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Corona-Virus Update 18. November 2020

Während in Europa die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen sinkt, spitzt sich die Lage in den USA weiter zu. In Deutschland deuten die Zeichen auf eine weitere Erholung der Industrie.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • In den USA steigt die Zahl der Neuinfektionen weiter ungebremst. Im Durchschnitt der letzten sieben Tage wurden knapp 48 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner gemeldet (Grafik 1). Auch Brasilien meldet seit einer Woche wieder deutlich mehr Neuansteckungen. In Indien verharrt die Infektionsrate dagegen weiter auf niedrigem Niveau.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In der EU sinkt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen. In den Niederlanden und in Frankreich hat sie sich im Vergleich zum Hochpunkt halbiert. Auch in Spanien zeigt der Trend klar nach unten (Grafik 2).
  • In Deutschland ist die Infektionsrate den dritten Tag in Folge leicht gefallen. Zur Belegung der deutschen Krankenhäuser mit Corona-Patienten wurden für gestern bislang keine Zahlen veröffentlicht.
  • Angesicht der stark gesunkenen Neuinfektionen hat die niederländische Regierung die Corona-Beschränkungen leicht gelockert. Von morgen an dürften Kinos, Theater und Museen wieder öffnen.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Wirtschaft

In Deutschland deuten die Zeichen auf eine weitere Erholung der Industrie. Nach den heute Morgen veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes ist der Auftragsbestand im September nicht nur im Vergleich zum Vormonat gestiegen, sondern liegt auch 1% höher als im Februar, also vor dem durch die Pandemie verursachten Einbruch. Er ist auch größer als über weite Strecken des Jahres 2019.

Natürlich ist dies neben der kräftigen Erholung der Auftragseingänge auch auf das immer noch niedrigere Produktionsniveau zurückzuführen. Angesichts der deutlich zunehmenden Auftragspolster dürften die Unternehmen ihre Produktion in den kommenden Monaten aber weiter spürbar herauffahren.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Wirtschaft

In Deutschland hat sich die Automobilindustrie im Oktober weiter von dem Einbruch im Frühjahr erholt. Saisonbereinigt liefen nach Angaben des Automobilverbandes (und auf Basis unserer Saisonbereinigung) fast 9% mehr Autos vom Band als im September. Dies spricht dafür, dass die Industrie gut ins vierte Quartal gestartet ist und somit ein Gegengewicht zu den wohl wieder schwächeren Dienstleistungen bildet. Ein weiterer deutlicher Anstieg der Autoproduktion ist für die kommenden Monate allerdings nicht zu erwarten. Denn die Produktion liegt inzwischen wieder auf ihrem Vorkrisentrend, der seit Anfang 2018 nach unten zeigt (Grafik 4).

Die Zahl der Neuzulassungen hat sich im vergleich zum September, kaum verändert. Damit liegt sie saisonbereinigt weiterhin knapp 15% unter ihrem Vorkrisenniveau.

In China sind die Pkw-Verkäufe im Oktober nach vorläufigen Schätzungen des Automobilverbandes CPCA im Jahresvergleich um rund 10% gestiegen. Bereits im September hatten die Verkäufe um 10% zugelegt. In diesem Zusammenhang hielt der chinesische Präsident Xi Jinping bei der Eröffnungszeremonie der dritten China International Import Expo eine Rede, in der er erklärte, das Ziel sei es, den chinesischen Markt in einen Markt für die Welt zu verwandeln, in einen Markt, der von allen geteilt wird, und in einen Markt, der für alle zugänglich ist. Diese Äußerungen sollen offenbar die Bedenken zerstreuen, dass sich China im Rahmen der neuen Strategie der “Zwei Kreisläufe” von der Weltwirtschaft abkoppelt.

In Italien gelten seit heute landesweit verschärfte Corona-Regeln, unter anderem mit einer nächtlichen Ausgangssperre. Die Bürger dürfen zwischen 22:00 und 5:00 Uhr ihre Wohnungen nur aus gesundheitlichen Gründen verlassen, oder um zu arbeiten. Für Schüler ab der 7. Klasse gibt es Online-Unterricht. Öffentliche Verkehrsmittel dürfen nur bis zu 50% ihrer Kapazität Passagiere befördern. Darüber hinaus werden landesweit Museen, Wettbüros und Einkaufshallen an Wochenenden geschlossen. Kinos, Theater, Fitnessstudios und Schwimmbäder wurden bereits in einer vorherigen Maßnahme geschlossen. Die neuen Regeln differenzieren zudem Maßnahmen für Regionen mit unterschiedlichen Infektionsraten. In den “roten Zonen” werden nicht-essenzielle Geschäfte und Märkte geschlossen, Reisen in und aus diesen Regionen werden untersagt, selbst Reisen innerhalb einer “roten Zone” sind nicht erlaubt. In “orangen Zonen” bleiben die Geschäfte offen, aber Bars und Restaurants werden geschlossen. Innerhalb einer “orangen Zone” sind Reisen, beispielsweise zwischen Städten, erlaubt.