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Corona-Virus Update 22. September 2020

In den USA, Brasilien und Indien, auf die rund die Hälfte der weltweit gemeldeten Neuinfektionen entfallen, bewegen sich die Infektionsrate seit Anfang September in der Tendenz seitwärts. Anders sieht es in einigen EU-Ländern aus, wo derzeit eine zweite Infektionswelle rollt.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • In den USA schwankt die Infektionsrate – also die durchschnittlichen Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den letzten 7 Tagen – seit Anfang September um 12 (Grafik 1). Ähnlich sieht es in Brasilien aus, wo die Infektionsrate bei 15 liegt. Auch in Indien haben sich die durchschnittlich gemeldeten Neuinfektionen in den vergangenen Tagen bei rund 95.000 stabilisiert.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In der EU rollt in vielen Ländern eine zweite Infektionswelle. Am stärksten betroffen ist erneut Spanien, wo die Infektionsrate – also die Neuinfektionen je 100.000 Einwohner – auf über 23 gestiegen ist (Grafik 2). Aber auch in Frankreich ist die Infektionsrate rasant nach oben geschnellt. In Deutschland und Italien werden dagegen weiterhin nur vergleichweise wenige Neuinfektionen gemeldet.
  • Die aktuelle Situation ist jedoch nicht mit der im April vergleichbar. So sind die höheren Fallzahlen zu einem guten Teil die höheren Testumfängen zurückzuführen. Die Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 sind bislang kaum gestiegen und die Gesundheitssysteme sind deutlich geringer ausgelastet als im Hochpunkt der ersten Infektionswelle.

Wirtschaft

  • Die Aktienmärkte sind gestern stark unter Druck geraten. Dahinter steckt neben den wieder größeren Sorgen um den Verlauf der Corona-Pandemie wohl ein Bündel weiterer Ursachen: die Verzögerungen weiterer Fiskalmaßnahmen in den USA, die Risken im Zusammenhang mit dem US-Wahlkampf und die anhaltenden Handelsspannungen mit China.
  • Nach Schätzungen der US-Rechnungshofes CBO dürfte die Staatsverschuldung in den USA bis 2050 auf etwa 195% des Bruttoinlandsproduktes steigen. Für das laufende Jahr wird ein Wert von 98% prognostiziert, nach 79% im Jahr 2019. Verantwortlich für den starken Anstieg in diesem Jahr sind die Ausgaben zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie.
  • Deutschlands Bundesjustizministerin Lambrecht will Unternehmen auch im kommenden Jahr erlauben, ihre Hauptversammlung virtuell als Online-Veranstaltung – anstatt als Präsenzveranstaltung – durchzuführen. Diese Regelung gilt bereits seit März und ist derzeit bis Ende 2020 befristet, sie kann aber per Verordnung bis Ende 2021 verlängert werden. Das Justizministerium veröffentlichte dafür den Entwurf einer entsprechenden Verordnung.