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Corona-Virus Update 7. Oktober 2020

Im Euroraum hinterlässt die zweite Infektionswelle erste Bremsspuren in der Wirtschaft. Die Verschärfung der Corona-Beschränkungen in Spanien und Frankreich hat die Erholung im Dienstleistungssektor abrupt gestoppt. In den USA hat Präsident Trump die Verhandlungen über ein neues Hilfsprogramm abgebrochen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • Weltweit hat sich die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen drei Wochen bei durchschnittlich rund 285.000 pro Tag stabilisiert. Davon entfallen 55% auf Nord- und Südamerika und 23% auf Europa.
  • In den USA steigt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen in der Tendenz weiter (Grafik 1). In Brasilien und Indien ist das Infektionsgeschehen dagegen weiter leicht rückläufig.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In der EU sind viele Länder mit einer zweiten Infektionswelle konfrontiert. Während in Spanien und Frankreich der Scheitelpunkt inzwischen überschritten zu sein scheint, steigt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen in Tschechien und den Niederlanden ungebremst weiter (Grafik 2).
  • Auch in Deutschland und Italien zieht die Infektionsrate von niedrigen Niveaus aus wieder an. Ob beiden Länder eine zweiten Infektionswelle verhindern können, bleibt abzuwarten.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Euroraum: Zweite Infektionswelle hinterlässt Spuren

  • Die neuerliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen in Spanien und Frankreich haben die Erholung des Dienstleistungssektors im September abrupt gestoppt. In Spanien liegt der Einkaufsmanagerindex für diesen Sektor mit 42,4 wieder klar im rezessiven Bereich (Grafik 3). Auch in Frankreich ist er wieder unter die kritische Schwelle von 50 gefallen. Dagegen konnte der Index in Italien im September deutlich zulegen.
  • Die Eintrübung im Dienstleistungssektor im September wirft Schatten auf den wirtschaftlichen Ausblick für das Schlussquartal 2020. Am starken Wachstum der Euro-Wirtschaft im dritten Quartal ändert dies hingegen nichts. Wir rechnen unverändert mit einem Plus von mehr als 10% gegenüber dem zweiten Quartal.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Spanische Verbraucher weiter stark verunsichert

  • Die zweite Infektionswelle macht sich auch beim Verbrauchervertrauen bemerkbar. In Spanien haben sich die Verbraucher bislang nicht vom Schock im April erholt (Grafik 4). Aber auch in Deutschland, Frankreich und Italien ist die Stimmung immer noch deutlich schlechter als zu Jahresbeginn. Inwieweit sich die schlechte Stimmung auf das Konsumverhalten auswirkt, ist allerdings ungewiss. In der Vergangenheit war kein stärkerer Zusammenhang zwischen dem Konsumentenvertrauen und dem privaten Verbrauch zu beobachten.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Beschäftigung im Dienstleistungssektor hat sich zuletzt nicht weiter erholt

  • Ein Blick auf die Beschäftigung zeigt, wie unterschiedlich die zweite Infektionswelle die Branchen trifft (Grafik 5). In der Industrie schreitet die Erholung weiter voran. In dieses Bild passt auch, dass die Produktion im August schon fast wieder das Vorkrisenniveau erreicht haben dürfte. Die Zahlen werden nächste Woche veröffentlicht. Dagegen hat sich im Dienstleistungssektor die Bereitschaft, wieder mehr Personal zu beschäftigen, zuletzt nicht erhöht. Ähnliches gilt für die Bauwirtschaft.

Weltwirtschaft

  • In den USA brach Präsident Trump die Gespräche mit den Demokraten über ein weiteres Corona-Hilfspaket bis nach der Wahl unterbrochen. Er versprach neue Stimulusmaßnahmen, sollte er gewählt werden. Nur wenige Stunden später ruderte er allerdings teilweise zurück und forderte den Kongress auf, ihm Gesetzesvorlagen mit Einzelmaßnahmen des verhandelten Pakets wie etwa einer weiteren Sonderzahlung von 1.200 Dollar pro Kopf zur Unterzeichnung zu übersenden.
  • In den ersten 6 Tagen der “Goldenen Woche” haben die Kinokassen in China mehr als 3 Milliarden CNY eingenommen. In der Goldenen Woche im Oktober 2019 erzielte der Kartenverkauf aber mehr als 5 Milliarden CNY. Die diesjährige Goldene Woche endet am 8. Oktober und ist einen Tag länger als im vergangenen Jahr. Im bisherigen Jahresverlauf hat der Kartenverkauf mehr als 10 Milliarden CNY eingebracht, deutlich weniger als die Rekordeinnahmen von 64 Milliarden CNY im Jahr 2019. Alles in allem gewinnt der Aufschwung im Dienstleistungssektor nach der Epidemie an Tempo, aber die von der Pandemie verursachten Belastungen sind immer noch enorm.