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Corona-Virus Update 25. Juni 2020 – Fokus USA

In den USA nehmen bei vielen konsumorientierten Dienstleistungen die Aktivitäten wieder zu, während die Erholung in der Industrie hinterherhinkt. In Deutschland hat die Bundesregierung eine Ausbildungsprämie für Betriebe beschlossen, die trotz der Corona-Krise unvermindert ausbilden. Der IWF erwartet für China 2020 ein Wachstum von 1,0%, gefolgt von einer Erholung 2021 um 8,2%.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

USA: Dienstleistungen erholen sich, Industrie hinkt noch hinterher

Wir haben für die USA mehrere Indikatoren ausgesucht, die quasi in Echtzeit einen Eindruck davon geben, wo die US-Wirtschaft steht.

  1. Stahlproduktion (letzter Wert 20. Juni)

Nach dem scharfen Einbruch der Stahlproduktion Ende März um ein Drittel tendiert sie seit mehr als zwei Monaten seitwärts.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  1. Frachtverkehr (letzter Wert 20. Juni)

Die chemische Industrie ist für uns von Interesse, weil sie mit vielen anderen Branchen über Lieferbeziehungen verbunden ist. Beim Transport von Chemikalien per Bahn zeichnete sich eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau ab. Eine Aufwärtstendenz ist noch nicht zu erkennen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  1. Hypothekenanträge (letzter Wert 19. Juni)

Nach einem zwischenzeitlichen Einbruch im März/April haben die Anträge auf Hypothekenkredite für den Kauf einer Wohnimmobilie kräftig angezogen. Für den starken Anstieg dürften die rückläufigen Hypothekenzinsen verantwortlich sein. Der leichte Rückgang in der letzten Woche entspricht dem saisonal üblichen Muster. Es gehen weiterhin mehr Anträge ein als in den letzten Jahren in der entsprechenden Woche üblich.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  1. Reisende an Flughäfen (letzter Wert 23. Juni)

Der Gesamtdurchsatz von Reisenden an den Kontrollpunkten der Transportation Security Administration (TSA) lag in den letzten sieben Tagen bei durchschnittlich rund 540 Tausend pro Tag, ein Anstieg gegenüber den knapp 480 Tsd in dem vorherigen 7-Tageszeitraum. Dem stehen Messwerte von 2-2,5 Millionen an einem typischen Tag im Jahr 2019 gegenüber. Der Flugreiseverkehr nimmt damit langsam wieder zu, liegt aber nur bei 20%-21% des Normalwerts.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  1. Kundenzahl im Einzelhandel und Freizeiteinrichtungen (letzter Wert 19. Juni)

Der Einzelhandel (ohne Lebensmittel) und die Freizeiteinrichtungen haben sich gemessen an der von Google ermittelten Kundenzahl spürbar erholt. Verzeichneten die Geschäfte im April zeitweise 40% – 50% weniger Kunden als in normalen Zeiten, so wurde inzwischen zwei Drittel des Einbruchs wettgemacht.

In den USA nehmen bei vielen konsumorientierten Dienstleistungen die Aktivitäten wieder zu, während die Industrie noch hinterherhinkt. Diese Unterschiede liegen womöglich darin begründet, dass die Bundesregierung den Verbrauchern über zusätzliche Sozialleistungen ihre Einkommensausfälle ausgeglichen, in vielen Fällen sogar überkompensiert hat. Diese Politik wird sie aus Kostengründen aber nicht dauerhaft fortsetzen können. Außerdem profitieren die Verbraucher von em Ölpreisrückgang, während die in den USA wichtige Ölindustrie schwer getroffen wurde.

Weltweite Neuinfektionen

  • In Nord- und Südamerika breitet sich das Virus weiter stark aus. In den USA wurden im Durchschnitt der letzten 7 Tagen knapp 30.000 Neuinfektionen gemeldet. Das sind 9,1 Fälle je 100.000 Einwohner. Damit ist die Infektionsrate fast wieder so hoch im Mitte April. Auch in Brasilien hat das Infektionsgeschehen weiter zugenommen. Hier ist die Infektionsrate auf 15,2 gestiegen.
  • In der EU dominieren Infektionsausbruch in verschiedenen Institutionen weiterhin die Zahl der Neuinfektionen. Außerhalb dieser Cluster ist das Infektionsgeschehen nach wie vor niedrig. Die Infektionsrate liegt in allen großen EU-Ländern weiter deutlich unter 1.

Deutschland beschließt Hilfen für Ausbildungsbetriebe

Die Bundesregierung hat gestern eine Ausbildungsprämie für Unternehmen beschlossen, die in der Corona-Krise besonders getroffen wurden. Weil die Regierung befürchtet, viele Betriebe könnten die Zahl der Auszubildenden reduzieren oder die Ausbildung gar einstellen, sollen Firmen, die trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten an der Ausbildung festhalten, mit einer Prämie belohnt werden. Unternehmen mit bis zu 249 Beschäftigten, die trotz großer Umsatzeinbrüche in gleichem Umfang ausbilden wie in den vergangenen drei Jahren, bekommen 2.000 Euro für jeden Ausbildungsvertrag, der 2020 und 2021 geschlossen wird. Firmen, die mehr als die bisherigen Ausbildungsplätze schaffen, sollen je zusätzlichem Auszubildenden 3.000 Euro bekommen. Gefördert werden außerdem Betriebe, die Auszubildende von Firmen übernehmen, die wegen der Corona-Pandemie die Ausbildung nicht fortsetzen können.

China – IWF senkt Wachstumsprognose für China

  • Die Verkäufe von Personenkraftwagen blieben in der dritten Juniwoche mit einem Rückgang von 11% im Jahresvergleich im negativen Bereich, nachdem diese bereits in der Vorwoche um 17% gefallen waren.
  • Am 24. Juni wurden in Peking 13 lokale Covid-19-Fälle gemeldet. Trotz dieses Anstiegs gegenüber dem Vortag (7 Fälle), dürfte sich der generelle Abwärtstrend fortsetzen und das Virus wegend er lokalen Abschottungsmaßnahmen eingedämmt bleiben.
  • Der IWF hat gestern seinen Weltwirtschaftsausblicks (WEO) veröffentlicht und erwartet – wie wir – für China 2020 ein Wachstum von 1,0%. Für 2021 prognostiziert der IWF einen Aufschwung von 8,2% (Commerzbank: 9,0%), der vor allem durch eine starke Erholung bei Investitionen und Dienstleistungen getragen werden dürfte.