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Corona-Virus Update 18. Januar 2021

In Deutschland breitet sich das Coronavirus seit Beginn des Jahres langsamer aus. Trotzdem dürfte in dieser Woche der Lockdown bis weit in den Februar hinein verlängert werden. Die in unserem Recovery Monitor enthaltenen Echtzeitdaten zeigen, dass er in den direkt betroffenen Teilen der deutschen Wirtschaft deutliche Bremsspuren hinterlassen hat, sich die Auswirkungen auf die meisten anderen Branchen bisher aber wohl in Grenzen halten.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • In Deutschland zeigt der Lockdown zunehmend Wirkung. Der Hochpunkt der Neuinfektionen dürfte kurz vor Weihnachten erreicht worden sein (Grafik 1). Der deutliche Rückgang der Neuinfektionen über Weihnachten und Neujahr ist nur teilweise auf die geringe Anzahl an Tests zurückzuführen. Mit den wieder höheren Testumfängen ist die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen kurzfristig zwar etwas gestiegen, doch seit einer Woche fällt sie wieder deutlich.
  • Am Sonntag wurden 7141 Neuinfektionen gemeldet, 5356 weniger als am Sonntag vor einer Woche. Die Summe der Neuinfektionen in den letzten 7 Tagen sank auf knapp 144 je 100.000 Einwohner. Diese Zahl liegt deutlich unter dem Niveau zu Beginn des Lockdowns. Bis zum Zielwert von 50 ist es aber noch ein langer Weg. Deshalb dürfte am Dienstag auf dem Treffen der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer eine Verlängerung des Lockdowns bis weit in den Februar hinein beschlossen werden.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • Dass die Neuinfektionen in Deutschland den Hochpunkt überschritten haben, zeigt auch die seit zwei Wochen stetig fallende Zahl der in deutschen Krankenhäusern intensiv-medizisch behandelten Corona-Patienten. Gestern waren es noch 4971 und damit 791 weniger als vor zwei Wochen (Grafik 2).
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • Auch in den Niederlanden sinkt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen (Grafik 3). In Frankreich und Italien stagniert dagegen der 7-Tage Durchschnitt bei 27. In Spanien zeigt die Infektionskurve sogar wieder deutlich nach oben.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • Positive Nachrichten kommen auch aus den USA und Großbritannien, wo in den letzten Tagen deutlich weniger Neuinfektionen gemeldet wurden. In Großbritannien fiel der 7-Tage Durchschnitt je 100.000 Einwohner auf 73, vor einer Woche waren es noch 16 mehr (Grafik 4). In den USA ist der Wert auf 69 gesunken.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Wirtschaft

  • In den USA wurden durch die Bundesregierung inzwischen 31,2 Millionen Impfdosen verteilt. Die zuständigen Stellen auf lokaler Ebene konnten aber erst 12,3 Millionen dieser Impfungen verabreichen. Offensichtlich hat man sich bisher auf die Beschaffung möglichst vieler Impfdosen konzentriert, darüber aber die “letzte Meile” – also die Organisation der Impfungen – vernachlässigt. Das Ziel des am Mittwoch sein Amt antretenden neuen Präsidenten Biden, 100 Millionen Impfdosen in den ersten 100 Amtstagen zu verabreichen, ist vor diesem Hintergrund eine Herausforderung.
  • Die von Biden benannte künftige US-Finanzministerin Yellen hat bereits morgen ihre Nominierungsanhörung vor dem US-Senat. Pressemeldungen zufolge wird sie darlegen, dass die US-Regierung kein Interesse an einer Schwächung des Dollar hat und ihn den Marktkräften überlassen will. Dies stellt eine Rückkehr zu einer traditionellen Haltung dar, nachdem Präsident Trump verschiedentlich versucht hatte, den Dollar schwachzureden.
  • Die Wirtschaft in China wuchs im letzten Quartal 2020 im Jahresvergleich um 6,5 % und übertraf damit die Markterwartungen deutlich. Das BIP für das Gesamtjahr stieg um 2,3 %. Saisonbereinigt wuchs die Wirtschaft im Quartalsvergleich um 2,6 %, verglichen mit revidierten 3,0 % im Vorquartal.
  • Die Konjunkturdaten für Dezember waren uneinheitlich – die Industrieproduktion überraschte mit einem unerwartet kräftigen Anstieg von 7,3 % gegenüber dem Vorjahr; auf der anderen Seite verfehlten sowohl die Einzelhandelsumsätze als auch die Anlageinvestitionen die Schätzungen.

Wie schlägt sich die deutsche Wirtschaft im Lockdown?

Vor gut einem Monat wurden in Deutschland die Einschränkungen zur Bekämpfung des Coronavirus deutlich verschärft. Wie unsere Echtzeit-Indikatoren zeigen, hat dies in der Wirtschaft deutliche Spuren hinterlassen. So hat sich der Betrieb in öffentlichen Bereichen wie Einkaufszentren und Restaurants noch einmal spürbar verringert, nachdem hier die bereits Anfang November verhängten ersten Maßnahmen deutliche Spuren hinterlassen hatten. Auf Basis der von Google bereitgestellten Mobilitätsdaten ist der Abstand zur “Normalität” wieder ähnlich groß wie im Frühjahr des vergangenen Jahres (Grafik 5).

Die nicht direkt von den Maßnahmen betroffenen Sektoren der Wirtschaft scheinen hingegen bisher kaum unter den hohen Infektionszahlen und staatlichen Einschränkungen zu leiden. So ist der auf Basis von Mautdaten erhobene Lkw-Fahrleistungsindex des Statistischen Bundesamtes über Weihnachten zwar deutlich gefallen. Dies ist aber mehr auf Probleme bei der Saisonbereinigung als auf einen Einbruch in einzelnen Wirtschaftsektoren zurückzuführen. Denn auch in den vergangenen Jahren war der Fahrleistungsindex in der Weihnachtszeit wesentlich niedriger. Zudem hat der Index inzwischen sein Vorkrisenniveau wieder erreicht. Damit war er zuletzt etwas niedriger als in der ersten Dezemberhälfte, was auf eine etwas geringere Aktivität gerade in der Industrie deuten könnte. Einen Einbruch signalisiert er aber auf jeden Fall nicht.

Auf einen bisher eher begrenzten Effekt des aktuellen Lockdowns auf weite Bereiche der Wirtschaft deutet auch der Stromverbrauch. Auch dieser ist über Weihnachten deutlich gefallen, lag dabei aber meistens nur geringfügig unter dem Durchschnitt der vergangenen drei Jahre. Inzwischen ist er aber wie jedes Jahr wieder merklich gestiegen und lag zuletzt kaum unter dem für die Jahreszeit normalen Niveau.

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