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Corona-Virus Update 28. Oktober 2020

In der EU steigt die Zahl der Neuinfektionen ungebremst. Die Belastung der Gesundheitssysteme nimmt merklich zu. In Deutschland und Frankreich dürften heute weitere massive Corona-Beschränkungen beschlossen werden. Die Menschen in Deutschland sind bereits wieder vorsichtiger und kaufen weniger in den Geschäften, wohingegen der Online-Handel einen neuen Schub erfährt.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • In den USA ist die dritte Infektionswelle inzwischen höher als die zweite und der Scheitelpunkt ist noch immer nicht in Sicht (Grafik 1). In Brasilien und Indien lässt das Infektionsgeschehen dagegen weiter nach.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In Europa breitet sich das Virus weiter ungebremst aus. In fast allen EU-Ländern zeigen die Infektionskurven steil nach oben (Grafik 2). Besonders stark ist der Anstieg am aktuellen Rand in Frankreich, wo im Durchschnitt der letzten sieben Tage mehr als 54 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner gemeldet wurden.
  • Ähnlich hoch ist die Infektionsrate in den Niederlanden. Hier hat sich das Tempo des Anstiegs aber zuletzt etwas verlangsamt. Doch dies muss nicht viel heißen, wie das Beispiel Spanien zeigt. Dort steigen die Neuinfektionen nach einem leichten Rückgang Ende September wieder merklich an.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Krankenhäuser füllen sich mit Corona-Patienten

  • Die Zahl der in deutschen Krankenhäusern intensiv-medizinisch behandelten Corona-Patienten ist gestern um 108 auf 1470 gestiegen (Grafik 3). Das Tempo des Anstiegs ist unverändert hoch. Bereits Mitte November dürfte der Höchststand vom April erreicht werden. Damit steigt der Druck auf die Politik, die Corona-Beschränkungen weiter zu verschärfen.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Wirtschaft

In Deutschland drohen weitere massive Corona-Beschränkungen. Darüber berät heute die Bundesregierung mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer. Laut Pressemeldungen soll sich nur noch Mitglieder aus zwei Haushalten treffen dürfen. Gastronomiebetriebe, Fitnessstudios, Theater, Kinos und ähnliche Einrichtungen sollen für rund vier Wochen geschlossen werden. In Frankreich erwägt die Regierung laut Pressemeldungen einen einmonatigen Lockdown, der ab morgen gelten soll.

Die Menschen in Deutschland sind bereits wieder vorsichtiger geworden und haben ihr Verhalten angepasst. Seit Ende September sind die Kundenzahlen in Einzelhandelsgeschäften spürbar zurückgegangen. Laut dem Google Mobility Report, der die Bewegungsdaten von Mobiltelefonen – und damit deren Besitzern – auswertet, haben sich in den vergangenen vier Wochen etwa 10% weniger Kunden in Geschäften aufgehalten als zu Zeiten vor der Corona-Krise (Grafik 4).

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Während damit der stationäre Einzelhandel wieder unter Druck gerät, erhält der Online-Handel neuen Schwung. Nach einer Erhebung des Statistischen Bundesamts hat die Zahl der Online-Transaktionen von Privatpersonen seit der 41. Kalenderwoche wieder zugelegt (Grafik 5). Zuletzt fanden 18% mehr Online-Käufe statt als im Vorjahr, in der 40. Kalenderwoche waren dies 11%.

In den USA sind die Aufträge für dauerhafte Güter im September überraschend kräftig um 1,9% gegenüber August gestiegen. Auch die Aufträge für zivile Kapitalgüter ohne Flugzeuge – ein Gradmesser für die Investitionsbereitschaft – sind weiter gestiegen und fallen sogar höher aus als zu Jahresbeginn. Die Unternehmen wollen also trotz der Pandemie und der damit verbundenen Unsicherheit mehr in Ausrüstungen investieren. Dies steht im krassen Gegensatz zu dem Schock der Lehman-Pleite im September 2008, der die Unternehmen lähmte (Grafik 6).