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Corona-Virus Update 24. September 2020 – Fokus USA

In den USA sind die Neuinfektionen im September zunächst leicht gesunken, zuletzt aber wieder etwas gestiegen. Die wirtschaftliche Erholung hat auf breiter Front angehalten, verliert aber an Schwung. Israel verschärft angesichts dramatisch steigender Neuinfektionen den Lockdown.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • In den USA und Brasilien hat sich das Infektionsgeschehen in den vergangenen zwei Woche kaum verändert (Grafik 1). In Indien hat sich die Infektionskurve in den letzten Tagen leicht abgeflacht. Dagegen steigen in Großbritannien die Neuinfektionen wieder deutlich an.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In der EU nimmt das Infektionsgeschehen weiter zu. In Spanien und Frankreich steigt die Infektionsrate noch immer an (Grafik 2). Auch in Deutschland stecken sich wieder mehr Menschen mit dem Coronavirus an. Hier liegt die Infektionsrate mit 2,1 aber immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau. Gleiches gilt für Italien.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Israel verschärft den Lockdown

In Israel ist die Infektionslage derzeit außer Kontrolle. In den letzten sieben Tagen wurden im Durchschnitt 50 neue Infektionen je 100.000 Einwohner gemeldet (Grafik 3). Dies sind doppelt so viele wie in Spanien. Der Anstieg ist nur zu einem Teil auf die höheren Testumfänge zurückzuführen. Der Anteil der positiven Tests ist auf hohe 11,7% gestiegen. Zum Vergleich: In Deutschland liegt der Wert aktuell bei 1,2%. Vor diesem Hintergrund hat die israelische Regierung gestern Abend angekündigt, den zweiten Lockdown ab Freitag noch zu verschärfen.

USA: Weiter auf Erholungskurs

Die US-Wirtschaft hat sich in den letzten Wochen weiter tendenziell von dem coronabedingten Einbruch erholt. Das Tempo der Aufwärtsbewegung hat allerdings nachgelassen. Einige Bereiche, vor allem kundennahe Dienstleistungen wie Tourismus, sind zudem noch sehr weit von einer Normalisierung entfernt.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

1. Stahlproduktion (letzter Wert 12. September)

Nach dem scharfen Einbruch der Stahlproduktion Ende März um ein Drittel ist in den letzten Wochen eine stetige Aufwärtsentwicklung sichtbar. Diese erfolgt allerdings von einem sehr niedrigen Niveau aus und viel langsamer als der vorherige Rückgang. Insgesamt wurde bisher weniger als die Hälfte des Einbruchs aufgeholt.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

2. Frachtverkehr (letzter Wert 19. September)

Die chemische Industrie ist für uns von Interesse, weil sie mit vielen anderen Branchen über Lieferbeziehungen verbunden ist. Die seit Juni zu beobachtende Erholung beim Transport von Chemikalien per Bahn hat sich in den letzten Wochen nicht fortgesetzt. Hier dürfte aber auch eine jahreszeitlich übliche Beruhigung eine Rolle spielen. Die Zahl der Wagenladungen hat inzwischen 95% des in den letzten Jahren zu dieser Jahreszeit üblichen Niveaus erreicht.

3. Hypothekenanträge (letzter Wert 18. September)

Nach einem zwischenzeitlichen Einbruch im März/April haben die Anträge auf Hypothekenkredite für den Kauf einer Wohnimmobilie im Mai/Juni kräftig angezogen. Für den starken Anstieg dürften die rückläufigen Hypothekenzinsen verantwortlich sein. Seitdem nehmen die Anträge leicht ab, wie jahreszeitlich üblich. Es gehen aber weiterhin sogar mehr Anträge ein als in den letzten Jahren in der entsprechenden Kalenderwoche.

4. Reisende an Flughäfen (letzter Wert 22. September)

Der Gesamtdurchsatz von Reisenden an den Kontrollpunkten der Transportation Security Administration (TSA) lag in den letzten sieben Tagen bei durchschnittlich knapp 712 Tausend pro Tag und damit etwas höher als im vorherigen 7-Tageszeitraum. Dem stehen Messwerte von 2-2,5 Millionen an einem typischen Tag im Jahr 2019 gegenüber. Der Flugreiseverkehr liegt gegenwärtig bei knapp 31% des Normalwerts.

China: positive Nachrichten

Laut chinesischem Automobilverband dürften die Verkäufe von Personenkraftwagen im September um 8% steigen, womit sich die seit dem zweiten Quartal anhaltende Erholung fortsetzt. Gleichzeitig dürfen ab 28. September Ausländer mit einer gültigen Aufenthaltsgenehmigung für Arbeit, persönliche Angelegenheiten und Versammlungen nach China einreisen. Dies ist die erste Erleichterung bei der Einreise von Ausländern seit sechs Monaten.

Spanien: Zweite Welle bremst Erholung des Tourismus

In Spanien hat die Zahl der Übernachtungen trotz verschiedener Reisewarnungen ausländischer Regierungen weiter zugelegt. Im August wurden mit knapp 17 Mio etwa genauso viele Übernachtungen gezählt wie im Januar und Februar dieses Jahres. Allerdings sind die Übernachtungszahlen normalerweise im Sommer natürlich viel höher als zu Beginn des Jahres. So entsprachen die Übernachtungen im August 2020 gerade einmal etwas mehr als einem Drittel der im August 2019, und im September ist angesichts der weiter steigenden Infektionszahlen und der im Verlauf des Augusts ausgeweiteten Reisewarnung der deutschen Regierung ein neuerlicher Rückgang zu befürchten.

Obwohl der spanische Tourismussektor also immer noch in starkem Maße unter der Pandemie leidet – und dies wohl auch auf absehbare Zeit weiter tun wird –, wird auch er in erheblichem Maße dazu beitragen, dass das reale Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal wieder deutlich höher als im zweiten Quartal sein wird. Schließlich entsprach die saisonbereinigte Zahl der Übernachtungen im Durchschnitt von Juli und August immerhin wieder gut 30% des Normalniveaus, während sie im zweiten Quartal praktisch bei null lagen. Angesichts geschätzter etwa 14%, die dieser Sektor in normalen Zeiten direkt und indirekt zum Bruttoinlandsprodukt beigetragen hat, dürfte dies einen spürbaren Effekt haben.