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Corona-Virus Update 30. Juli 2020 – Fokus USA

In den USA belegen Hochfrequenzdaten, dass die wirtschaftliche Erholung im Zuge der stark gestiegenen Infektionszahlen zuletzt an Schwung verloren hat, weil die Verbraucher vorsichtiger geworden sind. Gleichzeitig hat sich der Kongress noch nicht darauf geeinigt, ob und in welcher Form die in dieser Woche endende Aufstockung des Arbeitslosengeldes verlängert wird. In Spanien steigen die Infektionszahlen weiter deutlich. Auch Frankreich und Deutschland melden steigende Neuinfektionen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

USA: Verbraucher halten sich zurück

Wir haben für die USA mehrere Indikatoren ausgesucht, die quasi in Echtzeit einen Eindruck davon geben, wo die US-Wirtschaft steht.

1. Stahlproduktion (letzter Wert 25. Juli)

Nach dem scharfen Einbruch der Stahlproduktion Ende März um ein Drittel ist in den letzten Wochen eine stetige Aufwärtsentwicklung sichtbar. Diese erfolgt allerdings von einem sehr niedrigen Niveau aus und mit sehr geringem Tempo.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

2. Frachtverkehr (letzter Wert 25. Juli)

Die chemische Industrie ist für uns von Interesse, weil sie mit vielen anderen Branchen über Lieferbeziehungen verbunden ist. Beim Transport von Chemikalien per Bahn beobachten wir seit einigen Wochen eine Erholung.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

3. Hypothekenanträge (letzter Wert 24. Juli)

Nach einem zwischenzeitlichen Einbruch im März/April haben die Anträge auf Hypothekenkredite für den Kauf einer Wohnimmobilie kräftig angezogen. Für den starken Anstieg dürften die rückläufigen Hypothekenzinsen verantwortlich sein. Es gehen weiterhin sogar mehr Anträge ein als in den letzten Jahren in der entsprechenden Kalenderwoche üblich war.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

4. Reisende an Flughäfen (letzter Wert 28. Juli)

Der Gesamtdurchsatz von Reisenden an den Kontrollpunkten der Transportation Security Administration (TSA) lag in den letzten sieben Tagen bei durchschnittlich knapp 663 Tausend pro Tag und damit nahezu unverändert im Vergleich zum vorherigen 7-Tageszeitraum. Dem stehen Messwerte von 2-2,5 Millionen an einem typischen Tag im Jahr 2019 gegenüber. Der Flugreiseverkehr liegt gegenwärtig bei gut 25% des Normalwerts.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

5. Kundenzahl im Einzelhandel und Freizeiteinrichtungen (letzter Wert 25. Juli)

Der Einzelhandel (ohne Lebensmittel) und die Freizeiteinrichtungen haben sich gemessen an der von Google ermittelten Kundenzahl spürbar erholt. Verzeichneten die Geschäfte im April zeitweise 40% – 50% weniger Kunden als in normalen Zeiten, so wurde bis Mitte Juni zwei Drittel des Einbruchs wettgemacht. Dann kam der Aufwärtstrend allerdings zum Stillstand, weil die Infektionszahlen wieder stiegen und die Behörden deshalb die Lockerungen von Maßnahmen gegen die Pandemie teilweise wieder zurückgenommen haben.

Weltweite Neuinfektionen

  • Das Coronavirus hat die Welt weiter fest im Griff. In Brasilien klettert die Infektionsrate – die durchschnittlichen Neuinfektionen in den letzten 7 Tagen je 100.000 Einwohner – weiter nach oben. Sie liegt nun über 22 und damit auf dem höchsten Wert seit Beginn der Pandemie. In den USA verharren die Neuinfektionen dagegen seit mehr als 10 Tagen auf demselben – wenn auch sehr hohen – Niveau.
  • In Spanien steigen die Infektionszahlen weiter deutlich. In den letzten 7 Tagen wurden hier im Durchschnitt über 2.000 Neuinfektionen pro Tag gemeldet. Betroffen ist dabei vor allem der Nordosten des Landes. In verschiedenen Regionen wurden die Ausgangsbeschränkungen wieder verschärft und an vielen Stellen wurde eine allgemeine Maskenpflicht eingeführt.
  • Auch Frankreich und Deutschland melden steigende Neuinfektionen. In Frankreich ist die Infektionsrate wieder auf deutlich über 1 gestiegen, in Deutschland liegt sie aktuell wieder bei 0,7. In Italien bleiben die Fallzahlen dagegen aktuell auf einem konstant niedrigen Niveau. Dabei ist zu beachten, dass die gemeldeten Neuinfektionen das Infektionsgeschehen der letzten zwei Wochen darstellen und deswegen immer eine gewisse Verzögerung beinhalten.

Deutschland – Arbeitsagentur kündigt Defizit für 2021 an

Der Vorsitzende der Bundesagentur für Arbeit gab gestern bekannt, dass er auch für 2021 von einem Defizit der Arbeitsagentur ausgeht. Schon für dieses Jahr wird ein Defizit von circa 30 Mrd Euro prognostiziert. Dadurch werden sich die Rücklagen der Arbeitsagentur bereits im Laufe dieses Jahres in Luft auflösen. Wegen der hohen Ausgaben für Kurzarbeitergeld und des erwarteten Anstiegs der Arbeitslosenzahl im Laufe des Jahres werde es deswegen auch 2021 zu einem Defizit kommen.

China – Autoverkäufe verbessern sich

Die Verkäufe von Personenkraftwagen stiegen in der vierten Juliwoche im Jahresvergleich um 20%. Der wöchentliche Verkaufstrend im Juli war sehr volatil, da die Verkäufe in den ersten beiden Wochen schwach waren, aber in der dritten und vierten Woche wieder anzogen.