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Corona-Virus Update 30. Juni 2020 – Fokus Deutschland

Unsere Echtzeit-Indikatoren für Deutschland zeigen, dass sich die Erholung der Wirtschaft und des sozialen Lebens fortsetzt, auch wenn die Dynamik etwas nachzulassen scheint. In den USA haben einige Bundesstaaten und Städte aufgrund stark steigender Fallzahlen ihre Lockerungsmaßnahmen vorerst ausgesetzt. In China waren die Einkaufsmanagerindizes im Juni besser als erwartet, was auf eine weitere Erholung hindeutet.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Deutsche Wirtschaft erholt sich weiter

Die Erholung des wirtschaftlichen und sozialen Lebens in Deutschland setzt sich fort. Allerdings gibt es erste Anzeichen dafür, dass es nach den recht deutlichen Fortschritten in den vergangenen Wochen zuletzt einen gewissen Tempoverlust gegeben hat (für Details zu den Indikatoren siehe unser Economic Insight):

  1. Fast so viele Restaurantbesuche wie vor einem Jahr (letzter Wert: 28. Juni)

Als erster unserer Indikatoren hat die Zahl der Restaurantbesuche fast wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Im Durchschnitt der vergangenen 7 Tage war die Anzahl der Abendessen gerade einmal noch 21/2% niedriger als vor einem Jahr.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  1. Normalisierung bei Lkw-Verkehr verlangsamt (letzter Wert: 24. Juni)

An Fahrt verloren hat dagegen die Normlaisierung des LKW-Verkehrs. Zwar hat dieser in den vergangenen 7 Tagen wieder zugelegt. Allerdings ist dies eher eine Gegenbewegung zu den schwachen Werten rund um Fronleichnam zu werden, die zuletzt aus dem 7-Tagesdurchschnitt herausgefallen sind. Die verschiedenen Feiertage und die sich aus ihnen ergebenden unterschiedlichen Effekte machen es derzeit schwierig, den zugrundeliegenden Trend zu bestimmen. Es deutet sich aber an, dass der Aufwärtstrend flacher geworden ist. Mit einem Rückgang gegenüber dem Februar-Durchschnitt von zuletzt knapp 5% hat der LKW-Verkehr aber immerhin schon mehr als 2/3 seines zwischenzeitlichen Rückgangs aufgeholt.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  1. Einzelhandel: Fast wieder auf Normalniveau (letzter Wert: 23. Juni)

Der Einzelhandel (ohne Lebensmittel) legte in der dritten Juni-Woche spürbar zu, nachdem er in der Woche zuvor eine Verschnaufpause eingelegt hatte. Laut dem am 23. Juni gemessenen 7-Tage-Durchschnitt waren nur noch 10% weniger Kunden in den Geschäften als zu Zeiten vor Corona. In der Woche davor waren es noch -18%.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  1. Aufwärtstrend beim öffentlichen Personennahverkehr (letzter Wert: 29. Juni)

Der Indikator für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) setzte im Lauf der vergangenen Woche seinen Aufwärtstrend fort. Nach Daten der Reiseplanungs-App Moovit, die die Nutzung für den ÖPNV in sechs Städten Deutschlands zeigt, wurden in der Woche vom 23. bis 29. Juni 35% weniger Personen befördert als gewöhnlich. In der vorangegangenen Woche nutzten den ÖPNV 38% weniger Passagiere.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  1. Stromverbrauch bleibt schwach (letzter Wert: 29. Juni)

Der schwächste Indikator bleibt der Stromverbrauch. Zwar hat sich der Abstand des 7-Tagesdurchschnitts zu unserer Vergleichsgröße für die Jahre 2017 bis 2019 zuletzt etwas verringert. Der Abstand ist aber immer noch größer als im Durchschnitt der vergangenen drei Monate, und es bleibt abzuwarten, ob sich der jüngste leichte Anstieg des Verbrauchs als nachhaltig erweisen wird.

Weltweite Neuinfektionen

  • In Nord- und Südamerika breitet sich das Virus weiter ungebremst aus. In Brasilien wurden in den letzten 7 Tagen im Durchschnitt 16,7 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner gemeldet. Damit hat die Infektionsrate einen neuen Hochpunkt erreicht.
  • Auch in den USA nimmt das Infektionsgeschehen weiter zu. Die Infektionsrate ist auf 11,7 gestiegen. Betroffen sind vor allem die Süd- und Südwest-Staaten.
  • In der EU ist von lokalen Ausbrüchen abgesehen das Infektionsgeschehen niedrig. Die Infektionsrate liegt in allen großen EU-Ländern deutlich unter 1.
  • Die Gesundheitssysteme werden durch die Corona-Epidemie kaum noch belastet. In Deutschland werden nur noch 332 Corona-Patienten stationär behandelt. Im Hochpunkt waren es fast 10 mal so viele.

USA – Bundesstaaten stoppen Öffnungen

  • Aufgrund stark steigender Fallzahlen haben einige Bundesstaaten und Städte ihre Lockerungsmaßnahmen vorerst ausgesetzt. So hat der Gouverneur von Arizona Bars, Fitnessstudios und Theater für 30 Tage geschlossen und Versammlungen von mehr als 50 Personen untersagt.
  • Die Seuchenschutzbebörde CDC hält den jüngsten Anstieg der Infektionszahlen für entmutigend; es dürfte schwer sein, den neuerlichen Ausbruch rasch wieder unter Kontrolle zu bekommen. Frühere Hoffnungen, dass das wärmere Wetter im Sommer die Ausbreitung des Virus verlangsamen könnte, dürften wohl enttäuscht werden.
  • Die meisten der neuen Fälle beträfen laut Angaben der Gesundheitsbehörden jüngere Leute. Diese könnten das Virus aber an ältere und stärker gefährdete Personen übertragen, was verhindert werden müsse.
  • Der neuerliche Anstieg der Infektionen könnte die wirtschaftliche Erholung gefährden. Fed-Chef Powell beobachtet außerordentlich hohe Unsicherheiten, allerdings habe sich die Wirtschaft wieder belebt. Die Märkte haben sich von solchen Sorgen gestern aber unbeeindruckt gezeigt, die Aktien haben deutlich zugelegt.

China: Optimistische Einkaufsmanager

  • Chinas offizielle Einkaufsmanagerindizes (PMI) haben im Juni trotz des Wiederaufflammens des Virus in Peking besser abgeschnitten als erwartet. Der PMI im verarbeitenden Gewerbe lag im Juni bei 50,9 (Konsens: 50,5), nach 50,6 im Mai. Der PMI im Dienstleistungssektor kletterte im Juni auf 54,4, gegenüber 53,6 im Mai. Der PMI für das verarbeitenden Gewerbe blieb damit den vierten Monat in Folge im expansiven Bereich.
  • Chinas Militär hat einen Coronavirus-Impfstoff für den Einsatz in seinen Reihen zugelassen, der von seiner Forschungseinheit und einer Biotech-Firma entwickelt wurde, gab das Unternehmen am Montag Auskunft.