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Corona-Virus Update 9. Februar 2021

Trotz sinkender Neuinfektion wird in Deutschland eine Verlängerung des Lockdown bis Ende Februar immer wahrscheinlicher. In den USA und Großbritannien ist die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen weiter stark rückläufig.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • In Großbritannien ist die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen weiter stark rückläufig. Der 7-Tage Durchschnitt je 100.000 Einwohner hat sich innerhalb von zwei Wochen auf unter 28 halbiert (Grafik 1). Auch in den USA zeigt die Infektionskurve steil nach unten.
  • Anders stellt sich das Bild in Israel dar. Obwohl inzwischen mehr als ein Drittel der Bevölkerung mindestens einmal gegen das Virus geimpft wurde, stagniert die Zahl der registrierten Neuinfektionen seit Tagen auf hohem Niveau.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In Portugal, das aktuell besonders hart von der Pandemie getroffen ist, werden seit gut einer Woche deutlich weniger Neuinfektionen gemeldet. Der 7-Tage Durchschnitt je 100.000 Einwohner fiel von 125 auf 62 (Grafik 2).
  • In Frankreich ist die Infektionslage dagegen unverändert. Der 7-Tage Durchschnitt bei den Neuinfektionen pendelt weiter um 30. Die Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen klettert gestern auf 3.363, der höchste Wert seit zwei Monaten.
  • Auch in Italien hat sich die Lage in den vergangenen zwei Wochen nicht weiter entspannt. Aus Angst vor einer Ausbreitung zweier Corona-Mutationen wurde in der Provinz Perugia einen Lockdown verhängt.
  • In Deutschland wurden gestern 3.379 Neuinfektionen registriert. Dies sind gut 2.700 weniger als am Montag vor einer Woche. Der 7-Tage Durchschnitt je 100.000 Einwohner sank auf 11. Er liegt damit wieder auf dem Stand von Ende Oktober. Die 7-Tage Inzidenz – also die Summe der in den vergangenen sieben Tagen an Corona Erkrankten – fiel auf 72,8. Die Zielmarke von 50 rückt damit immer näher.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In den deutschen Krankenhäusern werden aktuell knapp 4.000 Corona-Patienten intensiv-medizinisch behandelt (Grafik 3). Dies sind gut 1.800 weniger als im Hochpunkt Anfang Januar.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Impfungen

  • Die EU-Kommission hat einen Kaufvertrag über weitere 300 Millionen Impfdosen mit BioNTech/Pfizer abgeschlossen. 200 Millionen Dosen sind fest bestellt, auf weitere 100 Millionen besteht eine Option. Insgesamt kann die EU damit bis zu 600 Millionen Dosen des Impfstoffs beziehen. Dessen ungeachtet hinkt die EU-Länder bei den Impfungen weiter deutlich hinterher (Grafik 4).
  • In den USA nehmen die Impfungen immer mehr Fahrt auf. Am Samstag wurden 2,1 Millionen Impfungen verabreicht, ein neuer Rekord. In zehn Bundesstaaten haben bereits mindestens 10% der Bevölkerung mindestens eine Impfung erhalten, 19 weitere stehen kurz vor diesem Meilenstein.

Wirtschaft

  • Vor dem Corona-Gipfel von Bund und Ländern am Mittwoch fordern Spitizenvertreter der deutschen Wirtschaft eine Öffnungsperspektive im Corona-Lockdown. Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände betonte, bei Fortführung der Restriktionen müsse es zugleich auch “endlich ein klares und regelbasiertes Öffnungsszenario” geben. Vielen Unternehmen fehle jeglicher Planungshorizont. Für viele Unternehmen sei der Punkt erreicht, an dem sie Beschäftigung abbauen müssten. Auch der Präsident der Deutschen Industrie fordert “einen verlässlichen Fahrplan mit einheitlich anwendbaren Kriterien für eine sichere und faire Öffnung der Wirtschaft, wo immer dies epidemiologisch verantwortbar ist.” Weitere Verbände wie für das Gastronomie- und Hotelgewerbe sowie des Friseurhandwerks schließen sich diesen Forderungen an.
  • In Baden-Württemberg hat der Verwaltungsgerichtshof (VGH) die nächtliche Ausgangsbeschränkung aufgehoben. Seit Dezember durften Menschen zwischen 20 Uhr und 5 Uhr nicht ohne wesentlichen Grund auf die Straße gehen. Diese Regelung wird nun ab Freitagabend außer Kraft gesetzt. Die Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass der Verzicht auf Ausgangsbeschränkungen angesichts vieler anderer Infektionsschutz-Maßnahmen nicht zu einer wesentlichen Verschlechterung des Infektionsgeschehens führen würde.
  • Die Ausgaben der US-Bundesregierung sind im Januar durch die Umsetzung des Ende 2020 verabschiedeten Corona-Hilfspakets deutlich gestiegen. Das Defizit erreichte Schätzungen des Haushaltsbüros des Koogresses zufolge 165 Mrd Dollar, nach 33 Mrd Dollar im Januar des Vorjahres. In den ersten vier Monaten des Haushaltsjahres 2021 ist das Defizit damit um 90% auf 738 Mrd Dollar geklettert.
  • Die US-Aktienmärkte erreichten gestern einen weiteren Rekord. Anleger setzen offenbar darauf, dass weitere staatliche Hilfen der Wirtschaft Rückenwind verleihen.
  • Im letzten Bericht zur Umsetzung der Geldpolitik warnte die People’s Bank of China (PBoC) vor dem Risiko einer steigenden Verschuldung der privaten Haushalte – im 2. Quartal 2020 lag die Verschuldung der chinesischen Haushalte bei etwa 59,1% des Bruttoinlandsprodukts und damit rund doppelt so hoch wie vor zehn Jahren. Laut PBoC sei es notwendig, das Tempo der steigenden Verschuldung der Haushalte zu überwachen. Außerdem warnte die Notenbank vor den Risiken, den Konsum durch eine Erhöhung der Konsumfinanzierung zu fördern. Nach Angaben der chinesischen Zentralbank sei der Anstieg der Haushaltsverschuldung größtenteils auf Hypothekendarlehen, Verbraucherkredite und überzogene Kreditkarten zurückzuführen ist. Gleichzeitig verpfänden einige private Firmeninhaber persönliche Besitztümer und nutzen die Kredite für Betriebszwecke.

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