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Corona-Virus Update 30. Oktober 2020

In den USA und Europa wurden gestern neue Rekordwerte bei den Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der in deutschen Krankenhäusern intensiv-medizinisch behandelten Corona-Patienten steigt weiter rasant an. Die neuen Corona-Beschränkungen werden in der Wirtschaft Bremsspuren hinterlassen. Das trübt die Freude über das kräftige Wirtschaftswachstum in den USA und im Euroraum im dritten Vierteljahr.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • In den USA wurden gestern über 90.000 Neuinfektionen gemeldet, so viel wie noch nie an einem Tag. Der sieben Tage-Durchschnitt je 100.000 Einwohner kletterte damit über 23 (Grafik 1). In Brasilien sind die Neuinfektionen in den letzten Tage im Gegensatz zu Indien nicht weiter gesunken.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In Europa breitet sich das Coronavirus weiter ungebremst aus. Auch gestern meldeten fast alle Länder neue Höchststände bei den Neuinfektionen. In Frankreich und den Niederlanden ist die Infektionsrate – also die Neuinfektionen je 100.000 Einwohner im Durchschnitt der letzten sieben Tage – über 60 geklettert (Grafik 2).
  • Die Infektionskurven werden im günstigsten Fall Mitte November den Hochpunkt erreicht haben. Denn die neuen Corona-Beschränkungen werden sich erst in zwei bis drei Wochen in den Zahlen widerspiegeln.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Auslastung in den Krankenhäuser steigt besorgniserregend

  • Die Zahl der in deutschen Krankenhäusern intensiv-medizinisch behandelten Corona-Patienten ist gestern um 127 auf 1.696 gestiegen (Grafik 3). Damit hat sich die Zahl in nur 10 Tagen verdoppelt. Schon Mitte November wird der der Höchststand vom April überschritten werden. Selbst wenn die jetzt ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus greifen, wird der Anstieg frühestens Ende November zum Stillstand kommen.

Wirtschaft

  • Die US-Wirtschaft ist im dritten Quartal kräftig gewachsen (+7,4% gegenüber dem Vorquartal, entsprechend +33,2% auf Jahresrate hochgerechnet). Damit wurden bislang rund zwei Drittel des Corona-bedingten Einbruchs wieder wettgemacht. Das Wachstum im vierten Quartal wird aber viel schwächer ausfallen, zumal die Infektionszahlen dramatisch gestiegen sind.
  • Das Bruttoinlandsprodukt in Frankreich ist im dritten Quartal um satte 18,2% gegenüber dem zweiten Vierteljahr gestiegen. Damit wurde ein großer Teil des Einbruchs im ersten Halbjahr wieder wettgemacht. Doch die Bank de France warnte bereits, dass die französische Wirtschaft im Schlussquartal 2020 wegen der neuen Corona-Beschränkungen wieder schrumpfen könnte.
  • Die EZB hat auf ihrer Sitzung gestern sehr deutlich gemacht, dass sie im Dezember weitere Maßnahmen ergreifen wird, um der strauchelnden Wirtschaft in der Eurozone unter die Arme zu greifen. Die EZB warnt vor einem deutlichen Nachlassen der Wachstumsdynamik aufgrund der verschärften Lockdowns in einigen Ländern der EWU.