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Corona-Virus Update 28. Mai 2020 – Fokus USA

Unsere Echtzeit-Indikatoren für die USA sprechen dafür, dass sich die Wirtschaft im Zuge der Lockerung der Kontaktbeschränkungen im Mai auf niedrigem Niveau stabilisiert hat. Die EU-Kommission will 750 Mrd Euro für die wirtschaftliche Erholung Europas mobilisieren. Italien soll den Löwenanteil von 172 Mrd Euro erhalten.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

USA: Stabilisierung auf niedrigem Niveau

Wir haben für die USA mehrere Indikatoren ausgesucht, die quasi in Echtzeit einen Eindruck davon geben, wo die US-Wirtschaft steht.

  1. Stahlproduktion (letzter Wert 23. Mai)

Nach dem scharfen Einbruch der Stahlproduktion Ende März um ein Drittel ist sie in den letzten Wochen kaum noch gefallen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  1. Frachtverkehr (letzter Wert 23. Mai)

Auch beim Transport von Chemikalien per Bahn zeichnet sich eine gewisse Stabilisierung auf niedrigem Niveau ab.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  1. Hypothekenanträge (letzter Wert 22. Mai)

Nach einem zwischenzeitlichen Einbruch haben die Anträge auf Hypothekenkredite für den Kauf einer Wohnimmobilie bereits sechs Wochen hintereinander wieder zugenommen. Hier wirken sich wohl die deutlichen Zinsrückgänge positiv aus. Bei den von uns betrachteten Zahlen sind übrigens Anträge, bei denen es nur um eine Anpassung bestehender Kredite geht, nicht berücksichtigt.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  1. Reisende an Flughäfen (letzter Wert 26. Mai)

Der Gesamtdurchsatz von Reisenden an den Kontrollpunkten der Transportation Security Administration (TSA) lag in den letzten Tagen bei ungefähr 300 Tausend pro Tag. Dem stehen Messwerte von 2-2,5 Millionen an einem typischen Tag im Jahr 2019 gegenüber. In den letzten Tagen hat der Flugreiseverkehr zwar leicht zugenommen, liegt aber lediglich bei rund 11-12% des Normalwerts.

Insgesamt deutet vieles auf eine Stabilisierung der US-Wirtschaft auf niedrigem Niveau im Mai hin, nachdem die Kontaktbeschränkungen inzwischen vielerorts wieder gelockert wurden. Der historische Absturz liegt hinter uns, eine durchgreifende Besserung zeichnet sich aber derzeit auch nicht ab.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Weltweite Neuinfektionen

  • In Brasilien könnten die Neuinfektionen den Hochpunkt erreicht haben. Der 7-Tage-Durchschnitt ist den zweiten Tag in Folge gesunken (Grafik 5). Das Infektionsgeschehen ist aber weiterhin sehr hoch.
  • In den USA und Russland ist der 7-Tage-Durchschnitt der gemeldeten Neuinfektion weiter leicht rückläufig. Aber auch hier gilt, bis zur nachhaltigen Eindämmung des Infektionsgeschehens ist es noch ein weiter Weg.
  • In Europa sinkt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen weiter. Der Anstieg des 7-Tage-Durchschnitts in Spanien ist auf Nachmeldungen zurückzuführen.
  • Achtung: In Deutschland wurden laut Robert-Koch-Instituts gestern 353 neue Infektionen gemeldet. Doch dieser Wert ist zum wiederholten Male falsch. Außerhalb von Baden-Württemberg waren es allein 724 neue Fälle. Für Baden-Württemberg werden “-371” Fälle gemeldet.

Deutschland – Thüringen will doch nicht

Thüringen will nun doch bei einer ganzen Reihe an Beschränkungen bleiben. Am Sonntag war nach Aussagen von Thüringens Ministerpräsident Ramelow der Eindruck entstanden, das Bundesland wolle die Einschränkungen gegen das Corona-Virus vollständig aufheben. Dem sei nicht so. Vielmehr wollen laut Ramelow die Ministerpräsidenten der Länder auf einer Konferenz das weitere Vorgehen in der Corona-Krise diskutieren. Die 16 Länderchefs wollen sich am 17. Juni zu einer Videokonferenz zusammenschalten.

EU-Kommission – Hey, big spender

Die EU-Kommission will 750 Mrd Euro für die wirtschaftliche Erholung Europas mobilisieren. 500 Mrd Euro davon sollen nicht zurückgezahlt werden müssen, die verbleibenden 250 Mrd Euro sollen als günstige Kredite vergeben werden. Laut dem Vorschlag von EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen soll die Rückzahlung der 750 Mrd Euro ab 2028 beginnen und über einen Zeitraum von 30 Jahren erfolgen. Zur Finanzierung schlägt die EU-Kommission eine Reihe neuer EU-Steuern vor. Viele Detailfragen sind allerdings offen geblieben, außerdem lässt die Tatsache, dass das Wiederaufbauprogramm von allen EU-Mitgliedsländern einstimmig beschlossen werden muss, Widerstände einzelner Länder erwarten. Unsere Einschätzung dazu lesen Sie in unserem Economic Insight “Wiederaufbaufonds – Der Wunschzettel der EU-Kommission”.

Laut der italienischen Nachrichtenagentur, die von gut informierten Quellen unterrichtet worden sein will, wird Italien aus dem Wiederaufbaufonds den Löwenanteil von 172 Mrd Euro erhalten – 81 Mrd Euro als Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss, und 91 Mrd Euro als Kredit. Spanien soll 140 Mrd Euro bekommen (77 Mrd Euro Zuschuss, 63 Mrd Euro Kredit). Für Frankreich sind 39 Mrd Euro geplant, für Deutschland 29 Mrd Euro, beides komplett als Beihilfen, die nicht zurückgezahlt werden müssen.

China: Frachtaufkommen auf Normalniveau

  • Die Pkw-Verkäufe gingen in der Woche vom 18. bis 24. Mai im Jahresvergleich um 5% zurück, nachdem sie in der Woche davor um 3% gefallen waren.
  • Der Kohleverbrauch der fünf größten Energieerzeuger bleibt auf hohem Niveau, trotz eines leichten Rückgangs in dieser Woche. Im April ist das Frachtaufkommen auf ein normales Niveau zurückgekehrt und der Hafenumschlag stieg um 4,1% im Vergleich zum Vorjahr.