Top Charts

Corona-Virus Update 25. Mai 2020

Während sich das Corona-Virus in Südamerika weiter ausbreitet, sinkt in der EU die Zahl der Neuinfektionen. In Deutschland will Thüringen ab Anfang Juni die Corona-Maßnahmen komplett aufheben. Italien startet heute eine breit angelegte Antikörper-Studie, um Klarheit über die Dunkelziffer der Infizierten zu schaffen. In China haben sich die Zahlen zum Containerumschlag in Häfen leicht verbessert.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Weltweite Neuinfektionen

  • Südamerika ist der aktuelle Herd der Corona-Pandemie. In Brasilien steigt die Zahl der Neuinfektionen noch immer an. In den vergangenen 7 Tage wurde im Durchschnitt über 16.000 neue Fälle gemeldet. Mit knapp 8 Personen je 100.000 Einwohner ist das Infektionsgeschehen in Brasilien aktuell höher als in den USA oder Russland, wo die Zahl der Neuinfektionen inzwischen leicht rückläufig ist (Grafik 1).
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In der EU sinkt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen weiter. In Deutschland wurden in den letzten 7 Tagen im Durchschnitt weniger als 600 neue Fälle gemeldet. Zusammen mit Frankreich weist Deutschland damit unter den großen EU-Ländern mit rund 0,6 die niedrigste Infektionsrate je 100.000 Einwohner aus (Grafik 2). Aber auch in Italien und Spanien ist die Rate inzwischen auf 1,0 gesunken.

Deutschland: Thüringen will Beschränkungen komplett aufheben

Die Corona-Beschränkungen (Mundschutz, Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen) bleiben zunächst bis 5. Juni bestehen, darauf hatte sich Bundeskanzlerin Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder geeinigt. Wie es danach weiter geht, ist grundsätzlich noch offen. Allerdings verkündete an diesem Wochenende Thüringens Regierungschef Ramelow, die allgemein gültigen Beschränkungen in seinem Bundesland ab 6. Juni zu beenden. Ab dann soll lokal reagiert werden, sofern die Infektionszahlen eine bestimmte Rate übersteigen.

Italien startet Antikörper-Studie

Bis heute ist unklar, wie viele Menschen sich tatsächlich mit Corona infizierten, weil bei vielen Erkrankten kaum oder keine Symptome auftreten. Deshalb startet Italien diese Woche eine breit angelegte Antikörper-Studie. Rund 150.000 Menschen sollen auf Antikörper untersucht werden. Laut Gesundheitsministerium sollen das Rote Kreuz Bluttests von repräsentativ ausgewählten Menschen aus 2.000 Orten nehmen.

USA – Arbeitslosigkeit bleibt bis zu den Wahlen hoch

  • Immer mehr republikanische Senatoren scheinen sich mit der Notwendigkeit eines weiteren Hilfspakets abzufinden. Allerdings ist man sich in ihren Reihen noch uneinig über den möglichen Inhalt eines solchen Pakets. Einige stehen hinter einem überparteilichen Vorschlag, 500 Milliarden Dollar für die Bundesstaaten zur Verfügung zu stellen, während andere dies ablehnen, da dies nur dazu dienen würde, haushaltspolitische Fehlentscheidungen einzelner Staaten (gemeint sind wohl vor allem demokratisch regierte) zu übertünchen.
  • Der wirtschaftliche Berater des Weißen Hauses, Kevin Hassett, geht davon aus, dass die Arbeitslosenquote zum Zeitpunkt der Wahlen im November immer noch zweistellig ist. Der Rückgang der Quote werde langsamer vonstatten gehen als der Anstieg.
  • Die Corona-Krise hat den US-Ölproduzenten einen schweren Schlag versetzt. Die Ölproduktion ist bereits deutlich gefallen, und die Ölfirmen haben ihre Explorationsbudgets erheblich zusammengestrichen. Es könnte daher sehr lange dauern, bis die Förderung wieder in die Nähe des vor der Krise erreichten Hochs kommt. Die “Ölstaaten”, besonders Texas, werden dadurch zusätzlich belastet.
  • Präsident Trump hat am Freitag Gotteshäuser zu “wesentlichen Einrichtungen” erklärt, deren Eröffnung von den Gouverneuren unverzüglich zu erlauben sei. Es ist verfassungsrechtlich zweifelhaft, dass der Präsident derartiges überhaupt anordnen kann. Verschiedene Gouverneure und Bürgermeister haben bereits angekündigt, diese Anweisung zu ignorieren.

China: Leicht bessere Hafendaten

  • Der wichtigste Hafen meldete für den Zeitraum vom 11. bis 20. Mai einen Rückgang des Containerumschlags und des Außenhandelsumschlags um 5,1% bzw. 5,6% im Jahresvergleich, nachdem diese in den ersten 10-Mai-Tagen um 7,3% bzw. 13,4% gefallen waren. Die Ölimporte stiegen in den ersten 20 Tagen des Mai um 6,1% im Jahresvergleich.
  • Das chinesische Statistikamt deutete an, dass sich die Einzelhandelsumsätze im Mai weiter verbessern würden.