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Corona-Virus Update 19. Januar 2021

In Deutschland wird heute trotz sinkender Neuinfektionen aller Voraussicht nach eine Verlängerung des Lockdowns beschlossen werden. Bei den Impfungen hinkt Deutschland anderen Ländern deutlich hinterher.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • In Großbritannien und den USA wurden auch gestern im Vorwochenvergleich weniger Neuinfektionen gemeldet. Der 7-Tage Durchschnitt je 100.000 Einwohner sank in Großbritannien auf knapp 70 (Grafik 1). Dies bedeutet ein Rückgang um 20 innerhalb einer Woche. In den USA ist der Wert auf knapp 68 gefallen. In Brasilien hat sich die 7-Tage Durchschnitt nach einem zwischenzeitlichen Rückgang zu Jahresbeginn wieder bei 25 eingependelt.
  • Südkorea ist es gelungen, die Infektionsrate wieder auf 1 zu drücken, nachdem sie zwischenzeitlich auf über 2 gestiegen war. Auch in Japan ist der Wert wieder auf unter 5 gefallen. Anders stellt sich die Lage in Israel dar, wo sich die Infektionsrate von 52 zu Jahresbeginn auf aktuell knapp 100 fast verdoppelt hat. Das Land plant, allen über 16-jährigen Einwohner bis Ende März eine Impfung anzubieten.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • Die Lage in der EU ist uneinheitlich. In Frankreich und Spanien gelingt es derzeit nicht, die Zahl der Neuinfektionen zu drücken. Der 7-Tage Durchschnitt pendelt in beiden Ländern um 27 (Grafik 2). In den Niederlanden zeigt die Infektionskurve dagegen weiter steil nach unten.
  • Auch in Deutschland sinkt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen. Gestern wurden 11369 neue Fälle gemeldet, gut 1.400 weniger als am Montag vor einer Woche. Die heutige Zahl enthält auch Nachmeldungen aus mehreren Bundesländern, die gestern nicht alle Daten übermittelt haben. Der 7-Tage Durchschnitt fiel auf 20. Vor einer Woche lag der Wert noch bei 25.
  • Trotz der rückläufigen Zahlen wird heute auf dem Treffen der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer aller Voraussicht nach eine Verlängerung des Lockdown beschlossen werden. Teilweise dürften die Maßnahmen sogar noch verschärft werden. Als Begründung wird wohl auf neue Virusvarianten verwiesen werden, die in Großbritannien und Südafrika für einen starken Anstieg der Neuinfektionen geführt hatten.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Stand der Impfungen

  • Beim Tempo der Corona-Impfungen gibt es massive Unterschiede zwischen den Ländern. Am schnellsten verläuft die Impfkampagne in Israel, wo bereits fast 30% der Einwohner eine Impfung bekommen haben. In Europa legt Großbritannien das höchste Tempo vor (mit aktuell 6,7 Impfungen auf 100 Einwohner). Deutschland hinkt hinterher (1,4 Impfungen auf 100 Einwohner), Schlusslicht ist Frankreich (mit 0,7 Impfungen je 100 Einwohner).

Wirtschaft

  • In den USA wird die künftige Finanzministerin Janet Yellen heute vor dem Finanzausschuss des Senats zu ihrer Nominierungsanhörung auftreten. Medienberichten zufolge wird sie dabei betonen, dass jetzt die Zeit sei, in großem Stil zu handeln, um eine tiefere Krise zu verhindern. Damit wirbt sie im Kongress um die Annahme des vom neuen Präsidenten Biden vorgestellten Hilfspakets in Höhe von 1,9 Billionen Dollar.
  • In China starten die Pkw-Verkäufe im neuen Jahr enttäuschend. In den ersten 10 Tagen des Januars sanken die Verkäufe um 7% gegenüber dem Vorjahr. Da sich das Virus während des Winters in einigen nördlichen Provinzen ausbreitete und in mehreren Regionen erneut eine Ausgangssperre verhängt wurde, sind die kurzfristigen Aussichten für den Pkw-Absatz gedämpft.
  • In Deutschland beraten heute Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder über eine Verlängerung des Lockdowns und eine Verschärfung der Maßnahmen wie nächtliche Ausgangssperren und Schulschließungen. Gestern haben bereits einige Länderchefs ihre Meinungen geäußert. Demnach gilt wohl eine Verlängerung der bisherigen Maßnahmen bis weit in den Februar als gesichert. Über eine Verschärfung der Maßnahmen sind sich die Teilnehmer des Corona-Gipfels offenbar noch uneins. Die wissenschaftlichen Berater von Bund und Ländern warnen vor der Mutation des Corona-Virus und sprechen sich daher klar für einen harten Lockdown aus.
  • Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, die in der FAZ genannt wird, unterstützen 40% der Befragten eine Verschärfung der bisherigen Maßnahmen, 21% sind für eine Beibehaltung. 17% wollen die Maßnahmen lockern, 13% befürworten ein Ende des Lockdowns.

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