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Corona-Virus Update 26. Juni 2020 – Fokus Euroraum

Die vier größten Länder des Euroraums befinden sich auf bestem Wege der Erholung. Im Mai dürfte die Industrieproduktion kräftig gestiegen sein. Auch im Dienstleistungssektor ist nach unseren Echtzeit-Indikatoren wieder Leben eingekehrt. In den USA ist die Zahl der Neuinfektionen zuletzt auf fast 40 Tsd gestiegen, ein Anstieg um beinahe 50% innerhalb von zwei Wochen. Die lokalen Maßnahmen in Peking scheinen sich nicht auf andere Landesteile auszuwirken.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Wirtschaft in Spanien am stärksten eingebrochen

Das von der Corona-Pandemie am stärksten getroffenen Euro-Länder Spanien hat auch den stärksten wirtschaftlichen Einbruch zu verzeichnen. Die Industrieproduktion lag im April in Spanien 42,4% unter dem Niveau von Januar/Februar (Grafik 1). In Italien und Frankreich waren es immerhin noch 33,1% und 29,3%.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Mit der Lockerung der Beschränkungen nehmen in allen Euro-Ländern die wirtschaftliche Aktivität wieder zu. Die Industrie dürfte im Mai wieder deutlich mehr produziert haben. Hierauf deuten unter anderem die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe, die sich im Juni deutlich von den Tiefpunkten im April entfernt haben (Grafik 2). Die Werte für Italien und Spanien haben wir auf Basis der bislang für Juni vorliegenden Daten geschätzt.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Auch im Dienstleistungssektor ist mit der Öffnung der Geschäfte wieder Leben eingekehrt. Laut Google-Auswertungen halten sich wieder deutlich mehr Kunden in den Einzelhandelsgeschäften (ohne Nahrungsmittel) auf. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Euro-Ländern. In Spanien, dass die härtesten Corona-Beschränkungen hatte, liegen die Kundenzahlen immer noch 30% unter dem üblichen Niveau (Grafik 3). In Deutschland sind es dagegen nur noch 16%.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Auf eine deutliche Zunahme der wirtschaftlichen Aktivität weist auch der in der Tendenz wieder höhere Stromverbrauch. In Frankreich lag er im Juni in der Tendenz nur noch 5% unter dem Vorjahresniveau. In Deutschland waren es rund 10%. Der zuletzt im Vorjahresvergleich wieder rückläufige Stromverbrauch in Italien könnte auch witterungsbedingt sein.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Weltweite Neuinfektionen

  • In Süd- und Mittelamerika nimmt das Infektionsgeschehen weiter zu. Brasilien meldete im Durchschnitt der letzten 7 Tage mehr als 33.000 Neuinfektionen. Dies entspricht 15,9 Fälle je 100.000 Einwohner (Grafik 5). Zum Vergleich, in Spanien lag die Infektionsrate im Hochpunkt bei 16.
  • Auch in den USA melden weiter steigende Neuinfektionen, im Durchschnitt der letzten 7 Tage knapp 33.000. Die Infektionsrate stieg mit 10,0 auf den höchsten Stand seit Ausbruch der Epidemie.
  • In der EU ist das Virus unter Kontrolle. Die aktuellen Neuinfektionen werden maßgeblich von Ausbrüchen in verschiedenen Einrichtungen beeinflusst. Landesweit liegen die Infektionsraten aber weiterhin unter 1.

USA – Infektionen steigen auf Rekordwert

  • Die Zahl der Neuinfektionen ist zuletzt auf über 39 Tsd gestiegen, ein Anstieg um beinahe 50% innerhalb von zwei Wochen und ein neuer Höchstwert. Im besonders stark getroffenen Bundesstaate Texas (mit 29 Millionen Einwohnern einer der bevölkerungsstärksten Staaten) hat der Gouverneur weitere Lockerungen der Maßnahmen vorerst gestoppt. Gleiches gilt für Florida (22 Millionen Einwohner). Dagegen hat die Stadt New York, wo sich die Lage zusehends bessert, für den 6. Juli weitere Lockerungen angekündigt.
  • Die US-Notenbank hat großen Banken für das dritte Quartal Aktienrückkäufe und eine Erhöhung ihrer Dividenden untersagt. Damit soll ein ausreichender Kapitalpuffer der Institute bei einer etwaigen erneuten Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage sichergestellt werden.
  • Präsident Trump hat sich für weitere Direktzahlungen an die Amerikaner im Rahmen eines neuen Hilfspakets ausgesprochen. Die Republikaner im Senat sind vom Sinn dieser Maßnahme allerdings noch nicht überzeugt.

China: Ein Vergleich des U-Bahn-Fahrgastaufkommens

  • Das Fahrgastaufkommen in Peking ist seit der Wiedereinführung der Sperrmaßnahmen stark zurückgegangen, ist allerdings nicht auf das Krisen-Niveau gefallen. Dementsprechend dürften auch die wirtschaftlichen Aktivitäten in Peking nicht vollständig eingebrochen sein. Demgegenüber ist das Fahrgastaufkommen in Shanghai stabil geblieben, was darauf hindeutet, dass die lokale Abriegelung in Peking die Aktivitäten in anderen Teilen des Landes wohl nicht beeinflusst.
  • Gleichzeitig ist der Stromverbrauch unverändert hoch. Dementsprechend dürfte das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal nach dem Einbruch im ersten Quartal im zweiten Vierteljahr ein deutliches Plus erzielen.