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Corona-Virus Update 24. November 2020

Die zweite Corona-Welle wird der deutschen Wirtschaft ein schwaches Schlussquartal bescheren. Allerdings deuten Daten wie der Lkw-Verkehr und Kredite darauf hin, dass die Wirtschaft spürbar widerstandsfähiger ist als im Frühjahr.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • In den USA steigt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen weiter. Im Durchschnitt der letzten sieben Tage wurden knapp 53 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner gemeldet. Etwas Hoffnung gibt, dass sich der Anstiegswinkel der Infektionskurve seit einigen Tagen etwas abgeflacht hat.
  • In Brasilien ist die Infektionsrate in den letzten Tagen nicht weiter gestiegen. Sie pendelt weiter um 14. In Indien verharrt die Infektionsrate auf niedrigem Niveau.
  • In der EU ebbt die zweite Infektionswelle ab. In Frankreich hat sich die Lage deutlich entspannt. Im Durchschnitt der letzten sieben Tage wurden “nur” noch knapp 33 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner gemeldet. Vor zwei Wochen lag der Wert noch über 70. Auch der Anteil der positiven Tests ist weiter auf zuletzt gut 13% gesunken.
  • In Spanien und Italien zeigt die Infektionskurve ebenfalls nach unten. In den Niederlande ist dagegen der Rückgang der Neuinfektionen seit fünf Tagen zum Stillstand gekommen. Auch in Deutschland ist noch keine Abwärtstrend erkennbar, auch wenn gestern rund 1.000 Neuinfektionen weniger gemeldet wurden als eine Woche zuvor.
  • Auch bei der Zahl der in deutschen Krankenhäusern intensiv-medizinisch behandelten Corona-Patienten ist noch keine Trendwende erkennbar. Gestern lagen sie bei 3.742, ein Plus von 8,9% gegenüber dem Montag der Vorwoche (Grafik 3).
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Wirtschaft – Fokus Deutschland

Die zweite Corona-Welle wird der deutschen Wirtschaft ein schwaches Schlussquartal bescheren. Mit dem Anstieg der Fallzahlen seit Oktober hat sich das soziale Leben wieder sichtlich eingeschränkt. Laut Google Mobility Report, im Rahmen dessen Google die Bewegungsdaten von Mobiltelefonen bzw. deren Besitzern auswertet, hielten sich zuletzt rund 30% weniger Kunden in Geschäften bzw. Gäste in Restaurants und Cafés auf als zu Zeiten vor der Corona-Krise (Grafik 4). Die gute Nachricht ist allerdings, dass sich die Zahlen im November stabilisierten und der jüngste Rückgang nur halb so groß ausfällt wie im Frühjahr.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Was den Einzelhandel betrifft, dürfte vieles durch den Online-Handel aufgefangen werden. Mit dem neuerlichen Anschwellen der Infektionszahlen kaufen die Menschen wieder mehr im Internet. Zuletzt lag die Zahl der Online-Transaktionen rund 20% über dem Niveau der entsprechenden Kalenderwoche des Vorjahres (Grafik 5).

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Auch grundsätzlich scheint die Krise die Menschen mittlerweile weniger zu beunruhigen. Hierauf deuten auch Daten zu Krediten. Während die Zahl der Konsumentenkredite im Frühjahr und Sommer aufgrund allgemeiner Verunsicherung und Sorge vor Jobverlusten rückläufig war, stieg diese trotz der zweiten Corona-Welle in den vergangenen Kalenderwochen um durchschnittlich 10% gegenüber dem Vorjahr (Grafik 6). Selbst vor hohen Kreditsummen und langen Tilgungszeiten scheuen die Verbraucher nicht zurück – in den letzten Wochen wurden durchschnittlich 7% mehr Hypothekenverträge abgeschlossen als vor einem Jahr. Kreditnehmer haben offenbar Vertrauen darin, die Darlehen in Zukunft zurückzahlen zu können.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Positiv zu werten ist auch, dass die Industrie bisher durch die zweite Infektionswelle wohl kaum belastet wird. So entspricht der Lkw-Verkehr nach Daten des Statistischen Bundesamtes weitgehend dem in normalen Zeiten (Grafik 7). Hoffnung macht hier auch, dass die Aufträge bis zuletzt deutlich zugelegt haben.

Chinas Automobilverband rechnet im November mit 10% mehr Verkäufen von Pkw als im Vorjahr, nachdem der Autoabsatz im Oktober bereits um 8,0% zugelegt hatte. Dies steht im Einklang mit der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung in China, wobei die Pkw-Verkäufe rasch an Dynamik gewinnen.

Nach Medienberichte wird Präsident Trump bald erklären, dass 89 chinesische Luft- und Raumfahrt- sowie andere Unternehmen Verbindungen zum Militär haben. Deshalb sollen sie nur noch eingeschränkt US-Güter und Technologien kaufen dürfen.