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Corona-Virus Update 7. Juli 2020 – Fokus Deutschland

Unsere Echtzeit-Indikatoren für Deutschland zeigen, dass sich die Erholung der Wirtschaft und des sozialen Lebens fortsetzt, auch wenn die Dynamik etwas nachzulassen scheint. In den USA nehmen die Neuinfektionen weiter zu, ein fünftes Hilfspaket ist im Gespräch. In Peking ist gestern kein weiterer Fall einer Neuinfektion aufgetreten.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Deutsche Wirtschaft erholt sich weiter

Die Erholung des wirtschaftlichen und sozialen Lebens in Deutschland setzt sich fort. Dabei gibt es zwischen den einzelnen Indikatoren deutliche Unterschiede: Während der Lkw-Verkehr zuletzt stagniert hat, gab es beim Stromverbrauch Hoffnungszeichen (für Details zu den Indikatoren siehe unser Economic Insight):

  1. Stromverbrauch mit neuem Anlauf (letzter Wert: 6. Juli)

Der Stromverbrauch hat im Verlauf der vergangenen Woche zugenommen. Da in der gleichen Phase des Vorjahres der Verbrauch eher zurückging, hat sich der Abstand des 7-Tagesdurchschnitts zu unserer Vergleichsgröße für die Jahre 2017 bis 2019 spürbar verringert. Allerdings hat es eine solche Bewegung in den vergangenen Wochen immer wieder gegeben, ohne dass sie der Startschuss für eine nachhaltige Erholung war. Darum sollte sich dieser Trend zumindest noch eine Woche fortsetzen, damit auch dieser Indikator eine nachhaltige Erholung der deutschen Wirtschaft signalisiert.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  1. Lkw-Verkehr stagniert (letzter Wert: 1. Juli)

Vorerst zu Ende scheint hingegen die Normalisierung des LKW-Verkehrs zu sein, dessen 7-Tagesdurchschnitt sich seit 10 Tagen seitwärts bewegt. Damit liegt er weiterhin knapp 5% unter seinem Februar-Durchschnitt, hat damit aber immerhin mehr als 2/3 seines zwischenzeitlichen Rückgangs aufgeholt.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  1. Einzelhandel: Erholung geht weiter (letzter Wert: 27. Juni)

Der Einzelhandel (ohne Lebensmittel) legte in der letzten Juni-Woche weiter zu. Laut dem am 27. Juni gemessenen 7-Tage-Durchschnitt waren nur noch 10% weniger Kunden in den Geschäften als zu Zeiten vor Corona. In der Woche davor waren es noch 15% weniger gewesen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  1. Aufwärtstrend beim öffentlichen Personennahverkehr (letzter Wert: 5. Juli)

Der Indikator für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) legte vergangene Woche eine Verschnaufpause ein. Nach Daten der Reiseplanungs-App Moovit, die die Nutzung für den ÖPNV in sechs Städten Deutschlands zeigt, wurden in der Woche vom 29. Juni bis zum 5. Juli etwa 35% weniger Personen befördert als vor Corona. Damit blieb die Fahrgastanzahl im öffentlichen Personennahverkehr im Vergleich zur Vorwoche konstant.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  1. Fast so viele Restaurantbesuche wie vor einem Jahr (letzter Wert: 5. Juli)

Als erster unserer Indikatoren hat die Zahl der Restaurantbesuche fast wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Im Durchschnitt der vergangenen 7 Tage war die Anzahl der Abendessen gerade einmal noch 5% niedriger als vor einem Jahr. Dabei hat sich ein Muster herausgebildet, nach dem die Restaurantbesuche über die Woche leicht unter Vorjahr und am Wochenende leicht darüber liegen.

Weltweite Neuinfektionen

  • In den USA nimmt das Infektionsgeschehen weiter zu. Im Durchschnitt der letzten 7 Tage wurden 48.500 Neuinfektionen gemeldet. Dies entspricht 14,8 Fälle je 100.000 Einwohner.
  • In Brasilien wurden zuletzt etwas weniger Neuinfektion registriert. Die Infektionsrate sank leicht auf 17,7.
  • In der EU ist es bislang gelungen, die Ausbrüche in verschiedenen Einrichtungen rasch einzugrenzen. Die Infektionsrate liegen in allen großen EU-Ländern deutlich unter 1.

USA – Infektionswelle schwappt höher

  • Laut Dr. Fauci, dem obersten Infektionsexperten des Landes, sind die USA immer noch “knietief in der ersten Welle” der Pandemie. Die zuletzt mehrfach diagnostizierten 50 Tsd neuen Fälle pro Tag stellten eine ernste Lage dar, die unverzüglich angegangen werden müsse. Im Vergleich zu Europa, das es zuletzt nur noch mit vereinzelten Ausbrüchen zu tun hatte, sei die Lage in Amerika ungünstig.
  • In Texas und Idaho wurden zuletzt neue Tagesrekorde an Neuinfektionen gemeldet. In Arizona haben sich die Neufälle binnen zweieinhalb Wochen verdoppelt.
  • Der republikanische Mehrheitsführer im Senat, McConnell, geht davon aus, dass ein fünftes Hilfspaket nötig sein werde. Der Senat werde sich “in einigen Wochen” damit befassen. Bisher zeigten sich die Republikaner skeptisch hinsichtlich der Notwendigkeit weiterer Hilfen. Der starke Anstieg der Neuinfektionen der letzten Zeit scheint hier aber zu einem Umdenken zu führen.
  • Der ISM-Index für das Dienstleistungsgewerbe ist im Juni um 12 Punkte auf 57,2 gesprungen. Die Stimmungsindikatoren haben sich insgesamt deutlich verbessert. Es besteht aber das Risiko, dass die sich verschärfende Infektionslage mittelfristig wieder zu einer Eintrübung führt.

China: Epidemie scheint unter Kontrolle zu sein

  • Peking meldete am 6. Juli zum ersten Mal seit dem 11. Juni keine Neuinfektion. Diese Runde der Epidemie scheint eingedämmt worden zu sein.
  • Die Wohnungsverkäufe in den Großstädten erreichten den höchsten Stand seit Anfang 2019. Dies ist ein starkes Argument dafür, dass Chinas wirtschaftliche Erholung auf dem richtigen Weg ist.