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Corona-Virus Update 7. April 2021

Die Osterfeiertage haben einmal mehr deutlich vor Augen geführt, dass die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen stark vom Testumfang abhängt. Der Rückgang der 7-Tage-Inzidenz in Deutschland auf 110 je 100.000 Einwohner ist wohl allein auf die geringen Tests über die Osterfeiertage zurückzuführen und sendet damit ein krasses Fehlsignal.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • In Deutschland wurden gestern “nur” 9.677 Neuinfektionen gemeldet, 7.374 weniger als am Dienstag vor einer Woche. Die 7-Tage-Inzidenz – also die Summe der in den vergangenen sieben Tagen an Corona erkrankten Personen – ist auf 110 je 100.000 Einwohner gesunken (Grafik 1). Doch das ist kein Grund zum Jubeln, denn über die Osterfeiertage wurden vermutlich deutlich weniger Menschen getestet und wohl auch noch nicht alle Fallzahlen dem RKI übermittelt. Erst Mitte April dürfte die Zahl der Neuinfektionen wieder eine stärkere Aussagekraft haben.
  • Dass die dritte Infektionswelle noch nicht gebrochen ist, zeigt ein Blick in die Krankenhäuser. Die Zahl der intensiv-medizinisch behandelten Corona-Patienten ist gestern auf 4.355 gestiegen, knapp 800 mehr als vor einer Woche.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • Bedenklich stimmt, dass wieder mehr ältere Menschen in die Krankenhäuser eingeliefert werden. Von den in der 11. Kalenderwoche infizierten 60- bis unter 80-Jährigen mussten bislang 1.729 stationär behandelt werden, ein Plus von 234 gegenüber den in der 9. Kalenderwoche Infizierten (Grafik 2). Die Zahlen für die Kalenderwochen 12 und 13 dürften noch deutlich steigen, da noch weitere schwere Krankheitsverläufe zu erwarten sind. Die Grafik zeigt darüber hinaus, dass inzwischen vermehrt auch 35- bis unter 60-jährige Corona-Patienten eingeliefert werden. Diese haben zwar ein geringeres Sterberisiko als alte Menschen, liegen aber dafür länger im Krankenhaus, was die Bettenbelegung mit Corona-Patienten zusätzlich nach oben treibt.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • Nicht nur in Deutschland, auch in den meisten anderen EU-Ländern dürfte der Rückgang der gemeldeten Neuinfektionen am aktuellen Rand darauf zurückzuführen sein, dass über die Osterfeiertage weniger getestet worden ist (Grafik 3).
  • Kritisch ist die Lage weiterhin in Frankreich, wo die Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen gestern mit 5.626 einen neuen Jahreshöchststand erreicht hat.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In den USA steigt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen in der Tendenz wieder leicht an. Probleme bereiten vor allem regionale Infektionsausbrüche wie in Michigan, wo die 7-Tage-Inzidenz auf 500 je 100.000 Einwohner nach oben geschnellt ist.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Impfungen

  • Präsident Biden will, dass alle erwachsenen Amerikaner bereits ab dem 19. April für eine Impfung berechtigt sind. Bisher hatte er das Zieldatum 1. Mai ausgegeben. Der ehrgeizigere Zeitplan wird durch das weiter beschleunigte Impftempo ermöglicht. In der zurückliegenden Woche wurden täglich im Durchschnitt 3,1 Millionen Impfungen verabreicht. Damit hat sich das Impftempo seit seinem Amtsantritt vor zweieinhalb Monaten verdreifacht. Inzwischen ist rund ein Drittel der Bevölkerung mindestens einmal geimpft (Grafik 5).
  • Seit gestern impfen in Deutschland auch die Hausärzte. Ihnen stehen in der ersten Woche 940.000 Impfdosen zur Verfügung. Bei 35.000 Hausarztpraxen macht das knapp 27 Dosen je Praxis – für die ganze Woche. Nach Ankündigungen des Bundesgesundheitsministeriums soll es ab dem 26. April mehr als dreimal so viel Dosen geben. Momentan können nur kassenärztliche Praxen an den Impfungen teilnehmen. Privatärzte sowie die 15.000 bis 20.000 Betriebsärzte sind derzeit nicht in die Impfkampagne eingebunden – das Bundesgesundheitsministerium begründet dies mit den momentan noch begrenzten Liefermengen.

Wirtschaft

  • Der IWF hat seine Wachstumsprognose für die Welt im laufenden Jahr von 5,5% auf 6,0% erhöht. Besonders kräftig nach oben revidiert wurde die Wachstumsprognose für die USA (auf +6,4% von +5,1%), während es für Deutschland nur eine minimale Aufwärtsrevision auf +3,6% gab. Der Weg aus der Corona-Krise zeichne sich immer deutlicher ab, so der IWF.
  • Nachdem am Ostermontag der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Laschet gefordert hatte, den Corona-Gipfel, der für den 12. April anberaumt ist, auf diese Woche vorzuziehen, fordert dies nun auch Hessens Ministerpräsident Bouffier. Eine Bund-Länder-Konferenz in dieser Woche sei sinnvoll, weil die Intensivstationen bundesweit immer weniger Kapazitäten haben. Außerdem beginnen in den meisten Bundesländern am nächsten Montag die Schule wieder. Ziel der beiden Unionspolitiker ist es, die Zahl der Infektionen drastisch herunterzufahren und damit eine “Brücke zu bauen, um anschließend wieder über Öffnungen reden zu können.”

Start in die Dividendensaison

Auch in diesem Jahr ist im Frühjahr die Zeit für Hauptversammlungen und so können sich viele Aktionäre über Ausschüttungen freuen. Lesen Sie hier, was Anleger von der kommenden Dividendensaison erwarten können.