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Corona-Virus Update 27. Mai 2020

EU-Kommissionschefin von der Leyen wird heute Nachmittag die Details zu dem Wiederaufbauplan vorstellen. Interessant wird das Detail, ob die Hilfen für Staaten als Zuschüsse vergeben werden oder zurückgezahlt werden müssen. Deutschland lockert die Kontaktbeschränkungen ab Anfang Juni, verlängert diese aber bis Ende Juni. In den USA mehren sich die Zeichen, dass sich die Wirtschaft stabilisiert. In China laufen die Wirtschaftsaktivitäten weiter hoch.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Weltweite Neuinfektionen

  • Das Infektionsgeschehen ist in Südamerika weiterhin am höchsten. Etwas Hoffnung gibt, dass in Brasilien der 7-Tage-Durchschnitt gestern leicht gefallen ist (Grafik 1). Von einer Trendwende kann allerdings noch nicht gesprochen werden.
  • Auch in den USA und Russland stecken sich noch immer viele Personen mit dem Corona-Virus an. Hier ist der Trend aber weiterhin leicht rückläufig.
  • In der EU werden trotz der vielen Lockerungen immer weniger Neuinfektionen gemeldet. In Deutschland haben sich in den letzten 7 Tagen durchschnittlich nur noch 480 Personen mit dem Virus infiziert. Das entspricht 0,58 Neuinfizierte je 100.000 Einwohner (Grafik 2). In Frankreich war es sogar nur noch 0,45 Neuinfizierte je 100.000 Einwohner. Auch in Italien und Spanien ist diese Kennziffer inzwischen auf 0,9 gefallen.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Details zum EU-Wiederaufbauplan

EU-Kommissionschefin von der Leyen wird heute Nachmittag in einer Rede vor dem Europaparlament die Details zu dem Wiederaufbauplan vorstellen, der die europäische Wirtschaft nach der Corona-Krise wieder in Gang bringen soll. Die EU-Länder haben bereits ein gemeinsames Sicherheitsnetz von 540 Mrd Euro mit Kredithilfen gespannt. Der Wiederaufbauplan ist nun für “Phase zwei” gedacht. Vorige Woche hatten Deutschland und Frankreich vorgeschlagen, die EU-Kommission solle ein Volumen von 500 Mrd Euro über Kredite aufnehmen und diese als Zuwendungen an Krisenstaaten und Unternehmen vergeben, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Dagegen sträuben sich die Niederlande, Österreich, Schweden und Dänemark, die vergemeinschaftete Schulden ablehnen und auf eine Rückzahlung der Kredite beharren.

Deutschland verlängert Kontaktbeschränkungen

Bund und Länder einigten sich am gestrigen Dienstag darauf, die Kontaktbeschränkungen bis zum 29. Juni zu verlängern. Bisher war der 5. Juni das Zieldatum. Dafür werden die Beschränkungen gelockert: Ab dem 6. Juni dürften sich die Angehörigen zweier Haushalte oder bis zu zehn Personen im öffentlichen Raum treffen. Thüringen hatte bereits am Sonntag verkündet, die Kontaktbeschränkungen ab dem 6. Juni komplett aufzuheben. Gleichzeitig machten einige Bundesländer, darunter Bayern und Thüringen, Hoffnung auf eine Rückkehr zum Regelbetrieb in Schulen und Kitas bereits nach den Sommerferien.

USA – Erste Stabilisierungszeichen und Streit mit China

  • Es mehren sich die Anzeichen, dass sich die Wirtschaft stabilisiert. Gestern wurden Immobiliendaten für April veröffentlicht; die Verkäufe von Neubauten sind im April – entgegen den Erwartungen eines deutlichen Absturzes – leicht gestiegen. Dies war die erste positive Datenüberraschung seit einiger Zeit. Die Stimmungsindikatoren für die Industrie zeigen zwar weiterhin eine Schrumpfung an, konnten sich im Mai aber in vielen Regionen verbessern.
  • Der Senat scheint sich allmählich auf ein weiteres Hilfspaket zuzubewegen. Der republikanische Mehrheitsführer Mitch McConnell erwartet, dass man darüber im nächsten Monat sprechen werde. Die Republikaner wollen die aufgestockten Unterstützungszahlungen für Arbeitslose allerdings reduzieren. Denn viele Arbeitslosen, die zuvor in gering bezahlten Jobs gearbeitet hatten, erhalten dadurch zurzeit mehr Geld als sie als Arbeitseinkommen bezogen hatten. Die Republikaner diskutieren als Alternative dazu eine Bonuszahlung für Personen, die ihre Arbeit wieder aufnehmen.
  • Das Vorgehen Chinas in Hongkong, das die in einem internationalen Vertrag zugesagte Autonomie der Region untergräbt, könnte Gegenmaßnahmen der USA hervorrufen. Präsident Trump will bis zum Ende der Woche Einzelheiten verkünden. US-Behörden beraten offenkundig über Sanktionen. Vertreter beider Parteien fordern eine entschlossene Reaktion, wobei sie sich auch auf ein kürzlich verabschiedetes Gesetz stützen können, das den besonderen Handelsstatus Hongkongs bei Verletzung der Autonomie durch China in Frage stellt.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

China: Gewinne der Industrie erholen sich

  • Die chinesische Wirtschaft erholt sich weiter: Die Wohnungsverkäufe in China steigen, was auf eine Belebung der wirtschaftlichen Aktivitäten hindeutet (Grafik 3). Die Gewinne der Industrie fielen im April um 4,3% im Jahresvergleich, nach -34,9% im März.