Top Charts

Corona-Virus Update 25. November 2020

In den USA hat sich der Anstieg der Neuinfektionen merklich verlangsamt. In Europa ist die zweite Infektionswelle zwar gebrochen, aber die Corona-Beschränkungen werden wohl noch länger in Kraft bleiben. Deutschland dürfte heute eine Verlängerung der Corona-Maßnahmen für Dezember sowie teilweise Verschärfungen beschließen, betroffene Unternehmen sollen weitere Finanzhilfen in Höhe von 17 Mrd Euro erhalten.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • In den USA hat sich der Anstieg der Neuinfektionen in den vergangenen Tagen deutlich verlangsamt. Im Durchschnitt der letzten sieben Tage wurden etwas mehr als 53 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner gemeldet (Grafik 1).
  • In Brasilien pendelt die Infektionsrate weiter um 14. In Indien verharrt sie bei 3.
  • In Japan und Südkorea werden zwar weiterhin nur wenige Neuinfektionen gemeldet, die Tendenz zeigt aber seit zwei Woche leicht nach oben.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In Frankreich entspannt sich die Lage zusehend. Die Infektionsrate ist gestern weiter auf 25 gefallen (Grafik 2). Auch in Spanien und Italien zeigt die Infektionskurve nach unten. Anders das Bild in den Niederlanden, wo die Zahl der Neuinfektionen seit einer Woche stagniert.
  • In Deutschland ist zwar gelungen die Zahl der Neuinfektionen auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau zu stabilisieren. Eine Trendumkehr ist aber weiterhin nicht zu erkennen. Seit neun Tagen pendelt die Infektionsrate pendelt um 22.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • Die Zahl der in deutschen Krankenhäusern intensiv-medizinisch behandelten Corona-Patienten steigt noch immer leicht. Gestern lagen sie bei 3770, ein Plus von 7,2% gegenüber dem Dienstag der Vorwoche (Grafik 3).

Wirtschaft

In Deuschland beraten Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten heute über eine Verlängerung des Teil-Lockdowns im Dezember. Laut Presseberichten will der Bund in diesem Fall für betroffene Unternehmen weitere Finanzhilfen in Höhe von 17 Mrd Euro bereitstellen. Bei einer Verlängerung der Maßnahmen blieben Restaurants sowie Freizeit- und Kultureinrichtungen auch im Dezember geschlossen.

Darüber hinaus werden Bund und Länder heute über einen einheitlichen Beginn der Weihnachtsferien beraten. Eine Beschlussvorlage für den heutigen Corona-Gipfel nennt den 19. Dezember als Termin für den Ferienbeginn. Darüber hinaus könnten heute für die kommenden Wochen schärfere Auflagen für den Einzelhandel beschlossen werden, die je 25 Quadratmeter Verkaufsfläche nur noch einen Kunde erlauben. Schulden in Hotspot-Regionen sollen auf Wechselunterricht umstellen. Diese Punkte sind zum Teil noch strittig. Hingegen haben sich Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder am Montag bereits darauf geeinigt, dass sich nur noch maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen dürfen, wobei Kinder unter 14 Jahren nicht mitgezählt werden. An Weihnachten sollen sich bis zu zehn Menschen aus mehreren Haushalten treffen dürfen.

China National Biotec Group Co., ein führender chinesischer Impfstoffentwickler, hat nach Angaben von Xinhua Finance einen Antrag bei den chinesischen Aufsichtsbehörden eingereicht. Der Antrag enthält wahrscheinlich Daten aus den Phase-III-Humantests des Unternehmens, die im Nahen Osten und in Südamerika durchgeführt wurden.

Unabhängig davon haben die Behörden Hongkongs erneut die Schließung von Unterhaltungseinrichtungen wie Bars und Nachtclubs angeordnet, um die alarmierende Zunahme von Covid-19-Fällen einzudämmen.

In den USA hat der Dow Jones erstmals die Marke von 30.000 überschritten. Hinter dem jüngsten Anstieg steht Erleichterung, dass die Trump-Administration den Übergang zu Präsident Biden keine administrativen Steine mehr in den Weg legt und sich die Republikaner offenbar mit der Niederlage Trumps abgefunden haben. Dagegen hat das Auslaufen der Fed-Notkredite – von vielen als großes Risiko betrachtet – letzte Woche nur für kurze Irritationen gesorgt. Dies ist ein weiterer Beleg dafür, dass die US-Wirtschaft auch ohne ständige Hilfestellung des Staates mit der Corona-Pandemie fertig wird.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Wirtschaft

In Frankreich ist nach Schätzungen des französischen Statistischen Amtes (INSEE) die wirtschaftliche Aktivität im November um fast 10% gegenüber Oktober eingebrochen. Sie lag damit wieder 13% unter dem Vorkrisenniveau (Grafik 4). Von den neuen Corona-Beschränkungen stark betroffen sind vor allem die Gastronomie. Aber auch der Groß- und Einzelhandel sowie das Transportwesen verzeichnen starke Einbußen. Für das Schlussquartal 2020 zeichnet sich damit ein Rückgang des Bruttoinlandsproduktes gegenüber dem dritten Vierteljahr um rund 4% ab.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Deutschland hat die Corona-Maßnahmen auf eine solidere gesetzliche Basis gestellt, nachdem in den vergangenen Wochen immer wieder Zweifel an der Gesetzmäßigkeit einzelner Maßnahmen geäußert wurden und Gerichte Maßnahmen zum Teil aufhoben. Bundestag und Bundesrat haben nun eine Reform des Infektionsschutzgesetzes verabschiedet. Darin werden die Maßnahmen im Detail aufgezählt, die Bund und Länder ergreifen können. Dazu zählen die Maskenpflicht, Abstandsgebote, Reisebeschränkungen, Ausgangssperren, Kontaktbeschränkungen, die Schließung von Betrieben und Einrichtungen sowie Verbote von Veranstaltungen und Gottesdiensten. Die Maßnahmen sind grundsätzlich auf vier Wochen befristet.

Der Bedarf der Deutschen an Toillettenpapier scheint dagegen bereits wieder gedeckt zu sein. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auf Basis von Scannerdaten war der Umsatz in den vergangenen beiden Wochen weitgehend normal, nachdem er Ende Oktober angesichts des bevorstehenden Lockdowns kräftig angezogen hatte (Grafik 5). Gefragt blieben aber andere Güter wie Desinfektionsmittel, Reis und Hefe.