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Corona-Virus Update 26. Oktober 2020

Der Schwerpunkt der Corona-Pandemie liegt aktuell in Europa. Aber auch in den USA haben die Neuinfektionen den Hochpunkt von Mitte Juli wieder erreicht. Die verschärften Corona-Beschränkungen schädigen nicht nur das Gastgewerbe in Spanien, auch in Deutschland zeigen sich erste Bremsspuren.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • In den USA haben die Neuinfektionen mit 20,5 je 100.000 Einwohner im Durchschnitt der letzten sieben Tage den Hochpunkt der zweiten Welle erreicht (Grafik 1).
  • Besser sieht die Lage in Brasilien und Indien aus, wo die Infektionsrate im Trend weiter rückläufig ist.
  • Zum ersten Mal seit Monaten meldete eine chinesische Stadt mehr als 100 Neuinfektionen, die meist asymptomatisch waren. Experten warnten, dass eine so große Anzahl von asymptomatischen Patienten auf eine Ausbreitung des Virus hindeuten könnte.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • Der Schwerpunkt der Corona-Pandemie liegt derzeit in Europa, wo sich das Virus ungebremst ausbreitet. Besonders betroffen sind Belgien und Tschechien, wo die Infektionsrate auf deutlich über 100 gestiegen ist. Aber auch in Frankreich und den Niederlanden hat die Infektionsrate die Marke von 50 überschritten (Grafik 2). In Spanien und Italien steigen die Neuinfektionen ebenfalls deutlich an.
  • Vergleichweise günstig ist die Situation noch in Deutschland. Hier steigt die Kurve bei den Neuinfektionen zumindest bislang deutlich langsamer.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • Aber auch in Deutschland füllen sich die Krankenhäuser wieder mit Corona-Patienten (Grafik 3). Über das Wochenende wurden knapp 1.000 Erkrankte intensiv-medizinisch behandelt, 45% davon mussten invasiv beatmet werden. Dem gegenüber stehen noch gut 6.000 freie Intensivbetten.

Europäisches Gastgewerbe spürt zweite Welle

Die steigenden Neuinfektionen und die damit einhergehenden schärferen Corona-Beschränkungen scheinen die Wirtschaft zunehmend zu belasten. So ist im September die (saisonbereinigte) Zahl der Übernachtungen in Spanien, wo zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich höhere Neuinfektionen gemeldet wurden, wieder deutlich gefallen (Grafik 4). Der bereits schwer gebeutelte Tourismussektor musste also – wie nicht anders zu erwarten – den nächsten Schlag hinnehmen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Für Deutschland liegen offizielle Zahlen zur Entwicklung im Gastgewerbe bisher nur für August vor. Bis dahin hat die Erholung angehalten. Allerdings zeigen Zahlen der Online-Plattform Open Table, dass die Restaurantbesuche um die Monatswende August/September offensichtlich ihren Hochpunkt erreicht haben (Grafik 5). Damals war die Zahl der Abendessen in den dieser Plattform angeschlossenen Restaurants sogar deutlich höher als ein Jahr zuvor. Zuletzt ist der 7-Tagesdurchschnitt hier zum ersten Mal seit Juli wieder unter die Nulllinie gefallen. Verantwortlich hierfür dürften neben einer durch die höheren Infektionszahlen verursachten größeren Vorsicht der Menschen auch die kältere Witterung sein, die die Außengastronomie merklich einschränkt.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Auch wenn die Open Table-Zahlen die Entwicklung im Sommer sicherlich zu positiv dargestellt haben, weisen sie doch eine starke Korrelation mit den Vorjahresraten des vom Statistischen Bundesamtes gemeldeten Umsatz im Gastgewerbe auf. Ihre leichte Abwärtstendenz lässt erwarten, dass auch die Rückgänge beim Gastgewerbe gegenüber Vorjahr im September und Oktober wieder größer ausgefallen sind.