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Corona-Virus Update 22. Juli 2020

In der EU haben einige Länder wegen der erneut leicht steigenden Fallzahlen die Corona-Beschränkungen wieder verschärft. Laut Präsident Trump wird sich die Corona-Situation in den USA vorerst weiter verschlechtern. In Deutschland sind nach nun offiziellen Zahlen die Einnahmen des Staates im ersten Halbjahr um 12% gefallen, die Ausgaben um 16% gestiegen. Der chinesische Automobilverband rechnet in der zweiten Jahreshälfte nur mit einem schwachen Absatzplus.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Weltweite Neuinfektionen

  • Weltweit werden weiterhin täglich über 200.000 Neuinfektionen gemeldet. Knapp ein Drittel davon entfällt auf die USA. Es gibt aber Hoffnung, dass dort der Hochpunkt bei den Neuinfektionen inzwischen erreicht ist. In den letzten Tagen ist die Infektionsrate – durchschnittliche Neuinfektionen in den letzten 7 Tagen je 100.000 Einwohner – nicht weiter gestiegen (Grafik 1). Auch in Brasilien hat das Infektionsgeschehen zuletzt etwas nachgelassen. Hier ist die Infektionsrate von 18 auf 16 gesunken.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In der EU nimmt das Infektionsgeschehen wieder zu. Im Fokus steht dabei Spanien, wo in den letzten 7 Tagen im Durchschnitt 2,7 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner gemeldet wurden (Grafik 2).
  • Als Reaktion darauf haben einige Ländern die Corona-Beschränkungen wieder verschärft. Gestern hat Österreich wieder eine Maskenpflicht in Geschäften eingeführt.

Deutschland: Steuereinnahmen stark gesunken

Laut Bundesfinanzministerium, das gestern seinen Monatsbericht veröffentlichte, lagen die gesamten Einnahmen des Bundeshaushalts in den ersten sechs Monaten bei rund 149 Mrd Euro – und damit 12,1% unter dem ersten Halbjahr 2019. Gleichzeitig beliefen sich die Ausgaben auf 200 Mrd Euro, was einem Plus von 16% gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der überwiegende Teil der höheren Ausgaben sei für Corona-Soforthilfen für kleine Unternehmen und Soloselbstständige aufgewendet worden.

USA – Trump’sche Kommunikationswende

  • Laut Präsident Trump wird sich die Corona-Lage wahrscheinlich noch verschlechtern, bevor Besserung eintritt. Außerdem drängte Trump die Amerikaner dazu, Gesichtsmasken zu tragen. Damit hat das Weiße Haus seine Kommunikationslinie drastisch geändert, was wohl auf die wachsende Kritik an Trumps Krisenmanagement zurückzuführen ist.
  • Einer Analyse des CDC zufolge dürften die wahren Infektionszahlen etwa zehnmal höher liegen als die bekannten (bisher wurden insgesamt 3,8 Millionen Personen positiv auf as Coronavirus getestet, aus einer Gesamtbevölkerung von 320 Millionen). Die Dunkelziffer dürfte zumeist leichte oder asymptomatische Fälle umfassen, die gleichwohl zur Verbreitung des Virus beitragen könnten.
  • Die Bemühungen im Kongress um eine Verlängerung der zusätzlichen Arbeitslosenhilfe, die Ende des Monats ausläuft, verstärken sich. Allerdings gibt es bei republikanischen Senatoren offenbar wachsenden Widerstand gegen ein weiteres umfassendes Hilfspaket. Die Parteiführung bemüht sich, eine Revolte ihrer Abgeordneten zu verhindern.

China: Kinos werden nach 170 Tagen wiedereröffnet

  • Der Autoverband China Passenger Car Association (CPCA) prognostiziert, dass der Pkw-Absatz im Jahr 2020 voraussichtlich um 11% zurückgehen wird. Chinas Pkw-Verkäufe gingen in der ersten Hälfte des Jahres 2020 aufgrund des Coronavirus um 22,9% gegenüber dem Vorjahr zurück. Die Pkw-Verkäufe haben sich seit dem zweiten Quartal allerdings bereits wieder verbessert, da die Verkäufe nur um 3% zurückgingen (Q1: -41%). Die -11%-Prognose für das Gesamtjahr impliziert jedoch nur eine insgesamt schwache Wachstumsprognose für die zweite Hälfte des Jahres 2020, obwohl die Kommunalregierungen weiterhin Unterstützung einschließlich finanzieller Anreize gewähren werden.
  • Die chinesischen Lichttheater dürfen seit Montag wieder öffnen, nachdem sie wegen des COVID-19-Ausbruchs mehr als 170 Tage geschlossen waren. Der landesweite Vorverkauf an den Kinokassen betrug jedoch nur 1 Million Yuan. Etwa 150.000 Menschen sahen an diesem Montag einen Film. Im Jahr 2019 gingen im Tagesdurchschnitt etwa 4,7 Millionen Menschen ins Kino.