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Corona-Virus Update 23. November 2020

In den USA spitzt sich die Lage an der Corona-Front weiter zu. In Europa ist zwar die zweite Infektionswelle gebrochen, die Zahl der Neuinfektionen ist aber noch immer hoch. In Deutschland dürften die Corona-Beschränkungen bis mindestens Mitte Dezember verlängert werden. In den USA erholt sich die Wirtschaft trotz der stark steigenden Neuinfektionen weiter.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • In den USA hat die dritte Infektionswelle noch immer nicht den Hochpunkt erreicht. Im Durchschnitt der letzten sieben Tage wurden mehr als 51 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner gemeldet (Grafik 1). Die Belastung im US-Gesundheitswesens nimmt weiter zu. Inzwischen liegen 83.000 Corona-Patienten in Krankenhäusern, ein neuer Höchststand. In den beiden vorhergehenden Infektionswellen waren jeweils höchstens 60.000 Patienten in Hospitälern. In mehreren Regionen – beispielsweise im Bundesstaat New York – steigen die Infektionen so schnell an, dass die Politik wohl verschärfte Restriktionen verhängen muss.
  • In Japan verstärken sich die Sorgen vor einer neuen Infektionswelle, nachdem am Samstag mehr als 2500 neue Corona-Fälle gezählt wurden, der vierte Rekord hintereinander.
  • In Brasilien ist die Infektionsrate nicht weiter gestiegen. Sie pendelt seit einer Woche um 14. In Indien verharrt die Infektionsrate auf niedrigem Niveau.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In der EU ist die zweite Infektionswelle gebrochen. In Ländern, die besonders stark getroffen wurden, wie die Niederlande und Frankreich, hat sich die Zahl der Neuinfektionen mehr als halbiert (Grafik 2). Auch in Spanien fällt die Infektionskurve. Dagegen ist in Italien und Deutschland noch kein klarer Abwärtstrend zu erkennen.
  • In Deutschland verharrt die Infektionsrate seit einer Woche bei 21. Damit ist klar, dass die Corona-Beschränkungen verlängert und wohl teilweise auch verschärft werden. Darüber werden die Ministerpräsidenten der Bundesländer mit Bundeskanzlerin Merkel am Mittwoch beraten.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • Auch mit Blick auf die Lage in den deutschen Krankenhäusern kann noch keine Entwarnung gegeben werden. Über das Wochenende ist die Zahl der in deutschen Krankenhäusern intensiv-medizinisch behandelten Corona-Patienten auf 3709 gestiegen (Grafik 3). Gegenüber der Vorwoche bedeutet dies immer noch ein Zuwachs von knapp 10%.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Wirtschaft

  • Aus Sorge vor einer neuen Rezession scheinen die Wirtschaftsberater des künftigen US-Präsidenten Biden bereit, auch ein abgespecktes Konjunkturpaket zu akzeptieren, um noch von Jahresende einen Deal durch den Kongress zu bekommen. Zunächst muss der Kongress sich aber um eine neue Ausgabeermächtigung für die Regierung bemühen, die alte läuft am 11. Dezember aus. Sollte hier eine Einigung ausbleiben, droht wieder einmal ein Shutdown von US-Regierungsbehörden.
  • Bislang hat die US-Wirtschaft, anders als zuvor befürchtet, nicht unter den stark steigenden Neuinfektionen gelitten. Die wirtschaftliche Aktivität hat bis zuletzt zugenommen, wie der Wochenindikator der New York Fed zeigt (Grafik 4).
  • In seiner Anmerkungen während des G20-Gipfels der Staats- und Regierungschefs am 21. November forderte der chinesische Präsident Xi Jinping eine konzertierte globale Koordination bei der Bekämpfung von Covid-19 und betonte die Bedeutung der Digitalisierung. Er sagte, das UN-zentrierte internationale System müsse gestärkt werden. Auf dem APEC-Gipfel am Freitag sagte Xi auch, dass China einen Beitritt zum CPTPP-Abkommen, dem Nachfolger des Handelsabkommens der Transpazifischen Partnerschaft (TPP), der sich die USA 2017 unter der Trump-Regierung verweigert hatten, “wohlwollend in Erwägung ziehen” werde.