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Corona-Virus Update 22. Oktober 2020 – Fokus USA

In den USA hat sich die Wirtschaft trotz wieder stark steigender Neuinfektionen bis zuletzt weiter erholt. In der EU ist der Hochpunkt der zweiten Infektionswelle noch immer nicht erreicht. In Deutschland wurden gestern erstmals mehr als 10.000 Neuinfektionen an einem Tag gemeldet.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • In den USA nähert sich die dritte Infektionswelle rasant dem Hochpunkt der zweiten Welle. In den letzten sieben Tagen wurden im Durchschnitt 18,2 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner gemeldet. Im Hochpunkt im August waren es etwas mehr als 20. In Brasilien und Indien ist die Infektionsrate im Trend rückläufig.
  • In der EU ist der Hochpunkt der zweiten Infektionswelle noch nicht in Sicht. Die Verschärfung der Corona-Beschränkungen dürften erst in rund zwei Wochen in den Zahlen widerspiegeln. Auch in Spanien zeigt die Kurve bei den Neuinfektionen wieder nach oben.
  • In Deutschland wurden gestern 11287 Neuinfektionen gemeldet, so viele wie noch nie an einem Tag. Der Vergleich mit dem Hochpunkt der ersten Welle (6294) ist allerdings irreführend. Damals wurden in der Woche 400.000 Tests gemacht, aktuell sind es 1.200.000. Bei gleichem Testumfang wie heute hätte man damals schätzungsweise rund 19.000 positive Testergebnisse gehabt.
  • Auch die Zahl der in deutschen Krankenhäusern intensiv-medizinisch behandelten Corona-Patienten steigt weiter rasant an. Gestern waren es 943. Dies sind 341 mehr als vor einer Woche.

USA: Weiter auf Erholungskurs

Die US-Wirtschaft hat sich in den letzten Wochen weiter tendenziell von dem coronabedingten Einbruch erholt. Das Tempo der Aufwärtsbewegung hat allerdings nachgelassen. Einige Bereiche, vor allem kundennahe Dienstleistungen wie Tourismus, aber auch Teile der Industrie, sind zudem noch sehr weit von einer Normalisierung entfernt.

  1. Stahlproduktion (letzter Wert 17. Oktober)

Nach dem scharfen Einbruch der Stahlproduktion Ende März um ein Drittel ist seit Mai eine stetige Aufwärtsentwicklung sichtbar. Diese erfolgt allerdings von einem sehr niedrigen Niveau aus und viel langsamer als der vorherige Rückgang. Die Produktion lag zuletzt noch 15% niedriger als im Durchschnitt der Jahre 2017 – 2019 zu dieser Jahreszeit.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  1. Frachtverkehr (letzter Wert 17. Oktober)

Die chemische Industrie ist für uns von Interesse, weil sie mit vielen anderen Branchen über Lieferbeziehungen verbunden ist. Die Zahl der Wagenladungen hat inzwischen 95% des in den letzten Jahren zu dieser Jahreszeit üblichen Niveaus erreicht.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  1. Hypothekenanträge (letzter Wert 16. Oktober)

Nach einem zwischenzeitlichen Einbruch im März/April haben die Anträge auf Hypothekenkredite für den Kauf einer Wohnimmobilie im Mai/Juni kräftig angezogen. Für den starken Anstieg dürften die rückläufigen Hypothekenzinsen verantwortlich sein. Seitdem nehmen die Anträge leicht ab, wie jahreszeitlich üblich. Es gehen aber weiterhin sogar mehr Anträge ein als in den letzten Jahren in der entsprechenden Kalenderwoche.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  1. Reisende an Flughäfen (letzter Wert 20. Oktober)

Der Gesamtdurchsatz von Reisenden an den Kontrollpunkten der Transportation Security Administration (TSA) lag in den letzten sieben Tagen bei durchschnittlich knapp 863 Tausend pro Tag und damit erneut etwas höher als im vorherigen 7-Tageszeitraum. Dem stehen Messwerte von 2-2,5 Millionen an einem typischen Tag im Jahr 2019 gegenüber. Der Flugreiseverkehr liegt gegenwärtig bei knapp 36% des Normalwerts.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  1. Kundenzahl im Einzelhandel und Freizeiteinrichtungen (letzter Wert 18. Oktober)

Der Einzelhandel (ohne Lebensmittel) und die Freizeiteinrichtungen haben sich gemessen an der von Google ermittelten Kundenzahl spürbar erholt. Verzeichneten die Geschäfte im April zeitweise 40% – 50% weniger Kunden als in normalen Zeiten, so wurde bis Mitte Juni zwei Drittel des Einbruchs wettgemacht. Seitdem stagnieren die Zahlen. Der Einbruch wurde nicht vollständig aufgeholt, weil viele Einrichtungen wie etwa Kinos weiterhin erheblich weniger Besucher verzeichnen als vor der Krise.

China: Ordentlicher Autoabsatz

Der Pkw-Absatz setzt seine günstige Entwicklung fort: In den ersten drei Oktoberwochen stieg der Absatz um 16%, nach einem Wachstum von 7,3% im September. Regierungsvertreter gehen davon aus, dass der Autoabsatz in China das ganze Jahr über nahe am Niveau von 2019 liegen wird.