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Corona-Virus Update 29. Oktober 2020

In der EU haben viele Länder die Corona-Beschränkungen massiv verschärft, um die Kontrolle über das Virus zurückzugewinnen. Das wird nicht ohne Folgen für die Wirtschaften bleiben. In den USA setzt die Corona-Pandemie die Finanzen der Bundesstaaten massiv unter Druck. Deutschland hat weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie beschlossen, im November gelten weitreichende Beschränkungen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • In den USA wird die dritte Infektionswelle immer höher (Grafik 1). In Brasilien und Indien lässt das Infektionsgeschehen dagegen in der Tendenz weiter nach.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In Europa haben viele Länder die Kontrolle über das Virus verloren. Die Gesundheitsämter können die Infektionsketten nicht mehr nachverfolgen. Besonders betroffen sind derzeit neben Tschechien und Belgien Frankreich und die Niederlande. Beide Länder meldeten im Durchschnitt der letzten sieben Tage mehr als 55 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner (Grafik 2). Aber auch in Spanien und Italien zeigt die Kurve bei den Neuinfektionen steil nach oben.
  • In Deutschland ist der Anstieg noch vergleichsweise moderat. Doch das kann sich, wie das Beispiel Italien zeigt, schnell ändern. Der Anteil der positiven Tests an allen Tests lag vergangenen Woche bei 5,6%. Dies ist der höchste Wert seit Mitte April.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Auslastung in den Krankenhäuser steigt besorgniserregend

  • Die Zahl der in deutschen Krankenhäusern intensiv-medizinisch behandelten Corona-Patienten ist gestern um 99 auf 1569 gestiegen (Grafik 3). Es ist bereits jetzt absehbar, dass im Lauf des November der Höchststand vom April überschritten wird.

Wirtschaft

In Deuschland haben Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder einen Beschluss gefasst, um die zuletzt deutlich gestiegene Zahl der Neuinfektionen einzudämmen. Kern der Maßnahmen ist es, die Kontakte in der Bevölkerung drastisch zu reduzieren. Momentan bis Ende November befristet dürfen sich Menschen in der Öffentlichkeit nur noch mit Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes aufhalten, maximal allerdings 10 Personen. Auf private Reisen soll generell verzichtet werden. Gastronomiebetriebe werden geschlossen, Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, werden untersagt. Wie schon im Frühjahr werden auch Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege geschlossen. Hingegen sollen der Groß- und Einzelhandel unter Hygieneauflagen geöffnet bleiben, ebenso Schulen und Kindergärten.

Die Corona-Krise setzt die Finanzen der US-Bundesstaaten unter massiven Druck. Es ist mit dem größten Rückgang der Steuereinnahmen dieser staatlichen Ebene seit der Weltwirtschaftskrise vor 90 Jahren zu rechnen. Da die Bundesstaaten nur sehr beschränkte Möglichkeiten zur Verschuldung haben, sind drastische Budgetkürzungen zu erwarten. Schon jetzt bauen die Staaten Beschäftigung ab. Rufe nach Hilfen der Bundesregierung werden lauter. Allerdings haben die Republikaner diesbezügliche Forderungen der Demokraten bisher abgelehnt.

In China zeigen die wirtschaftlichen Indikatoren ein gemischtes Bild. Der Automobilmarkt sieht robust aus, der Pkw-Absatz setzt die starke Entwicklung der letzten Monate fort. Im Oktober lag der Absatz um 13% über dem Vorjahresniveau. Die Verkäufe im Gesamtjahr könnten die ursprüngliche Prognose der Experten (ein Rückgang von 5-10% im Vergleich zu 2019) übertreffen.

Auf der anderen Seite haben sich die Wohnungsverkäufe in den Großstädten verlangsamt, was die Straffung der Kreditbedingungen für den Immobiliensektor widerspiegelt. Stattdessen sollen die Banken privaten Firmen und der Industrie mehr Mittel zur Verfügung zu stellen.