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Corona-Virus Update 4. August 2020 – Fokus Deutschland

Die meisten unserer Echtzeitindikatoren deuten darauf, dass die Erholung in Deutschland weit fortgeschritten ist. In der vergangenen Woche gab es aber kaum noch einen weiteren Fortschritt, was auch an dem zunehmenden Risiko einer zweiten Infektionswelle liegen könnte. In den USA appellieren Vertreter der Notenbank an die Finanzpolitik, die Wirtschaft stärker zu unterstützen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Deutsche Wirtschaft: Erholung weit fortgeschritten und stagniert

Laut unseren Echtzeitindikatoren ist die Erholung in Deutschland bereits sehr weit fortgeschritten. Allerdings gab es in der vergangenen Woche kaum noch einen Fortschritt, was auch an der zunehmenden Diskussion über eine zweite Infektionswelle liegen mag, die beispielsweise manchen Verbraucher davon abhält, in die Einzelhandelsgeschäfte zu gehen:

1. Erholung im Lkw-Verkehr stagniert (letzter Wert: 29. Juli)

Der für die Industrie und den Handel so wichtige Lkw-Verkehr in Deutschland befindet sich beinahe wieder auf Vorkrisenniveau. Zuletzt stagnierte die Erholung jedoch. Seit circa zwei Wochen liegt der Lkw-Verkehr etwa 3% unter dem Vor-Corona-Level.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

2. Einzelhandel: Die Erholung stockt (letzter Wert: 27. Juli)

Der Einzelhandel (ohne Lebensmittel) hat, zumindest was Kundenzahlen betrifft, nahezu seinen Normalzustand wiedererlangt. Laut den von Google protokollierten Handy-Bewegungsdaten lagen die Kundenzahlen in den Geschäften in der letzten Juli-Woche nur noch 4% unter dem Normalniveau, nachdem das Minus zeitweise mehr als 60% betragen hatte. Im Vergleich zur Vorwoche sind die Kundenzahlen allerdings sogar leicht zurückgegangen. Hieran lässt sich vielleicht schon erkennen, dass einige Kunden aufgrund der steigenden Infektionszahlen wieder vorsichtiger werden.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

3. Aufwärtstrend im öffentlichen Personennahverkehr wird langsamer (letzter Wert: 2. August)

Der Aufwärtstrend bei den Fahrgastzahlen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) hat sich seit Ende Juni spürbar abgeschwächt. Nach Daten der Reiseplanungs-App Moovit, die die Nutzung für den ÖPNV in sechs Städten Deutschlands beschreibt, wurden zuletzt etwa 25% weniger Personen befördert als vor Corona. Dies stellt einen nur leichten Anstieg im Vergleich zur Vorwoche dar.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

4. Etwas weniger Restaurantbesuche als vor einer Woche (letzter Wert: 1. August)

In der vergangenen Woche ist die Zahl der Restaurantbesuche leicht zurückgegangen. Trotzdem liegt der 7-Tage-Durchschnitt mit 15% weiter deutlich über dem Vorjahresniveau. Dieser Befund scheint kurios, da noch immer einige wegen des Ansteckungsrisikos Menschenansammlungen meiden. Bei der Interpretation der Daten ist allerdings zu berücksichtigen, dass Open Table nur die wieder eröffneten Restaurants betrachtet und mit dem Vorjahr vergleicht. Diejenigen, die nicht wieder geöffnet haben, bleiben hier unberücksichtigt.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Weltweite Neuinfektionen

  • Die Corona Pandemie breitet sich weiterhin weltweit aus. Am schwersten sind weiterhin Nord- und Lateinamerika betroffen. In den USA waren die Fallzahlen in den letzten Tagen jedoch leicht rückläufig (Grafik 5) und in Brasilien sind die Neuinfektionen zumindest nicht weiter gestiegen. Eine große Anzahl an Neuinfektionen wird aktuell auch in Indien und in Südafrika vermeldet, wo sich das Virus immer weiter ausbreitet.
  • In der EU bahnt sich eine zweite Viruswelle an. Vor allem in Spanien stiegen die Neuinfektionen zuletzt deutlich an. Aber auch in Frankreich und Deutschland ist die Infektionsrate –durchschnittliche Neuinfektionen in den letzten 7 Tagen je 100.000 Einwohner- in den letzten Tagen gestiegen. In Deutschland wurden zuletzt durchschnittlich knapp 700 Neuinfektionen pro Tag vermeldet. Für Frankreich wurden seit dem Wochenende noch keine offiziellen Zahlen veröffentlicht.

USA – Finanzpolitik am Zug laut Fed-Vertretern

  • Mehrere regionale Fed-Präsidenten haben den Kongress aufgefordert, die US-Wirtschaft weiter zu stützen. Eine Verlängerung der erhöhten Arbeitslosenhilfe (die zum 31.7. ausgelaufen ist) sei wichtig.
  • In den USA wurden im Juli auf das Jahr hochgerechnet 14,5 Mio Autos verkauft, nach 13,1 Mio im Juli. Dies war mehr als erwartet und ein stärkerer Anstieg als etwa im Juni. Damit haben sich die gestiegenen Infektionszahlen (noch) nicht negativ bemerkbar gemacht.
  • Der ISM-Index im verarbeitenden Gewerbe ist im Juli deutlicher als erwartet von 52,6 auf 54,2 gestiegen, das höchste Niveau seit März 2019. Er deutet also auf eine stärkere Expansion hin.

China: Hafenumschlag lässt etwas nach

  • Der Containerumschlag in den wichtigsten Häfen lag zwischen dem 21. und 31. Juli 1,0% höher als im Vorjahr. Mitte Juli hatte der Containerumschlag noch 7,0% gegenüber dem Vorjahr betragen. Für den gesamten Monat meldeten einzelne Häfen aber beachtliche Umschlags-Zahlen, wie die Häfen von Ningbo (8,4%) und Guangzhou (3,3%). Der Hafen von Shanghai gab an, dass das Containervolumen im Juli sogar ein Rekordhoch erreichte.
  • Chinas Immobilienverkäufe haben sich in den letzten Wochen etwas abgeschwächt.