Priorität einräumen. Die gute Konjunktur in China setzt sich fort, die Exporte sind im Oktober deutlich gestiegen, insbesondere medizinische Gütern werden stark nachgefragt.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • In den USA zeigt die Infektionskurve weiter steil nach oben. Der 7-Tage-Durchschnitt der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner kletterte gestern auf 32 (Grafik 1). In Brasilien zeigt die Infektionskurve seit einer Woche wieder nach unten. In Indien hat sich die Infektionsrate bei 3 eingependelt.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In Frankreich breitet sich das Virus weiter ungebremst aus. Die Infektionsrate ist am Wochenende auf über 80 nach oben geschnellt (Grafik 2). Jeder fünfte Corona-Test fiel zuletzt positiv. Die Situation in den Krankenhäuser wird zunehmend angespannt. In den letzten sieben Tagen wurden knapp 20.000 Corona Erkrankte eingeliefert. Davon mussten 3.000 intensiv-medizinisch behandelt werden.
  • In den Niederlanden scheint es dagegen gelungen zu sein, die Infektionswelle zu brechen. Die Infektionsrate ist innerhalb einer Woche von 58 auf 44 gesunken. Auch in Spanien könnte der Hochpunkt der Neuinfektionen inzwischen erreicht sein.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In Deutschland hat sich der Anstieg der Neuinfektionen verlangsamt. Die Infektionsrate ist gestern nur noch leicht auf gestiegen. Auch die Zahl der in deutschen Krankenhäusern intensiv-medizinisch behandelten Corona-Patienten ist über das Wochenende deutlich langsamer gestiegen. Mit 2.900 hat die Zahl aber inzwischen fast den Hochpunkt vom April erreicht (Grafik 3).

Wirtschaft

Das Team des voraussichtlichen Siegers der US-Präsidentschaftswahlen, Joe Biden, hat vier Prioritäten für seine Amtszeit genannt: den Kampf gegen das Corona-Virus, die Erholung der Wirtschaft, Rassengleichheit und Klimawandel. Die erste Aufgabe Bidens wird allerdings die Benennung seines Regierungspersonals sein. Insgesamt muss der neue Präsident 4000 Posten besetzen, wovon die wichtigsten die Zustimmung des Senats brauchen.

Die wirtschaftliche Erholung der USA geht bisher weiter. Der am Freitag veröffentlichte Arbeitsmarktbericht zeigte, dass im Oktober über 900 Tsd Stellen im privaten Sektor entstanden sind. Das Tempo des Stellenaufbaus hat sich in den letzten drei Monaten damit kaum geändert, obwohl die Corona-Hilfen für Privatpersonen im Juli zum großen Teil ausgelaufen sind.

Chinas Exporte legten im Oktober um satte 11,4% gegenüber dem Vorjahr zu, nachdem diese bereits im September um 9,9% gestiegen waren. Dabei standen im Oktober sogar weniger Arbeitstage zur Verfügung. Ein Blick auf die Regionen zeigt, dass die Exporte in die EU um 7% zurückgingen, wohingegen die Ausfuhren in andere große Handelspartner, einschließlich USA und Japan, weiter zulegten. Angeführt wurden die Exportanstiege von medizinischen Gütern, medizinische Instrumente stiegen beispielsweise um 30% gegenüber dem Vorjahr.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Wirtschaft

In Deutschland hat sich die Automobilindustrie im Oktober weiter von dem Einbruch im Frühjahr erholt. Saisonbereinigt liefen nach Angaben des Automobilverbandes (und auf Basis unserer Saisonbereinigung) fast 9% mehr Autos vom Band als im September. Dies spricht dafür, dass die Industrie gut ins vierte Quartal gestartet ist und somit ein Gegengewicht zu den wohl wieder schwächeren Dienstleistungen bildet. Ein weiterer deutlicher Anstieg der Autoproduktion ist für die kommenden Monate allerdings nicht zu erwarten. Denn die Produktion liegt inzwischen wieder auf ihrem Vorkrisentrend, der seit Anfang 2018 nach unten zeigt (Grafik 4).

Die Zahl der Neuzulassungen hat sich im vergleich zum September, kaum verändert. Damit liegt sie saisonbereinigt weiterhin knapp 15% unter ihrem Vorkrisenniveau.

In China sind die Pkw-Verkäufe im Oktober nach vorläufigen Schätzungen des Automobilverbandes CPCA im Jahresvergleich um rund 10% gestiegen. Bereits im September hatten die Verkäufe um 10% zugelegt. In diesem Zusammenhang hielt der chinesische Präsident Xi Jinping bei der Eröffnungszeremonie der dritten China International Import Expo eine Rede, in der er erklärte, das Ziel sei es, den chinesischen Markt in einen Markt für die Welt zu verwandeln, in einen Markt, der von allen geteilt wird, und in einen Markt, der für alle zugänglich ist. Diese Äußerungen sollen offenbar die Bedenken zerstreuen, dass sich China im Rahmen der neuen Strategie der “Zwei Kreisläufe” von der Weltwirtschaft abkoppelt.

In Italien gelten seit heute landesweit verschärfte Corona-Regeln, unter anderem mit einer nächtlichen Ausgangssperre. Die Bürger dürfen zwischen 22:00 und 5:00 Uhr ihre Wohnungen nur aus gesundheitlichen Gründen verlassen, oder um zu arbeiten. Für Schüler ab der 7. Klasse gibt es Online-Unterricht. Öffentliche Verkehrsmittel dürfen nur bis zu 50% ihrer Kapazität Passagiere befördern. Darüber hinaus werden landesweit Museen, Wettbüros und Einkaufshallen an Wochenenden geschlossen. Kinos, Theater, Fitnessstudios und Schwimmbäder wurden bereits in einer vorherigen Maßnahme geschlossen. Die neuen Regeln differenzieren zudem Maßnahmen für Regionen mit unterschiedlichen Infektionsraten. In den “roten Zonen” werden nicht-essenzielle Geschäfte und Märkte geschlossen, Reisen in und aus diesen Regionen werden untersagt, selbst Reisen innerhalb einer “roten Zone” sind nicht erlaubt. In “orangen Zonen” bleiben die Geschäfte offen, aber Bars und Restaurants werden geschlossen. Innerhalb einer “orangen Zone” sind Reisen, beispielsweise zwischen Städten, erlaubt.