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Corona-Virus Update 25. September 2020

In den USA und Brasilien lässt das Infektionsgeschehen nicht weiter nach. In Westeuropa werden wieder deutlich steigende Infektionszahlen gemeldet. Auch in Deutschland könnte sich ein zweite Welle aufbauen. Neueste Zahlen zum Welthandel zeigen, dass der Einbruch bereits wieder wettgemacht wurde.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • Weltweit haben sich die gemeldeten täglichen Neuinfektionen seit Ende Juli auf rund 280.000 eingependelt. Zum Vergleich, im April auf dem Hochpunkt der ersten Infektionswelle waren es nur rund 85.000. Diese große Differenz ist in erster Linie auf die massive Ausweitung der Tests zurückzuführen.
  • Regional betrachtet verläuft die Pandemie weiterhin sehr unterschiedlich. In den USA und Brasilien hat zwar das Infektionsgeschehen seit Ende Juli merklich nachgelassen. Aber der Abwärtstrend hat sich in den letzten Wochen nicht weiter fortgesetzt (Grafik 1). Anders stellt sich die Lage in Indien da, wo sich die Kurve der Neuinfektionen in den letzten Tage leicht abgeflacht hat.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In Westeuropa stellt sich die Lage anders da. Hier steigt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen in vielen Ländern teilweise dramatisch an (Grafik 2). Am stärksten betroffen sind derzeit Spanien, Frankreich und Tschechien, wo der Hochpunkt der zweiten Infektionswelle immer noch nicht erreicht zu sein scheint.
  • In Deutschland und Italien hat das Infektionsgeschehen bislang noch nicht stärker zugenommen. Doch das Risiko einer neuerlichen Welle ist auch hier unverändert hoch.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Erste zaghafte Anzeichen für eine zweite Infektionswelle auch in Deutschland

  • Bislang konnte in Deutschland eine zweite Infektionswelle verhindert werden. Der Anstieg der gemeldeten Neuinfektionen von Anfang Juli bis Mitte August war zum Großteil auf die Verdoppelung der Zahl der Tests zurückzuführen (Grafik 3). Der Anteil der positiven Test hatte sich zwar zwischenzeitlich auch leicht erhöht. Mit Ende der Schulferien war die Positivrate aber fast wieder auf das Niveau von Anfang Juli gesunken.
  • Doch seit Anfang September steigen nicht nur wieder die gemeldeten Neuinfektionen, sondern auch die Positivrate, und zwar von 0,74% auf 1,19%. Rund die Hälfte des in der zweiten und dritten September-Woche zu verzeichnenden Anstiegs der gemeldeten Neuinfektionen ist auf ein höheres Infektionsgeschehen zurückzuführen.
  • Auffällig ist auch, dass in den vergangenen Tagen die Zahl der in deutschen Krankenhäusern intensivmedizinisch behandelten Corona-Patienten wieder zunimmt. Zwar ist die absolute Zahl aktuell mit 296 immer noch sehr gering. Aber gegenüber dem Stand vor sieben Tagen bedeutet dies ein Plus von 63.

Wirtschaft

  • Die Situation in der Reisebranche ist existenzbedrohend”, sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbands (DSV), Norbert Fiebig, in einem Interview. Die Umsätze lägen derzeit lediglich bei einem Viertel der Vorjahreserlöse und eine Besserung sei angesichts der jüngsten Reisewarnungen nicht in Sicht. In einer kürzlich durchgeführten Umfrage unter Reisebüros sähen sich knapp 70% massiv in ihrer Existenz bedroht, bei den Reiseveranstaltern sei es mehr als die Hälfte.
  • Die wichtigsten Häfen in China berichteten vom 11. bis 20. September über einen Anstieg des Umschlags um etwa 2%. Insgesamt hat sich das Wachstum des Hafenumschlags stabilisiert, was auf ein stabiles Handelswachstum hindeutet.
  • Darüber hinaus ist die Rede davon, dass China die Preise für Covid-19-Impfstoffe auf etwa 600 CNY (etwa 90 USD) pro Person festsetzen könnte. Es wird erwartet, dass der Impfstoff noch vor Ende dieses Jahres der Öffentlichkeit zur Verfügung steht.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Welthandel hat sich weitgehend erholt

Der Welthandel hat den Corona bedingten Einbruch anscheinend bereits wieder wettgemacht. So wurden nach Schätzungen des RWI im August weltweit in den Häfen bereits wieder mehr Container umgeschlagen als um die Jahreswende 2019/20 (Grafik 4). Einen großen Anteil daran haben die chinesischen Häfen, deren Umsatz etwa 40% des Index ausmacht. Dort hatten die Umschlagszahlen bereits in den beiden Monaten deutlich höher gelegen als in jedem Monat des Jahres 2019. Dies zeigt einmal mehr, dass China bei der wirtschaftlichen Erholung den anderen Regionen der Welt deutlich voraus ist. Aber auch in den anderen Häfen zeigt der Trend eindeutig nach oben. Hier beträgt der Rückgang gegenüber dem Jahresbeginn nur noch gut 4%, womit fast 2/3 des zwischenzeitlichen Rückgangs wieder aufgeholt wurde.