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Corona-Virus Update 23. September 2020

Auch wenn weltweit zuletzt wieder weniger Neuinfektionen gemeldet wurden, ist ein Ende der Pandemie nicht in Sicht. In den USA und Westeuropa zeigt die Kurve der Neuinfektionen wieder nach oben. Frankreich will fortan weichere Regeln beim EU-Stabilitätspakt.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

Weltweit ist die Zahl der Neuinfektionen in den letzten Tagen merklich gesunken. Im Durchschnitt der letzten zwei Tagen wurden der WHO rund 250.000 neu Fälle gemeldet. Im Hochpunkt waren es über 300.000.

Maßgeblich hierfür ist die Stabilisierung des Infektionsgeschehen in Indien, auf das derzeit rund ein Drittel der weltweiten Neuinfektionen entfällt. Die Neuinfektionen je 100.000 im Durchschnitt der letzten 7 Tage haben sich bei 6,5 eingependelt (Grafik 1).

Auch Brasilien meldete in den letzten Tagen weniger Neuinfektionen. Dagegen zeigt die Kurve in den USA wieder nach oben.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In der EU melden fast alle Ländern wieder steigende Neuinfektionen, was zu einem guten Teil auf die höheren Testumfänge zurückzuführen ist. Am stärksten betroffen ist erneut Spanien, wo die Infektionsrate – also die Neuinfektionen je 100.000 Einwohner – auf über 24 gestiegen ist (Grafik 2). Aber auch in Frankreich ist die Infektionsrate rasant nach oben geschnellt. Dagegen werden aus Deutschland und Italien weiterhin nur moderat höhere Fallzahlen gemeldet.

Wirtschaft

  • Die französische Regierung will nicht zurück zu den bisherigen Regeln des EU-Stabilitätspakts. Europa-Staatssekretär Clément Beaune sagte gestern der Nachrichtenagentur AFP: “Wir können uns nicht vorstellen, denselben Pakt wieder in Kraft zu setzen.” Hintergrund sind die wegen der Corona-Krise in allen EU-Ländern stark steigenden Haushaltsdefizite und Schulden. Die EU-Kommission setzte deshalb schon im März den Stabilitätspakt aus, um den Mitgliedstaaten schuldenfinanzierte Ausgabenprogramme zu ermöglichen. Laut EU-Kommission werde die Verschuldung im Durchschnitt des Euroraums von 86% des Bruttoinlandsprodukts auf über 100% in diesem Jahr steigen.
  • In den USA haben Notenbank-Chef Powell und Finanzminister Mnuchin in einem gemeinsamen Auftritt vor dem Kongress die Verabschiedung eines weiteren Konjunkturpakets gefordert. Nach den Worten von Mnuchin müsse dieses “auf Stellenwachstum abzielen und die am härtesten betroffenen Branchen, insbesondere den Fremdenverkehr und das Gastgewerbe stützen”.