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Corona-Virus Update 30. November 2020

In den USA könnte die dritte Infektionswelle den Hochpunkt überschritten haben. Auch in der EU sind die Neuinfektionen in den meisten Ländern rückläufig.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • In den USA wurden in den letzten Tagen deutlich weniger Neuinfektionen gemeldet. Der Sieben-Tage-Durchschnitt ist von 54,5 auf 49,9 je 100.000 Einwohner gefallen (Grafik 1).
  • In Brasilien steigt dagegen die Infektionsrate weiter an, während sie in Indien unverändert auf niedrigem Niveau verharrt.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In der EU sinkt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen weiter. In Frankreich, das besonders stark von der zweiten Infektionswelle getroffen wurde, fiel die Infektionsrate gestern auf unter 17 (Grafik 2). In Spanien und Italien weist die Infektionskurve ebenfalls weiter deutlich nach unten. In den Niederlanden ist die Zahl der Neuinfektionen nach einer längeren Phase der Stagnation in den letzten Tagen weiter gesunken.
  • In Deutschland ist weiterhin keine Trendwende bei den Neuinfektionen zu erkennen. Gestern lag die Infektionsrate mit 21,5 nur wenig unter dem Hochpunkt vom 21. November (22,2).
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • Die Zahl der in deutschen Krankenhäusern intensiv-medizinisch behandelten Corona-Patienten ist weiter leicht auf 3901 gestiegen (Grafik 3). Gegenüber Vorwoche bedeutet dies ein Plus von 5,2%.

Wirtschaft

In Deutschland fordern drei Bundesländer die Erweiterung des steuerlichen Verlustrücktrags für Unternehmen. Laut Forderung soll die Obergrenze der Verlustverrechnung auf 50 Mio Euro angehoben und der Rücktragszeitraum auf zwei Jahre ausgedehnt werden. Dies würde Firmen in der Corona-Krise weiter entlasten. Bundesfinanzminister Scholz lehnt diesen Vorschlag bisher ab.

Chinas offizielle Einkaufsmanagerindizes (PMI) deuten weiterhin auf eine gute Konjunktur der zweitgrößten Volkswirtschaft. Der PMI für das verarbeitende Gewerbe stieg im November auf 52,1 und übertraf die Erwartungen deutlich (Konsens: 51,5). Der PMI für den Dienstleistungssektor legte leicht von 56,2 auf 56,4 zu und befindet sich damit weiterhin deutlich im expansiven Bereich. Im Detail zeigt sich, dass die Exporte eine Vorreiterrolle spielen – der Teilindex der Exportaufträge stieg im November mit 51,5 auf ein Mehrjahreshoch.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Wirtschaft

In Frankreich ist nach Schätzungen des französischen Statistischen Amtes (INSEE) die wirtschaftliche Aktivität im November um fast 10% gegenüber Oktober eingebrochen. Sie lag damit wieder 13% unter dem Vorkrisenniveau (Grafik 4). Von den neuen Corona-Beschränkungen stark betroffen sind vor allem die Gastronomie. Aber auch der Groß- und Einzelhandel sowie das Transportwesen verzeichnen starke Einbußen. Für das Schlussquartal 2020 zeichnet sich damit ein Rückgang des Bruttoinlandsproduktes gegenüber dem dritten Vierteljahr um rund 4% ab.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Deutschland hat die Corona-Maßnahmen auf eine solidere gesetzliche Basis gestellt, nachdem in den vergangenen Wochen immer wieder Zweifel an der Gesetzmäßigkeit einzelner Maßnahmen geäußert wurden und Gerichte Maßnahmen zum Teil aufhoben. Bundestag und Bundesrat haben nun eine Reform des Infektionsschutzgesetzes verabschiedet. Darin werden die Maßnahmen im Detail aufgezählt, die Bund und Länder ergreifen können. Dazu zählen die Maskenpflicht, Abstandsgebote, Reisebeschränkungen, Ausgangssperren, Kontaktbeschränkungen, die Schließung von Betrieben und Einrichtungen sowie Verbote von Veranstaltungen und Gottesdiensten. Die Maßnahmen sind grundsätzlich auf vier Wochen befristet.

Der Bedarf der Deutschen an Toillettenpapier scheint dagegen bereits wieder gedeckt zu sein. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auf Basis von Scannerdaten war der Umsatz in den vergangenen beiden Wochen weitgehend normal, nachdem er Ende Oktober angesichts des bevorstehenden Lockdowns kräftig angezogen hatte (Grafik 5). Gefragt blieben aber andere Güter wie Desinfektionsmittel, Reis und Hefe.