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Corona-Virus Update 6. April 2021

In Deutschland wurden über die Osterfeiertage deutlich weniger Neuinfektionen gemeldet. Doch diese dürfte allein auf weniger Tests und verzögerte Meldungen der Gesundheitsämter zurückzuführen sein. Aussagekräftige Zahlen wird es wohl erst wieder Mitte April geben.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • In Deutschland wurden über die Osterfeiertage weniger Neuinfektionen registriert als in der Vorwoche. Die 7-Tage-Inzidenz sank gestern auf 123,0 je 100.000 Einwohner (Grafik 1). Am Montag vor einer Woche lag sie noch bei 135,2. Der Rückgang dürfte jedoch ausschließlich auf den geringeren Testumfang und die verzögerten Meldungen der Gesundheitsämter über die Feiertage zurückzuführen sein. Im Laufe der Woche dürfte die Infektionszahlen wieder steigen.
  • In den Krankenhäusern hat sich die Lage in der vergangenen Tagen weiter merklich verschärft. Gestern mussten 4.144 Corona-Patienten intensiv-medizinisch behandelt werden, 687 mehr als vor einer Woche.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In Frankreich steigen die gemeldeten Neuinfektionen weiter. Im Durchschnitt der vergangenen sieben Tagen waren es knapp 59 je 100.000 Einwohner, 8 mehr als vor einer Woche (Grafik 2).
  • In Tschechien ist es dagegen gelungen, die dritte Infektionswelle zu brechen. Im Durchschnitt der vergangenen sieben Tage wurde noch knapp 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner registriert, Mitte März waren es noch doppelt so viele.
  • Auch in Italien und den Niederlanden sind die Infektionszahlen in den vergangenen Tage gesunken. Aber auch hier bleibt wie in Deutschland abzuwarten, ob dies nur auf weniger Tests über die Feiertage zurückzuführen ist. In Deutschland wurden am Ostermontag 6.885 Neuinfektionen gemeldet, 2.664 weniger als am Montag vor einer Woche.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In den USA ist die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen vier Tagen nicht weiter gestiegen. Der 7-Tage-Durchschnitt je 100.000 Einwohner liegt weiter bei 19 (Grafik 4).
  • In Israel und Großbritannien ist es gelungen, die Ausbreitung des Virus stark einzuschränken. Dank der fortgeschrittenen Impfungen werden in beiden Ländern nur noch wenige Neuinfektionen gemeldet.
  • Schlechte Nachrichten kommen dagegen aus Indien, wo im Durchschnitt der vergangenen sieben Tagen 6 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner registriert wurden, doppelt so viele wie vor einem Monat.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • Die USA wollen die globalen Impfanstrengungen stärker unterstützen. Angesichts des fortgeschrittenen Impfprozesses in den USA prüft die Regierung, wie sie andere Länder stärker unterstützen kann. In den letzten Tagen wurden in den USA durchschnittlich mehr als 4 Mio Impfdosen verabreicht. 32,4% der Bevölkerung haben bereits mehr als eine Impfung erhalten (Grafik 4). Zum Vergleich, in Deutschland wird es schon als Erfolg gefeiert, wenn bis Anfang Mai 20% der Bevölkerung geimpft wären.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Wirtschaft

  • In Deutschland setzt sich die Belebung des sozialen Lebens trotz der Notbremse fort, die Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten bei ihrem Corona-Gipfel am 22. März gezogen hatten. An sich hätten damit die bis dahin moderaten Lockerungen zurückgenommen werden müssen. Doch Google-Bewegungsdaten zeigen, dass danach sogar spürbar mehr Menschen in Einkaufszentren etc. unterwegs waren. Am 31. März waren dies im 7-Tagedurchschnitt -31% im Vergleich zu normalen Zeiten, wohingegen es am Tag der Notbremse -38% waren (Grafik 5).
  • Kaum verwunderlich, dass nun, nachdem sich Kanzlerin Merkel vor gut einer Woche mahnend geäußert hatte, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Laschet am Ostermontag forderte, im April einen “Brücken-Lockdown” zu verhängen. Angesichts der dritten Corona-Welle müsse im April ein kurzer, aber harter Lockdown durchgesetzt werden. Es müsse in vielen Bereichen nachgelegt werden und Verschärfungen geben. Darin inbegriffen sind womöglich Ausgangssperren, weniger Betreuung in Schulen und Kitas und mehr Menschen im Homeoffice. Damit müsse die Zeit überbrückt werden, bis viele Menschen geimpft seien. Laschet sowie Gesundheitsminister Spahn rechnen damit, dass bis Ende April 20% aller Menschen in Deutschland geimpft seien. Gleichzeitig sprach sich Laschet für einen Corona-Gipfel bereits in dieser Woche aus; ursprünglich ist dieser für den 12. April geplant.
  • Indes beginnt das Saarland mit dem Ausstieg aus dem Lockdown. Trotz steigender Infektionszahlen dürfen ab heute eine ganze Reihe an Geschäften und Einrichtungen wieder öffnen. Dazu zählen die Außengastronomie, Kinos, Theater, Konzerthäuser, Fitnessstudios und Tennishallen. Nötig ist ein negativer Corona-Schnelltest, der nicht älter als 24 Stunden sein darf. Dann dürfen sich im Freien auch bis zu zehn Personen treffen. Das “Saarland-Modell” soll seinen Bürgern wieder mehr Freiheiten ermöglichen. Diese Lockerungen seien möglich, solange die 7-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner stabil unter 100 liegt. Sobald dieser Wert überschritten wird, greift ein Ampelsystem. Bei “gelb” gilt eine ausgeweitete Testpflicht, unter anderem für den Einzelhandel. Bei “rot”, also bei einer drohenden Überlastung des Gesundheitssystems, wird die Notbremse gezogen und die Lockerungen werden einkassiert.

Start in die Dividendensaison

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