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Corona-Virus Update 24. Juli 2020 – Fokus Euroraum

In der EU mehren sich die Anzeichen für eine zweite Infektionswelle. Mit der verstärkten Reisetätigkeit scheint sich das Virus wieder stärker zu verbreiten. Im Euroraum erholt sich die Bauwirtschaft recht schnell in den Ländern, in denen diese besonders eingebrochen war. Hingegen fassen die Verbraucher nur langsam wieder Vertrauen. In den USA ist keine Entspannung bei der Infektionslage zu erkennen. Chinas Präsident Xi will angesichts der schwachen Nachfrage insbesondere chinesische Automarken unterstützten.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Euroraum: Erholung im Einzelhandel wird langsamer

Laut Google-Auswertungen steigt die Zahl der Kunden in Einzelhandelsgeschäften (ohne Lebensmittel) in Deutschland nur noch langsam an (Grafik 1). Die Zahl der Kunden in Deutschland liegt aktuell etwa 4,5 % unter dem Vorkrisenniveau. In Frankreich stagniert die Erholung aktuell, während sie in Italien weiter voran schreitet: Die Kundenzahlen in Italien liegen nur noch 8% unter dem Vor-Corona Level. Das Sorgenkind im Euroraum bleibt weiter Spanien. Hier verharren die Kundenzahlen in Einzelhandelsgeschäften mit -17% weiter deutlich unter dem Vorkrisenniveau.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Konsumenten fassen nur langsam wieder Vertrauen

Bei den Verbrauchern kehrt das Vertrauen nur langsam zurück. Gestern wurde das EU-Konsumentenvertrauen für Juli veröffentlicht. Entgegen den Erwartungen ist es nicht weiter gestiegen (Grafik 2). Die nationalen Daten werden zwar erst nächste Woche veröffentlicht. Doch vieles spricht dafür, dass in allen EU-Ländern die Erholung des Konsumentenvertrauens ins Stocken geraten ist.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Bauwirtschaft vor V-förmiger Erholung

Die Bauwirtschaft in den Euro-Ländern wurde von den Corona-Beschränkungen sehr unterschiedlich getroffen. In Deutschland ist die Bauproduktion nur moderat gesunken (Grafik 3). In Frankreich und Italien haben dagegen die harten Ausgangsbeschränkungen die Bauwirtschaft massiv behindert. Mit der Lockerung der Beschränkungen ist die Produktion im April wieder deutlich nach oben geschnellt. Im Juni könnte sie schon wieder fast das Vorkrisenniveau erreicht haben.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Weltweite Neuinfektionen

  • Der Kampf gegen Corona-Pandemie wird wohl noch lang andauern. In Nord- und Südamerika ist das Infektionsgeschehen weiterhin hoch. In den USA liegt die Infektionsrate – durchschnittliche Neuinfektionen in den vergangenen 7 Tagen je 100.000 Einwohner – weiter über 20 (Grafik 4).
  • Auch in Brasilien hat die Infektionsrate wieder einen Sprung noch oben gemacht. Möglicherweise ist der Anstieg aber auch auf Nachmeldungen zurückzuführen.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In der EU mehren sich die Anzeichen für eine zweite Infektionswelle. Mit der verstärkten Reisetätigkeit scheint sich auch das Virus wieder stärker zu verbreiten. So ist der Anstieg der Neuinfektionen nicht mehr nur auf Infektionsausbrüche in verschiedenen Einrichtungen zurückzuführen. Zudem ist bei der Interpretation der Daten zu berücksichtigen, dass sie das Infektionsgeschehen vor rund zwei Wochen widerspiegeln, als die Reisewelle gerade erst begann. Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen dürfte in den kommenden Wochen weiter steigen.
  • In Spanien ist die Infektionsrate wieder auf den Stand von Anfang Mai gestiegen (Grafik 5). Und auch in Frankreich und Deutschland zeigt die Tendenz nach oben.

USA – Keine Entspannung der Infektionslage

  • Die USA haben die Marke von insgesamt 4 Millionen positiv auf das Coronavirus getesteten Personen überschritten. 143 Tsd Todesfälle werden auf eine Corona-Infektion zurückgeführt. Mit weiterhin rund 60 Tsd neuen Fällen pro Tag gibt es bislang keine Anzeichen einer Entspannung.
  • Kalifornien ist jetzt an New York – dem ersten Hotspot des Landes – in Bezug auf positive Testergebnisse vorbeigezogen. Dieser bevölkerungsreichste US-Bundesstaat ist damit mitten in einer zweiten Infektionswelle.
  • Der Kongress ist sich noch nicht einig, wie die Ende des Monats auslaufende erweiterte Arbeitslosenhilfe ersetzt werden soll. Die Republikaner wollen die Höhe der Unterstützung – 600 Dollar pro Woche – auf jeden Fall reduzieren. Allerdings ist fraglich, ob die Zahlungen selbst bei einer Kongressentscheidung in den nächsten Tagen fristgerecht geleistet werden können, wenn es zu einer Änderung der Summen kommt. Die Arbeitsämter sind aufgrund veralteter IT kaum in der Lage, rasche Anpassungen vorzunehmen.

China: Xi will chinesische Automarken unterstützen

  • Hongkong meldete am dritten Tag in Folge mehr als 100 lokale Covid-19-Fälle. In China waren dies 15 lokale Fälle, davon 13 in Urumqi und 2 in Dalian.
  • Die wichtigsten Häfen berichten von einer anhaltenden Verbesserung der Außenhandelsverschiffungen, der Containerumschlag nahm vom 11. bis 20. Juli um 4,3% im Jahresvergleich zu, nach +3,4% in den ersten zehn Julitagen). Die Häfen entlang des Jangtse wurden jedoch durch Überschwemmungen in Mitleidenschaft gezogen, weshalb der Umschlag um 21% zurückging.
  • Der chinesische Präsident Xi Jinping versprach bei seinem Besuch in Changchun, einer Stadt mit Schwerindustrie, lokale Automobilhersteller zu unterstützen.