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Corona-Virus Update 27. November 2020

In Deutschland soll es mehr Schelltests für Risikogruppen geben, die keine Symptome aufweisen. In China sind die Industriegewinne um knapp 30% gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • In den USA hat die dritte Infektionswelle noch immer nicht den Scheitelpunkt erreicht. Der Sieben-Tage-Durchschnitt stieg auf 54,5 je 100.000 Einwohner (Grafik 1).
  • In Brasilien steigt die Infektionsrate wieder leicht an, während sie in Indien unverändert auf niedrigem Niveau verharrt.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In der EU sinkt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen in den meisten Ländern. In Frankreich, das besonders stark von der zweiten Infektionswelle getroffen wurde, fiel die Infektionsrate gestern auf unter 21. Sie ist damit jetzt niedriger als in Deutschland (Grafik 2). Auch in Spanien und Italien weist die Infektionskurve einen klaren Abwärtstrend auf. In den Niederlanden stagniert dagegen die Zahl der Neuinfektionen dagegen seit zwei Wochen.
  • In Deutschland ist die Infektionsrate in den vergangenen zwei Tagen minimal gesunken. Von einer Trendwende kann aber noch nicht gesprochen werden.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • Die Zahl der in deutschen Krankenhäusern intensiv-medizinisch behandelten Corona-Patienten ist dagegen weiter leicht auf 3826 gestiegen (Grafik 3). Gegenüber Vorwoche bedeutet dies ein Plus von 6,6%.

Wirtschaft

In Deutschland soll es laut Medienberichten mehr Schnelltests für Risikogruppen geben, auch wenn diese keine Symptome zeigen. Anspruch auf einen Test sollen Personen haben, die innerhalb von zehn Tagen mindestens 15 Minuten Kontakt zu einer mit Corona infizierten Person hatten. Getestet werden können auch Personen, die in den letzten zehn Tagen sich für mindestens 30 Minuten in einem beengten Raum oder einer schwer zu überblickenden Kontaktsituation zu einer infizierten Person aufgehalten haben. Ebenso sollen Mitarbeiter und Patienten in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Reha-Einrichtungen, in denen es zu Infektionen gekommen ist, Schnelltests erhalten. Außerdem sei geplant, dass Kosten für Tests Einreisender aus Risikogebieten ab Dezember nicht länger übernommen werden.

Der von der People’s Bank of China (PBoC) veröffentlichte Bericht über die Umsetzung der Geldpolitik im 3. Quartal deutet darauf, dass China die Geldpolitik weiter normalisieren wird. Bezüglich der jüngsten Zahlungsausfälle unter den staatlichen Unternehmen erklärte die PBoC, dass sie die Marktpraxis im Umgang mit Kreditausfällen und dem Versagen von Finanzinstituten unterstützt. Dies steht auch im Einklang mit dem Übergang der PBoC zu einer modernen Zentralbank. Insofern könnte die PBoC bestrebt sein, ihren direkten Einfluss auf die Wirtschaft und auf die Märkte zu reduzieren.

Dessen ungeachtet setzt sich die gute Konjunktur in China fort. Die Gewinne der Industrie legten im Oktober um 28,2% im Jahresvergleich sprunghaft zu (September: 10,1%), was die anhaltende Outperformance der Industrie widerspiegelt.

Am Mittwoch wurden an US-Flughäfen 1,07 Millionen Passagiere abgefertigt. Dies ist der höchste Wert seit Mitte März, der Flugreiseverkehr ist damit auf über 40% des im Vorjahre erreichten Niveaus gestiegen. Die trotz ansteigender Infektionszahlen zunehmende Reisetätigkeit hängt mit den freien Tagen um Thanksgiving zusammen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Wirtschaft

In Frankreich ist nach Schätzungen des französischen Statistischen Amtes (INSEE) die wirtschaftliche Aktivität im November um fast 10% gegenüber Oktober eingebrochen. Sie lag damit wieder 13% unter dem Vorkrisenniveau (Grafik 4). Von den neuen Corona-Beschränkungen stark betroffen sind vor allem die Gastronomie. Aber auch der Groß- und Einzelhandel sowie das Transportwesen verzeichnen starke Einbußen. Für das Schlussquartal 2020 zeichnet sich damit ein Rückgang des Bruttoinlandsproduktes gegenüber dem dritten Vierteljahr um rund 4% ab.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Deutschland hat die Corona-Maßnahmen auf eine solidere gesetzliche Basis gestellt, nachdem in den vergangenen Wochen immer wieder Zweifel an der Gesetzmäßigkeit einzelner Maßnahmen geäußert wurden und Gerichte Maßnahmen zum Teil aufhoben. Bundestag und Bundesrat haben nun eine Reform des Infektionsschutzgesetzes verabschiedet. Darin werden die Maßnahmen im Detail aufgezählt, die Bund und Länder ergreifen können. Dazu zählen die Maskenpflicht, Abstandsgebote, Reisebeschränkungen, Ausgangssperren, Kontaktbeschränkungen, die Schließung von Betrieben und Einrichtungen sowie Verbote von Veranstaltungen und Gottesdiensten. Die Maßnahmen sind grundsätzlich auf vier Wochen befristet.

Der Bedarf der Deutschen an Toillettenpapier scheint dagegen bereits wieder gedeckt zu sein. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auf Basis von Scannerdaten war der Umsatz in den vergangenen beiden Wochen weitgehend normal, nachdem er Ende Oktober angesichts des bevorstehenden Lockdowns kräftig angezogen hatte (Grafik 5). Gefragt blieben aber andere Güter wie Desinfektionsmittel, Reis und Hefe.