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Corona-Virus Update 26. November 2020

In Deutschland haben Bund und Länder die Corona-Maßnahmen deutlich verschärft, an Weihnachten sollen aber Treffen bis zu zehn Personen möglich sein; die “Novemberhilfen” können ab jetzt beantragt werden. In den USA spitzt sich die Lage weiter zu.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • In den USA wurden gestern deutlich mehr Neuinfektionen gemeldet. Der Sieben-Tage-Durchschnitt stieg auf knapp 54 je 100.000 Einwohner (Grafik 1).
  • In Brasilien pendelt die Infektionsrate weiter um 14. In Indien verharrt sie bei 3. Südkorea meldete gestern 583 Neuinfektionen, der höchste Wert seit März.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In Frankreich sinkt die Zahl der Neuinfektionen weiter. Die Infektionsrate fiel gestern weiter auf 22, und hat damit das Niveau von Deutschland erreicht (Grafik 2). Auch in Spanien und Italien zeigt die Infektionskurve weiterhin nach unten. In den Niederlanden ist dagegen der Abwärtstrend unterbrochen.
  • In Deutschland ist weiterhin kein merklicher Rückgang der Neuinfektionen zu beobachten. Die Infektionsrate liegt unverändert bei 22.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • Auch bei der Zahl der in deutschen Krankenhäusern intensiv-medizinisch behandelten Corona-Patienten ist noch keine Trendumkehr zu verzeichnen. Aber sie steigt nur noch sehr langsam. Gestern lagen sie bei 3781, ein Plus von 6,2% gegenüber dem Dienstag der Vorwoche (Grafik 3).
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Der weiter gestiegen Anteil der positiven Tests zeigt ebenfalls, dass das Infektionsgeschehen in Deutschland noch nicht nachgelassen hat. Er betrug letzte Woche 9,4% und war damit 0,4 Prozentpunkte höher als in der Woche zuvor (Grafik 4).

Wirtschaft

In Deutschland haben Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder beschlossen, den seit November geltenden Teil-Lockdown bis Januar zu verlängern. Zwar sind die Verlängerungen formal bis 20. Dezember befristet, doch Bund und Länder wollen die Maßnahmen danach nochmals bis Januar verlängern. Laut Beschluss bleiben Restaurants, Freizeit- und Kultureinrichtungen bis dahin geschlossen. Private Zusammenkünfte werden auf maximal fünf Personen aus dem eigenen und einem weiteren Haushalt begrenzt, Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgezählt. Über Weihnachten werden die Beschränkungen gelockert, so dass Treffen im “engsten Familien- oder Freundeskreis” mit maximal zehn Personen möglich sein werden; diese weichere Regelung wird höchstens bis Neujahr gelten. Ein generelles Silvesterfeuerwerk-Verbot wird es nicht geben.

Die Maskenpflicht gilt nun auch vor Geschäften und auf Parkplätzen. In Geschäften mit bis zu 800 Quadratmeter Verkaufsfläche ist maximal 1 Kunde je 10 Quadratmeter erlaubt, in größeren Geschäften darf auf die zusätzliche Fläche höchstens 1 Person je 20 Quadratmeter kommen. Für die vom Teil-Lockdown betroffenen Betriebe und Einrichtungen plant der Bund “Dezemberhilfen” in Höhe von 17 Mrd Euro. Die “Novemberhilfen” können ab jetzt unter www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de beantragt werden.

China und Japan kamen überein, die vom Coronavirus befallenen Geschäftsreisen in diesem Monat wieder aufzunehmen. Außerdem verständigten sich die Länder darauf, die Verhandlungen über ein Dreiparteien-Freihandelsabkommen mit Südkorea voranzutreiben. Bemerkenswert ist, dass das Anfang dieses Monats unterzeichnete RCEP das erste multilaterale Handelsabkommen für China ist, die erste bilaterale Vereinbarung über Zollsenkungen zwischen Japan und China und das erste Mal, dass China, Japan und Südkorea in einem gemeinsamen Freihandelsblock sind.

Der deutliche Infektionsanstieg in den USA hinterlässt wirtschaftliche Spuren. So sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe letzte Woche deutlich gestiegen und lagen bei 778 Tsd; damit sind sie 100 Tsd über dem in der Rezession von 2007/09 erreichten Gipfel. Andere Daten fielen positiver aus. So sind die Auftragseingänge für zivile Kapitalgüter auf ein neues Rekordniveau gestiegen und lagen im Oktober knapp 5% über dem Vorkrisenniveau vom Januar. Verkaufszahlen bei Wohnimmobilien sind ebenfalls stark. Allerdings hinken diese Daten hinter den sehr zeitnah veröffentlichten wöchentlichen Erstantragszahlen her. Ein Tempoverlust der Wirtschaft gegen Jahresende zeichnet sich daher ab.