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Corona-Virus Update 19. Februar 2021

In Großbritannien ist das Infektionsgeschehen weiter rückläufig. In Tschechien spitzt sich die Lage dagegen wieder zu. In Deutschland werden die Corona-Beschränkungen zunehmend kritisch gesehen. Laut ARD-DeutschlandTrend halten inzwischen 27% der Befragten die Maßnahmen für zu weitgehend. Anfang Februar waren es nur 22% gewesen. Deutschland beruft einen Sonderbeauftragen für Corona-Impfstoffe, um die Produktion anzukurbeln.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • In Großbritannien sind nach einer Studie des Imperial College London, bei der 85.000 Personen zwischen dem 4. und 13. Februar getestet wurden, die Neuinfektionen im vergangenen Monat um zwei Drittel gesunken. Am stärksten war der Rückgang in London mit 80%. Auch die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen sinkt weiter. Im Durchschnitt der vergangenen sieben Tagen waren es weniger als 19 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner (Grafik 1).
  • Auch in den USA und Israel zeigt die Infektionskurve weiterhin nach unten.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In Tschechien, das derzeit besonders hart von der Pandemie getroffen ist, wurden auch gestern steigende Neuinfektionen gemeldet. Der 7-Tage Durchschnitt kletterte auf 78, der höchste Wert seit Mitte Januar (Grafik 2). Wenig verändert ist die Situation in Frankreich und Italien, wo die Zahl der Neuinfektionen im Trend nach wie vor stagniert. In Spanien und Portugal zeigt die Infektionskurve dagegen weiter nach unten.
  • In Deutschland wurden gestern 9.113 Neuinfektionen gemeldet, 747 weniger als am Mittwoch vor einer Woche. Der 7-Tage Durchschnitt je 100.000 Einwohner sank leicht auf 8,6.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In den deutschen Krankenhäusern müssen immer weniger Corona-Patienten intensiv-medizinisch behandelt werden. Gestern waren es noch 3.177 (Grafik 3). Dies sind knapp 2.600 weniger als im Hochpunkt Anfang Januar.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Impfungen

  • Laut einer Studie aus Israel zeigt der Impfstoff von Pfizer und BioNTech bereits nach Verabreichung der ersten Dosis eine 85-prozentige Wirksamkeit. Inzwischen beginnen die beiden Hersteller mit einer großen Studie zum Einsatz ihres Impfstoffs bei Schwangeren. Schwangere und Kinder sind bei den bisherigen Impfempfehlungen zumeist außen vor gelassen.
  • In der EU kommen die Impfungen weiterhin nur sehr schleppend voran. Bislang wurden in den großen EU-Ländern weniger als 4% der Bevölkerung mindestens einmal geimpft (Grafik 4). In Großbritannien sind es inzwischen 23,5%.
  • Die Kältewelle führt in Teilen der USA, vor allem in Texas, zu Verzögerungen bei den Impfungen. Bereits zu Wochenbeginn hat die Seuchenschutzbehörde CDC vor Verspätungen bei den Auslieferungen der Vakzine gewarnt.

Wirtschaft

  • Deutschland: Bundesjustizministerin Lambrecht erinnert an die Verhältnismäßigkeit und hat die Regierungen der Bundesländer dazu aufgefordert zu prüfen, ob die jetzt geltenden Anti-Corona-Maßnahmen bei ihnen noch erfolderlich sind oder nicht mildere Maßnahmen wie die Durchführung von Tests oder die Anwendung von Hygienekonzepten ausreichen. “Begründungspflichtig ist die Anordnung von Einschränkungen und nicht deren Lockerung”, sagte sie der Augsburger Allgemeinen. Die Gerichte würden dies sehr genau beobachten. Denn Eingriffe in die Grundrechte müssten stets verhältnismäßig und gut begründet sein.
  • Das könnte vielen Einzelhändlern zu Pass kommen. Denn etliche von ihnen haben bereits Klagen und Eilanträge eingereicht, um die Öffnung ihrer Geschäfte zu erreichen. Zwar haben Gerichte dies bisher abgelehnt. Doch angesichts der fallenden Inzidenzen und der wachsenden sozialen und wirtschaftlichen Kosten dürfte sich das wohl nicht mehr lange rechtfertigen lassen.
  • Die Bundesregierung beruft nach Spiegel-Informationen einen Sonderbeauftragten für Corona-Impfstoffe. Damit will sie die bislang stockende Versorgung des Landes mit Impfstoffen beschleunigen. Der neue Beauftragte soll Ansprechpartner für die Hersteller sein und diese dabei unterstützten, ihre Produktion zu steigern. Maßgeblich soll er dazu beitragen, dass die Lieferketten nicht ins Stocken geraten und die Unternehmen ausreichend Rohstoffe bekommen.
  • Regierung und Demokraten in den USA drängen weiter auf die zügige Verabschiedung eines weiteren Corona-Hilfspakets im Umfang von 1,9 Billionen Dollar. Allerdings scheint sich Präsident Biden damit abgefunden zu haben, dass die vor allem vom linken Parteiflügel geforderte deutlich Erhöhung des Mindestlohns von 7,25 $ auf 15 $ je Stunde zurzeit nicht durchsetzbar ist. Dies hat er einer Gruppe von Gouverneuren und Bürgermeistern bei einem Treffen kürzlich gesagt.
  • Chinas Southern Power Grid, das für die Stromversorgung in Südchina zuständig ist, meldete einen Anstieg des Stromverbrauchs im verarbeitenden Gewerbe um mehr als 30% gegenüber dem Vorjahr während des Neujahrsfestes, über alle Sektoren stieg der Stromverbrauch um insgesamt 14,6%. Auch wenn die Ausgangsbasis im letzten Jahr niedrig war, deutet dies darauf hin, dass das verarbeitende Gewerbe im Vergleich zum Dienstleistungssektor ausgesprochen gut läuft.

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