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Corona-Virus Update 29. Juni 2020

Das Virus breitet sich in Brasilien und den USA immer schneller aus. In den USA infizieren sich täglich 45 Tausend Menschen. In China scheint hingegen der lokale Ausbruch in Peking unter Kontrolle zu sein, die Regierung riegelt aber eine halbe Million Menschen ab. In Deutschland dürfte der Bundestag heute den zweiten Nachtragshaushalt von 62,5 Mrd Euro genehmigen, auch wenn der Bundesrechnungshof dies verfassungsrechtlich für bedenklich hält.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Weltweite Neuinfektionen

  • In Nord- und Südamerika spitzt sich die Lage weiter zu. In Brasilien wurden im Durchschnitt der letzten 7 Tage mehr als 35.000 Neuinfektion gemeldet, das sind 16,8 Fälle je 100.000 Einwohner (Grafik 1).
  • Auch in den USA breitet sich das Virus immer schneller aus. Der 7-Tage-Durchschnitt bei den Neuinfektionen ist auf 36.500 gestiegen. Die Infektionsrate erreichte mit 11,1 einen neuen Höchststand.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In der EU ist das Virus weitgehend unter Kontrolle. Die Ausbrüche in verschiedenen Einrichtungen haben bislang nicht zu einem höheren Infektionsgeschehen in der Bevölkerung geführt. In Deutschland ist der 7-Tage-Durchschnitt bei den Neuinfektionen wieder auf unter 500 gefallen, nachdem er zwischenzeitlich wegen des Infektionsausbruchs in einer Fleischfabrik auf über 600 gestiegen war. Die Infektionsrate ist damit wieder auf 0,59 gesunken (Grafik 2).

Deutschland – Virus-Hotspots und Nachtragshaushalt

  • Laut Gesundheitsminister Spahn funktioniere das Krisenmanagement in Deutschland sehr gut. Trotzdem kann es wie in Gütersloh immer wieder zu lokalen Ausbrüchen des Covid-19-Virus kommen. Sofern Infektionsketten schnell nachvollzogen und unterbrochen werden könnten, seien lokale Maßnahmen ausreichend. Wenn allerdings die Sorge besteht, dass das Virus auch in die Allgemeinbevölkerung übergegangen sein kann, brauche es Maßnahmen darüber hinaus. Dann könne es auch wieder zu einem umfangreicheren Lockdown führen.
  • In dieser Woche soll der Bundestag den zweiten Nachtragshaushalt in Höhe von 62,5 Mrd Euro zur Bekämpfung der Corona-Krise genehmigen. Notwendig dafür ist auch das Aussetzen der 2011 in der Verfassung verankerten Schuldenbremse. Im März wurde bereits der erste Nachtragshaushalt von 156 Mrd Euro beschlossen. Damit summiert sich die Nettokreditaufnahme des Bundes 2020 auf 218,5 Mrd Euro – in der Finanzkrise 2009/10 wurden zusammen 78 Mrd Euro neue Schulden gemacht. Kritik an den Schuldenplänen des Bundes äußert der Bundesrechnungshof. Dieser bezweifelt, dass dieser in seinem Gesamtumfang tatsächlich notwendig und ist und äußert sogar verfassungsrechtliche Bedenken.

USA – Virus breitet sich immer schneller aus

  • Die Zahl der Neuinfektionen ist auf rund 45 Tsd pro Tag gestiegen. Allerdings ist die Anzahl der auf das Coronavirus zurückgeführten Todesfälle weiter gefallen.
  • Nach Ansicht des Gouverneurs von Texas, eines zuletzt besonders betroffenen Bundesstaates, hat die Pandemie in den USA eine gefährliche Wende genommen.
  • Besonders demokratische Gouverneure und Abgeordnete fordern ein landesweit besser koordiniertes Vorgehen und haben sich für eine Maskenpflicht ausgesprochen. Die Republikaner verteidigen dagegen einen dezentralen Ansatz, der sich von Bundesstaat zu Bundesstaat unterscheiden kann.
  • Der US-Gesundheitsminister befürchtet, dass sich das Fenster schließt, die Ausbreitung des Virus in den USA noch zu stoppen.
  • In dieser Woche werden eine ganze Reihe wichtiger Daten veröffentlicht, die einen Eindruck über den Stand der wirtschaftlichen Erholung geben können, an erster Stelle der am Donnerstag zur Veröffentlichung anstehende Arbeitsmarktbericht für Juni. Der jüngste starke Anstieg der Infektionszahlen dürfte sich in diesen Zahlen allerdings noch nicht niederschlagen.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

China: Eine halbe Million Menschen unter strengen Schutzmaßnahmen

  • Peking hat seit dem 11. Juni 7,7 Mio. RNA-Tests abgeschlossen, wobei 315 lokale Covid-19-Fälle bestätigt wurden. Die Gesamtinfektionsrate bleibt vorerst niedrig (Grafik 3). Die Region Anxin, die in der Nähe von Peking liegt und in der Tausende von Menschen auf dem Xinfadi-Lebensmittelmarkt arbeiten, hat seit 28. Juni erneut strenge Sperrmaßnahmen (“vollständig eingeschlossen und kontrolliert”) verhängt. Etwa eine halbe Million Menschen leben in dieser Region.
  • Die Gewinne der Industrie stiegen im Mai um 6,0% im Jahresvergleich, nachdem sie im Vormonat um 4,3% zurückgegangen waren. In den ersten fünf Monaten des Jahres sanken die Gewinne noch um 19,3%.