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Corona-Virus Update 3. Juli 2020 – Fokus Euroraum

Nach den Lockerungen der Corona-Beschränkungen setzt sich die Erholung im Euroraum fort. Die Beschäftigung stabilisiert sich, die wirtschaftliche Aktivität nimmt wieder spürbar zu. Das größte Risiko für die Weltwirtschaft ist gegenwertig die ungebremste Ausweitung des Corona-Virus in den USA. Dort wurden inzwischen einige Lockerungen wieder zurückgenommen. Inwieweit sich dies auf die wirtschaftliche Erholung der US-Wirtschaft auswirken wird, bleibt abzuwarten.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Euroraum: Beschäftigung stabilisiert sich

Der Stillstand in großen Teilen der Wirtschaft hat die Beschäftigung im März und April einbrechen lassen. Besonders scharf war der Rückgang im Dienstleistungssektor, der von den Corona-Beschränkungen besonders betroffen war (Grafik 1). Inzwischen scheint sich die Beschäftigungslage zu stabilisieren. Die Beschäftigungskomponenten der Einkaufsmanagerindizes haben bereits die Hälfte des Rückgangs wettgemacht. In dieses Bild passen auch Meldungen, dass viele Unternehmen bereits wieder Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurückgeholt haben.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Industrieproduktion zieht wieder deutlich an

Die nächste Woche zur Veröffentlichung anstehende Industrieproduktion für Mai dürfte in allen Euro-Ländern ein merkliches Plus gegenüber April zeigen. Hierauf deuten unter anderem die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe, die sich im Juni deutlich von den Tiefpunkten im April entfernt haben (Grafik 2).

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Auch Dienstleistungen sind wieder mehr gefragt

In Deutschland haben die Einzelhandelsumsätze im Mai die Erwartungen weit übertroffen. Sie waren sogar höher als im Mai 2019. Ob dies auch in anderen Euro-Ländern der Fall sein wird, bleibt abzuwarten. Jedenfalls ist laut Google-Auswertungen ist die Zahl der Kunden in Einzelhandelsgeschäften (ohne Lebensmittel) in allen großen Euro-Ländern erneut gestiegen. Der Anstieg fällt im Vergleich zur Vorwoche aber etwas schwächer aus. Am Weitesten von der Normalität entfernt ist weiterhin Spanien. Hier liegen die Kundenzahlen noch immer 24% unter dem üblichen Niveau (Grafik 3). In Deutschland liegt die Abweichung nur noch bei 10%.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Weltweite Neuinfektionen

  • In den USA nimmt das Infektionsgeschehen weiter zu. Dort wurden im Durchschnitt der letzten 7 Tage mehr als 45.000 Neuinfektionen gemeldet. Dies entspricht 13,9 Fälle je 100.000 Einwohner (Grafik 4).
  • In Brasilien scheint sich das Infektionsgeschehen auf hohem Niveau zu stabilisieren. Die Infektionsrate verharrte in den letzten Tagen bei knapp 18.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In der EU ist das Virus unter Kontrolle. Die aktuellen Neuinfektionen werden maßgeblich von Ausbrüchen in verschiedenen Einrichtungen beeinflusst. Landesweit liegen die Infektionsraten aber weiterhin unter 1 (Grafik 5). Der Anstieg in Frankreich ist auf Nachmeldungen zurückzuführen.

USA – Rekorde bei Infektionen und kräftiger Jobzuwachs

  • Mit über 53 Tsd Neuinfektionen wurde der sechste Rekord in neun Tagen aufgestellt. Innerhalb von zwei Wochen sind die Infektionszahlen daher um über 85% gestiegen.
  • Der Gouverneur des besonders betroffenen Bundesstaates Texas hat gestern eine weitreichende Anordnung zum Maskentragen in der Öffentlichkeit erlassen. Damit vollführte er eine völliger Kehrtwende, hatte er sich doch zuvor gegen Versuch von lokalen Behörden gestellt, eine solche Pflicht einzuführen.
  • Angesichts des bevorstehenden Nationalfeiertages am 4.Juli haben die Gesundheitsbehörden die Bevölkerung aufgefordert, nach Möglichkeit zuhause zu feiern, um die Lage nicht noch weiter zu verschärfen.
  • Der Arbeitsmarkt hat im Juni 4,8 Millionen neue Stellen geschaffen, ein Rekordwert. Zusammen mit dem Jobzuwachs im Mai konnten damit bisher allerdings nur etwa 30% der zuvor verlorenen Stellen wieder zurückgewonnen werden. Die Verschärfung der Infektionslage setzt zudem ein Fragezeichen hinbter die weitere Entwicklung.

China: Starker Dienstleistungs-Einkaufsmanagerindex

  • An den wichtigsten Häfen ist der Containerumsatz in den letzten zehn Juni-Tagen um 4,3% gegenüber dem Vorjahr gestiegen, die Überseelieferungen legten um 7,3% zu.
  • Während der Automobilverband CPCA für Juni relativ schwache Pkw-Verkäufe meldete, deuten vorläufige Daten des Automobilverbandes CAAM auf ein ordentliches Wachstum der Fahrzeugverkäufe in diesem Monat von 11% hin. Der Unterschied zwischen den beiden Datensätzen besteht darin, dass die CAAM-Statistik Nutzfahrzeuge einschließt. Daher dürften die Nutzfahrzeuge, die für die Fertigungs- und Infrastruktursektoren von größerer Bedeutung sind, im Juni erneut besser abgeschnitten haben.
  • Der Caixin-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor erreichte im Juni mit 58,4 den höchsten Stand seit zehn Jahren, nach 55,0 im Mai. Analysten hatten mit einem Rückgang gerechnet.